Flieger am Flughafen Caracas: Für Passagiere wird der Abflug noch mühsamer.

KokainschmuggelVenezuela verschärft Kontrollen bei Europaflügen

Wer in Caracas in ein Flugzeug steigt, soll künftig bis zum Flugzeug begleitet werden. So will die Regierung von Venezuela den Schmuggel von Kokain unterbinden.

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Es ist etwas faul im Staate Venezuela. Das südamerikanische Land gilt als das neue Tor für den Versand von Kokain aus Kolumbien nach Europa. Kürzlich gestanden sogar zwei Neffen der Gattin von Präsident Nicolás Maduro, am Drogenschmuggel beteiligt gewesen zu sein.

Tonnenweise gelangt das weiße Pulver auf den Alten Kontinent – meist auf dem Seeweg. Immer wieder kommen die Sendungen aber auch via den Flughafen Caracas an den Bestimmungsort. Die Uno schätzt, dass 21 Prozent der Kokain-Sendungen aus Venezuela mit Kurieren in Flugzeugen nach Europa kommen. Das ist jedoch nur ein Durchschnittswert. Für Deutschland schätzt die Uno den Anteil der Importe auf dem Luftweg auf 62 Prozent, in der Schweiz sind es 50 Prozent und in Österreich 90 Prozent.

Immer weniger Flüge nach Europa

Dem will Venezuela nun endgültig einen Riegel vorschieben. Die bisherigen Kontrollen haben ihr Ziel verfehlt. Neu sollen Passagiere am Aeropuerto Internacional de Maiquetía Simón Bolívar von Caracas vom Check-in bis zum Gate von einem Mitglied der Anti-Drogen-Einheit der Nationalgarde begleitet werden, wie das Rechercheportal La Patilla schreibt.

Für die Passagiere hat das einen großen Nachteil. Sie müssen künftig fünf Stunden vor Abflug am Flughafen von Caracas eintreffen. So will es das neue Dekret der Nationalgarde. Die lange Wartezeit betrifft indes immer weniger Airlines. Inzwischen fliegen neben der Nationalairline Conviasa nur noch Air France, Air Europa, Iberia und TAP von Europa nach Venezuela. Alle anderen Anbieter haben ihre Verbindungen gestrichen. Lufthansa gab sie am 18. Juni auf.

Kolumbien besser bedient

Die fünf Fluggesellschaften bieten pro Woche 5000 Sitze in eine Richtung an. Zum Vergleich: nach Kolumbien werden wöchentlich 19.000 Sitze angeboten.

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