Flughafen Zürich: Skyguide hat die Kapazität gesenkt.

VerunsicherungVerspätungen in Zürich nach Lotsen-Urteil

Nachdem ein Fluglotse vom Schweizer Bundesgericht verurteilt wurde, reduziert die Flugsicherung am Freitag die Kapazitäten. Viele Lotsen seien verunsichert.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Das Schweizer Bundesgericht hat am Donnerstag (4. Juli) ein Urteil gegen einen Fluglotsen bestätigt. Während er Dienst schob, war es im April 2013 zu einer Annäherung zweier Flugzeuge von Ryanair und Tap gekommen. Obwohl die Situation glimpflich ausging, verurteilte das Bundesstrafgericht in Bellinzona den Fluglotsen im April 2019 wegen fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs zu einer Geldstrafe. Dieses Urteil bestätigte nun das Bundesgericht als oberste Instanz und verwies darauf, dass der Lotse eine konkrete Gefährdung geschaffen und Sorgfaltspflichten verletzt habe.

«Erstmals ist in der Schweiz somit ein Flugverkehrsleiter rechtskräftig verurteilt worden», teilte die Flugsicherung Skyguide mit. «Skyguide ist über diesen Entscheid enttäuscht und wird nun analysieren, was dies für die Operationen der Flugsicherung in Zukunft bedeutet.» Es müsse die Frage erlaubt sein, ob das Strafrecht das richtige Mittel zur Ahndung eines Vorfalles darstelle, bei dem das Sicherheitssystem wie erwartet funktioniert habe und bei dem es zu keinem Personen- oder Sachschaden gekommen sei.

Lotsen melden sich krank

«Im vorliegenden Fall haben der Flugverkehrsleiter und einer der beteiligten Piloten den Vorfall offen und ehrlich gemeldet, wodurch eine interne und externe Untersuchung eingeleitet wurde», so Skyguide. So etwas müsse auch weiterhin möglich sein, ohne dass Mitarbeitende disziplinarische Konsequenzen befürchten zu müssen, sofern sie die Fehler nicht mutwillig oder grobfahrlässig begangen hätten.

Das Ganze hat auch unmittelbare Auswirkungen auf den Luftverkehr am Flughafen Zürich am Freitag (5. Juli). «Ein gutes Dutzend» Lotsen habe sich krank oder arbeitsunfähig gemeldet, erklärte ein Skyguide-Sprecher  gegenüber der Zeitung Tages-Anzeiger. «Viele Lotsen sind aufgrund des Gerichtsentscheids aufgewühlt.»

Reduzierung auch am Wochenende?

Daher hat Skyguide die Kapazität in der Luft um 25 Prozent, im An- und Abflugverfahren um 10 Prozent verringert. Gegen Mittag betrug die durchschnittliche Verspätung für Starts und Landungen 15 bis 30 Minuten, sagte eine Flughafensprecherin. Die Verspätungen seien aber nicht nur Folge der Skyguide-Maßnahmen, sondern auch der Ferienzeit geschuldet.

Skyguide will die Lage am Nachmittag analysieren, hält es aber für möglich, dass es über das Wochenende so weitergeht. «Es geht darum, Druck aus dem System zu nehmen», so der Sprecher. Auch in Genf, von wo aus der Rest des Schweizer Luftraumes kontrolliert wird, wurde demnach die Kapazität reduziert.

Ähnlicher Fall im Dezember

Im vergangenen Dezember hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Damals wurde ein Zürcher Fluglotsen zu einer sogenannten bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 210 Franken, insgesamt also fast 19.000 Franken verurteilt. Bedingt bedeutet in der Schweiz so viel wie auf Bewährung.

Im März 2011 hatte der Lotse am Flughafen Zürich zwei Maschinen von Swiss die Start-Erlaubnis erteilt – auf sich kreuzenden Pisten. Erst als es einen Alarm gab, brach er das Ganze ab. Skyguide reduzierte die Anflugrate am Flughafen Zürich am Tag danach um 10 Prozent und verwies auf die Verunsicherung unter den Lotsen.

Mehr zum Thema

Zürich: 111.640 Starts, davon 23.299 verspätet, also 20,87 Prozent.

Urteil gegen Lotsen sorgt für Ärger und Verspätungen

Klaus-Dieter Scheurle: «Niemand hat die Sonderfaktoren vorhergesehen.»

«Es kommt jeder Flughafen für Remote Towers in Frage»

ticker-skyguide

Skyguide: Entscheidung zum Leistungsplan der Schweizer Flugsicherung verzögert sich

Absturz einer Jonkers Sailplanes JS1-C: Untersuchung durch die Sust.

Neue Strategie der Schweizer Unfallermittler sorgt für Diskussionen

Video

Raketenabwehr: Ist im Iran-Krieg zentral geworden.
Raketen, Drohnen und Apaches: Mit Jets, Hubschraubern und Flugabwehrsystemen verteidigen sich die Vereinigten Arabischen Emirate und sorgen so auch dafür, dass Flugzeuge von Emirates, Etihad, Flydubai oder Air Arabia wieder starten können.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack