Airbus A380 von British Airways am Flughafen Heathrow: Die Klimaneutralität wird deutlich teurer.

Neue PrognoseEmissionsziel kostet Luftfahrtbranche 480 Milliarden Euro mehr als gedacht

Die gute Nachricht: Das Netto-Null-Ziel ist bis 2050 noch erreichbar. Die schlechte: Es wird deutlich teurer. In zwei Aspekten hat die Luftfahrtbranche sich verschätzt.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Die Luftfahrtbranche hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Airlines, Flugzeughersteller und Zulieferer setzen auf eine Kombination verschiedener Maßnahmen: effizientere Flugzeuge, nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF), wasserstoffbetriebene Flugzeuge, elektrisches und hybrides Fliegen sowie verbesserte Flugrouten und -verfahren.

Vertreter von Airlines for Europe (A4E), dem Flughafenverband ACI Europe, ASD – dem Verband der europäischen Luft- und Raumfahrt-, Sicherheits- und Rüstungsindustrie – sowie Canso, dem Branchenverband der Flugsicherungsorganisationen, haben am 4. Februar eine aktualisierte Version ihres Netto-Null-Plans aus dem Jahr 2021 vorgestellt. Sie bekräftigen, dass das Ziel erreichbar sei – allerdings zu einem deutlich höheren Preis als ursprünglich angenommen. Die erwarteten Mehrkosten belaufen sich laut ihrer Prognose auf 480 Milliarden Euro.

SAF ist zu knapp und zu teuer

Hauptgrund für die Mehrkosten sind die steigenden Kosten für die Umstellung auf nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF). Das Problem ist die geringe Verfügbarkeit und der damit verbundene enorm hohe Preis. Vorteil von SAF ist, dass der Treibstoff in aktuellen Flugzeugtriebwerken verwendet werden kann.

Anders sieht es bei wasserstoffangetriebenen Flugzeugen aus. Diese Technik setzt die Entwicklung neuer Antriebe beziehungsweise ganz neuer Flugzeuge voraus. Und an dieser Stelle ist die Entwicklung langsamer, als von den Verbänden in ihrer Prognose von 2021 angenommen wurde. In ihrer ersten Prognose gingen die Branchenverbände noch davon aus, dass Wasserstoffantriebe 2050 rund 20 Prozent des Luftverkehrs ausmachen würden. In der aktualisierten Prognose wird dieser Anteil jedoch nur noch auf sechs Prozent geschätzt.

Kaum wasserstoffbetriebene Flugzeuge

Die Verzögerung liegt am geringeren Marktanteil wasserstoffbetriebener Flugzeuge und der späteren Einführung entsprechender Single-Aisle-Modelle. Airbus plant ein solches Flugzeug bis 2035, betont jedoch, dass Infrastrukturherausforderungen, insbesondere die Verfügbarkeit von erneuerbarem Wasserstoff, «langsamer als erwartet» verlaufen.

«Wasserstoffbetriebene Flugzeuge sind fast von der Landkarte verschwunden», sagte Carlos López de la Osa, Luftfahrtmanager beim europäischen Verband Transport & Environment (T&E), der Financial Times. Er fordert, dass Europa den Markt für emissionsfreie Flugzeuge zurückgewinnt – durch gezielte politische Maßnahmen und den Druck auf Hersteller, ihre Versprechen einzuhalten.

Unterstützung durch die Politik gefordert

«Die Kosten für die Umstellung auf den Netto-Nulltarif sind in die Höhe geschnellt. Wir als Luftfahrtindustrie können das einfach nicht alleine schaffen», sagte Olivier Jankovec, Verbandsdirektor Olivier Jankovec von ACI Europe und fordert Unterstützung von der Politik.

Die EU-Kommission muss ihre Anstrengungen verstärken, um die Bemühungen der Luftfahrtindustrie gezielt zu unterstützen, fordert Europas Flughafenverband. Dazu gehört, dass die Produktionskosten für SAF deutlich sinken müssen. Gleichzeitig sollen der Clean Industrial Deal und der Sustainable Transport Investment Plan (STIP) die strategische Bedeutung der Luftfahrt in Europa widerspiegeln.

Mehr Innovation

Zudem ist eine verstärkte Förderung von Forschung und Innovation notwendig – etwa durch Programme wie Clean Aviation, die neue Flugzeugtechnologien vorantreiben, oder SESAR, das Effizienzsteigerungen im Flugverkehrsmanagement ermöglicht.

Mehr zum Thema

Kondensstreifen am Himmel: Forschende der Universität Cambridge fordern eine drastische Verringerung.

Langsamer fliegen, um die Umwelt zu schonen

Der Flughafen St. Gallen-<span style="font-weight: 400;">Altenrhein steht bei der Dekarboniserung auf Stufe 1.</span> Der Airport ist aber zum ersten Mal dabei.

Nur ein Flughafen ist vorbildlich in Sachen Klimaschutz

57 weitere europäische Flughäfen verpflichten sich auf Netto-Null ab 2050 - neu auch Friedrichshafen und Köln/Bonn

57 weitere europäische Flughäfen verpflichten sich auf Netto-Null ab 2050 - neu auch Friedrichshafen und Köln/Bonn

Flugzeug eines ungarischen Billigfliegers: Klimatechnisch ganz weit vorne.

Diese Airlines schaden dem Klima am wenigsten

Video

Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Bildschirmfoto 2026-11-04 um 125453
Ein Learjet 60 stürzte fast senkrecht auf eine Straße in Florida, neun Menschen starben. Jetzt wurden Teile des Höhenruders gefunden - bis zu 6,1 Kilometer vom Wrack entfernt.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
learjet absturz florida 01
Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat sich zum tödlichen Absturz des Bombardier Learjet 60 in Florida geäußert. Das sind die Erkenntnisse über die letzten Minuten des Unglücksfluges, der in ein Wohngebiet stürzte.
Timo Nowack
Timo Nowack