Flughafen Hahn: Ab Sommer 2017 lief einiges schief.

Staatsanwalt erhebt VorwürfeErmittlungen wegen bandenmäßiger Untreue am Flughafen Hahn

Im Ermittlungsverfahren rund um den Flughafen Hahn nennt die Staatsanwaltschaft erstmals konkrete Vorwürfe. Es geht um den Verdacht der bandenmäßigen Untreue, des Subventionsbetruges und der Insolvenzverschleppung.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Im Sommer 2020 führten Ermittler am Flughafen Hahn im Hunsrück Durchsuchungen durch. Die Staatsanwaltschaft Koblenz erklärte, sie führe zusammen mit der Steuerfahndung Trier ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Verantwortliche von sechs am Airport tätigen Gesellschaften. Zu den Tatvorwürfen und Einzelheiten wurden keine Details bekannt.

Das ändert sich nun. Die Staatsanwaltschaft Koblenz teilte am Donnerstag (20. Januar 2022) mit, im Ermittlungsverfahren gegen mittlerweile vier Verantwortliche sowie einen weiteren Beschuldigten könne sie sich nun zu den Vorwürfen äußern.

«Tatbestand der bandenmäßigen Untreue»

So schreibt die Staatsanwaltschaft: «Die erwähnten vier Beschuldigten sind verdächtig, aufgrund gemeinsamen Tatplans ihre Vermögensbetreuungspflichten gegenüber am Flughafen Hahn tätigen Gesellschaften in der Zeit vom Juli 2017 bis Mai 2020 in mehreren Fällen verletzt, den Gesellschaften hierdurch Vermögensschäden zugefügt und dadurch den Tatbestand der bandenmäßigen Untreue sowie der Untreue unter Herbeiführung von Vermögensverlusten großen Ausmaßes verwirklicht zu haben.»

Insbesondere besteht demnach der Verdacht, dass drei der vier Beschuldigten in zwei Fällen Einnahmen, die ihren Gesellschaften zugestanden hätten, nicht verbuchten, sondern diese für eigene Zwecke verwendeten. Darüber hinaus sind die Beschuldigten der Untreue zum Nachteil einer am Flughafen Hahn tätigen Gesellschaft verdächtig. Denn sie akzeptierten Eingangsrechnungen und bezahlten diese in zwei Fällen, obwohl ihnen bekannt gewesen sein soll, dass keine Leistungen des Rechnungsausstellers zugrunde lagen.

Subventionsbetrug zum Nachteil des Landes

«Die Beschuldigten sind auch verdächtig, unter Verstoß gegen die ihnen gegenüber einer am Flughafen Hahn tätigen Gesellschaft obliegende Vermögensbetreuungspflicht konkret gegebene Möglichkeiten einer Reduktion der Betriebsausgaben nicht genutzt zu haben», schreibt die Staatsanwaltschaft weiter. «Auch sollen die Beschuldigten Mieteinkünfte dieser Gesellschaft pflichtwidrig nicht verbucht und pflichtwidrig nicht geltend gemacht haben.»

Und das ist immer noch nicht alles. «Soweit die Vergehen der Untreue sich auf das Betriebsergebnis dieser Gesellschaft im Jahr 2018 ausgewirkt haben, besteht gegen die vier Beschuldigten auch der Verdacht des Subventionsbetruges zum Nachteil des Landes Rheinland-Pfalz», heißt es weiter. Denn dann wäre eine vom Land bewilligte und ans Betriebsergebnis geknüpfte Subvention womöglich teilweise zu Unrecht ausbezahlt worden.

Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung

Wie hoch der Schaden im Rahmen des Untreue-Tatbestandes ausfällt, kann die Staatsanwaltschaft noch nicht beziffern. Rheinland-Pfalz soll durch den möglichen Subventionsbetrug Schaden in Höhe von mindestens 400.000 Euro erlitten haben.

Im Hinblick auf fünf der sechs Gesellschaften, um die es geht, haben die Ermittlungen darüber hinaus den Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung im Sommer/Herbst 2021 ergeben. Er richtet sich gegen die drei Beschuldigten, die jeweils für die rechtzeitige Stellung des Insolvenzantrags verantwortlich waren.

Mehr zum Thema

Lufthansa muss Prozesskosten von EU und Rheinland-Pfalz tragen

Lufthansa muss Prozesskosten von EU und Rheinland-Pfalz tragen

Flughafen Frankfurt-Hahn: Geschäftsbetrieb kann auch im Januar 2022 fortgeführt werden

Flughafen Frankfurt-Hahn: Geschäftsbetrieb kann auch im Januar 2022 fortgeführt werden

Flughafen Frankfurt-Hahn: Hat nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter.

Flughafen Frankfurt-Hahn rutscht in die Insolvenz

A319 von Germania in Hamburg-Finkenwerder: Brachte Mitarbeiter nach Toulouse.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Germania-Chef Balke

Video

Dassault Falcon 10X: Die Franzosen haben am 10. März das Rollout gefeiert.
Die Entwicklung verzögerte sich immer mehr. Nun hat Dassault endlich ihren neuesten Ultralangstrecken-Businessjet erstmals öffentlich präsentiert. Die Falcon 10X soll mit Geräumigkeit, Reichweite und Geschwindigkeit punkten.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Raketenabwehr: Ist im Iran-Krieg zentral geworden.
Raketen, Drohnen und Apaches: Mit Jets, Hubschraubern und Flugabwehrsystemen verteidigen sich die Vereinigten Arabischen Emirate und sorgen so auch dafür, dass Flugzeuge von Emirates, Etihad, Flydubai oder Air Arabia wieder starten können.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin