Eine abgestellte Boeing 737-200 der VASP: Schrottreif.

Der letzte Auftritt der VASP

Vor sechs Jahren ging die brasilianische Fluglinie pleite. Nun werden ihre Flugzeuge verschrottet - um Kosten zu sparen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Sie stehen auf Flughäfen im ganzen Land. Doch nirgendwo sonst repräsentieren sie so prominent eine gescheiterte Airline wie am geschäftigen aber engen Inlandflughafen Congonhas, mitten in São Paulo. Hier hatte die Viação Aérea São Paulo oder eben die VASP, wie sich die Fluggesellschaft am Ende nannte, ihren Hauptsitz, bis sie im Januar 2005 ihre Flüge einstellte - nach 73 Jahren. Nun werden die Zeugen der Pleite verschrottet.

Der Abbruch, der am Dienstag (23. August) begann und rund drei Wochen dauern soll, scheint auf den ersten Blick ein Verlustgeschäft. 35'000 Real (rund 15'000 Euro/17'000 Franken) kostet es, jede einzelne der neun Maschinen auf Congonhas zu zerlegen. Der Schrottwert jedoch beträgt zwischen 30'000 und maximal 50'000 Real. Dennoch profitieren am Ende gleich zwei Beteiligte. Zum einen die Gläubiger der VASP, weil die Verkaufserlöse des Alteisens der Konkursmasse zufließen. Die Kosten der Verschrottung übernimmt nämlich die staatliche Flughafenbetreiberin Infraero. Dennoch ist sie auch Profiteurin.

Mehr Platz auf dem Vorfeld

Infraero zahlt die Kosten nämlich nicht aus Gutmütigkeit. Die neun VASP-Maschinen belegen auf dem Flughafen Congonhas eine Fläche von 170'000 Quadratmetern. Sind sie weg, bekommt der Airport markant mehr Platz, um Flugzeuge abzustellen. Dadurch entfallen einige Warteschlangen über der Stadt, die nötig sind, weil auf dem Flughafen zu Stoßzeiten jeweils kein Standplatz mehr verfügbar ist. «Das ist wie beim Parkplatz eines Einkaufszentrums. Wenn kein Feld frei ist, muss man warten, bis jemand eines frei macht» sagte Infraero-Präsident Gustavo do Vale dem Nachrichtenportal IG Negocios. Durch die Verschrottungsaktion steige die verfügbare Fläche nun gleich um 20 Prozent.

Gleichzeitig spart Infraero Geld. Denn durch jeden verstellten Platz verliert sie in Congonhas derzeit noch rund 100'000 Real pro Monat, weil sie dort keine anderen Jets parken kann. Nicht nur die alten VASP-Flieger liegen ihr aus diesem Grund auf der Tasche. Insgesamt stehen auf brasilianischen Flugplätzen 108 Flugzeuge, die nicht mehr gebraucht werden. Die will man nun loswerden. Bis in zwei Jahren will man alle verschrotten. Denn: Zur Fußball-Weltmeisterschaft sollen ausländische Touristen keine Wracks mehr zu Gesicht bekommen.

Mehr zum Thema

ticker-brasilien

Brasilien greift Fluggesellschaften mit Notfallkredit unter die Arme

ticker-brasilien

Brasiliens Inlandsflugverkehr boomt - 15 Prozent höheres Angebot in der Hochsaison

ticker-brasilien

Brasilien prüft erneut Kauf eines neuen Präsidentenflugzeugs

ticker total express

Total Express gibt eigene Frachtairline auf

Video

2005: Boeing 737-800 (VH-XZJ) «Mendoowoorrji»
Rund 13 Jahre lang flog die Boeing 737 namens Mendoowoorrji mit einem Aborigine-Kunstwerk auf dem Rumpf um die Welt. Nun wird das Flugzeug von Qantas umlackiert, ganz verschwindet die Geschichte aber nicht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Special Olympics Airlift 2025: Zahlreiche Jets nehmen an der Aktion teil.
Vom 20. bis 26. Juni finden die Special Olympics USA Games statt. Zur Anreise können die Athletinnen und Athleten den Special Olympics Airlift nutzen, bei dem Flugzeugbesitzer ihre Flieger kostenlos zur Verfügung stellen. Erstmals ist auch eine Boeing 777 dabei.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
König Felipe VI. und Prinzessin Leonor: Flogen gemeinsam.
Prinzessin Leonor befindet sich auf der letzten Etappe ihrer militärischen Ausbildung. Ein Höhepunkt folgte nun in San Javier: Die spanische Thronfolgerin flog gemeinsam mit König Felipe VI. in einer Formation – mit einer Pilatus PC-21.
gerard al fil
Gérard Al-Fil