Flughafen Zürich: Skyguide hat die Kapazität gesenkt.

VerunsicherungVerspätungen in Zürich nach Lotsen-Urteil

Nachdem ein Fluglotse vom Schweizer Bundesgericht verurteilt wurde, reduziert die Flugsicherung am Freitag die Kapazitäten. Viele Lotsen seien verunsichert.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Das Schweizer Bundesgericht hat am Donnerstag (4. Juli) ein Urteil gegen einen Fluglotsen bestätigt. Während er Dienst schob, war es im April 2013 zu einer Annäherung zweier Flugzeuge von Ryanair und Tap gekommen. Obwohl die Situation glimpflich ausging, verurteilte das Bundesstrafgericht in Bellinzona den Fluglotsen im April 2019 wegen fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs zu einer Geldstrafe. Dieses Urteil bestätigte nun das Bundesgericht als oberste Instanz und verwies darauf, dass der Lotse eine konkrete Gefährdung geschaffen und Sorgfaltspflichten verletzt habe.

«Erstmals ist in der Schweiz somit ein Flugverkehrsleiter rechtskräftig verurteilt worden», teilte die Flugsicherung Skyguide mit. «Skyguide ist über diesen Entscheid enttäuscht und wird nun analysieren, was dies für die Operationen der Flugsicherung in Zukunft bedeutet.» Es müsse die Frage erlaubt sein, ob das Strafrecht das richtige Mittel zur Ahndung eines Vorfalles darstelle, bei dem das Sicherheitssystem wie erwartet funktioniert habe und bei dem es zu keinem Personen- oder Sachschaden gekommen sei.

Lotsen melden sich krank

«Im vorliegenden Fall haben der Flugverkehrsleiter und einer der beteiligten Piloten den Vorfall offen und ehrlich gemeldet, wodurch eine interne und externe Untersuchung eingeleitet wurde», so Skyguide. So etwas müsse auch weiterhin möglich sein, ohne dass Mitarbeitende disziplinarische Konsequenzen befürchten zu müssen, sofern sie die Fehler nicht mutwillig oder grobfahrlässig begangen hätten.

Das Ganze hat auch unmittelbare Auswirkungen auf den Luftverkehr am Flughafen Zürich am Freitag (5. Juli). «Ein gutes Dutzend» Lotsen habe sich krank oder arbeitsunfähig gemeldet, erklärte ein Skyguide-Sprecher  gegenüber der Zeitung Tages-Anzeiger. «Viele Lotsen sind aufgrund des Gerichtsentscheids aufgewühlt.»

Reduzierung auch am Wochenende?

Daher hat Skyguide die Kapazität in der Luft um 25 Prozent, im An- und Abflugverfahren um 10 Prozent verringert. Gegen Mittag betrug die durchschnittliche Verspätung für Starts und Landungen 15 bis 30 Minuten, sagte eine Flughafensprecherin. Die Verspätungen seien aber nicht nur Folge der Skyguide-Maßnahmen, sondern auch der Ferienzeit geschuldet.

Skyguide will die Lage am Nachmittag analysieren, hält es aber für möglich, dass es über das Wochenende so weitergeht. «Es geht darum, Druck aus dem System zu nehmen», so der Sprecher. Auch in Genf, von wo aus der Rest des Schweizer Luftraumes kontrolliert wird, wurde demnach die Kapazität reduziert.

Ähnlicher Fall im Dezember

Im vergangenen Dezember hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Damals wurde ein Zürcher Fluglotsen zu einer sogenannten bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 210 Franken, insgesamt also fast 19.000 Franken verurteilt. Bedingt bedeutet in der Schweiz so viel wie auf Bewährung.

Im März 2011 hatte der Lotse am Flughafen Zürich zwei Maschinen von Swiss die Start-Erlaubnis erteilt – auf sich kreuzenden Pisten. Erst als es einen Alarm gab, brach er das Ganze ab. Skyguide reduzierte die Anflugrate am Flughafen Zürich am Tag danach um 10 Prozent und verwies auf die Verunsicherung unter den Lotsen.

Mehr zum Thema

Zürich: 111.640 Starts, davon 23.299 verspätet, also 20,87 Prozent.

Urteil gegen Lotsen sorgt für Ärger und Verspätungen

Klaus-Dieter Scheurle: «Niemand hat die Sonderfaktoren vorhergesehen.»

«Es kommt jeder Flughafen für Remote Towers in Frage»

ticker-schweiz

Kasachstan und Schweiz schaffen Grundlage für Direktflüge

Die Wrackteile: Nur sichtbar durch das Abschmelzen des Gletschers.

Schweizer Gletscher gibt Flugzeugwrack mehr als 60 Jahre nach Absturz frei

Video

Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies