Flugzeug von Air China: Die Airline schneidet nicht gut ab.

Lufthansa sticht herausVielen Airlines fehlt ein Klima-Plan

Nur wenige Fluglinien bereiten sich genügend auf eine Zukunft mit weniger CO2-Emissionen vor - so eine Klimaschutzorganisation. Lufthansa schneidet recht gut ab.

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Große Fluglinien sind oft planlos vor, wenn es darum geht, die eigenen Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Das kritisiert die britische Klimaschutz-Initiative TPI Transition Pathway Initiative in einer Untersuchung. So habe keine der 20 untersuchten Airlines sich entsprechende Ziele gesetzt, die über das Jahr 2025 hinausgingen, heißt es.

Am besten schneiden in der Studie Delta Air Lines, United Airlines, Lufthansa und ANA All Nippon ab. Auf einer Skala von 0 bis 4 erreichen sie Niveau 4, womit TPI ihnen eine strategische Herangehensweise bescheinigt. Das heißt, diese Fluggesellschaften haben sich Reduktionsziele für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gesetzt, sie berücksichtigen die Folgen des Klimawandels bei ihrer strategischen Planung und entwerfen Klimaszenarien. Insgesamt wurden für die Untersuchung bis zu 17 Indikatoren herangezogen, um die Management-Leistungen zu bewerten.

«Kompensation ist kein Ersatz»

Niveau 3 (Integration in den Betrieb und Entscheidungsfindung) erreichen Alaska Airlines, IAG, Japan Airlines, Jetblue, Latam und Qantas. Stufe 2 (Aufbau von Kapazitäten) listet American Airlines, Easyjet, Indigo und Southwest auf. Nur für Level 1 (Bewusstsein) reicht es bei Air China, China Southern, Korean Air, Singapore Airlines und Turkish Airlines. Level 0 (in Unkenntnis) bleibt Wizz Air vorbehalten, allerdings merkt Transition Pathway Initiative an, dass die ungarische Airline mittlerweile Daten vorlegt hat, die noch nicht in die Studie eingeflossen sind. Im Durchschnitt aller 20 Fluggesellschaften ergebe sich ein Wert von 2,4, was weniger sei, als etwa in der Automobilbranche, so die Untersuchung.

TPI-Vorsitzende Faith Ward fordert die Airlines auf, ihre Reduktionsziele bis 2030 und darüber hinaus zu erweitern und dabei nicht nur auf Klimakompensation zu setzen. Das sei « kein Ersatz für eine klare Strategie, Emissionen zu reduzieren», so Ward. Die Initiative zitiert auch Manager David Russell vom britischen Pensionsfonds Universities Superannuation Scheme mit der Forderung: «Die Branche muss in der Lage sein, ihren Investoren zu erklären, wie er den Wandel in eine CO2-ärmere Zukunft bewältigen will.»

Easyjet aktuell vorbildlich

TPI ist angesiedelt an einem Klimaforschungsinstitut der London School of Economics and Political Science und wird getragen von Investmentfirmen mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit. Diese verwalten laut der Initiative mehr als 11,5 Milliarden Euro an Kundengeldern.

Die Studie hat ebenfalls aktuelle C02-Bilanzen der 20 börsennotierten Airlines untersucht. Laut TPI gibt es jedoch keinen klaren Zusammenhang zwischen beiden Bewertungen. So erreicht etwa Easyjet bei der Zukunftsplanung nur Stufe 2, macht bei aktuellen CO2-Ausstoß aber eine gute Figur. Auch Alaska Airlines ist in dieser Hinsicht besser als die Konkurrenz. Die japanische ANA hat dagegen trotz Niveau 4 zurzeit mit die höchsten Emissionen, gemeinsam mit Japan Airlines, Korean Air und Singapore Airlines.

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