Passagierin am Check-In-Schalter: Ungeliebtes Manöver.

Selbst ist der Passagier

Eine Umfrage zeigt: Passagiere wollen nicht durch jeden Schritt der Flugreise geführt werden. Selbstständigkeit ist ihre Priorität. Die Branche stellt sich darauf ein.

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70 Prozent aller Passagiere besitzen inzwischen ein Smartphone, im Jahr zuvor waren es noch 54 Prozent. Das ergab eine Umfrage der Société internationale de télécommunications aéronautiques (Sita). Sie ist ein Konsortium der weltweit größten Fluggesellschaften und untersuchte in ihrer Studie «Passenger Self Service Survey», ob die neuen mobilen Technologien tatsächlich einen starken Einfluss auf die Entwicklung des Verhaltens haben. Und tatsächlich: «Wir befinden uns kurz vor einem explosiven Wachstumsschub, was die mobilen Angebote für Passagiere betrifft», prophezeit Sita-Chef Francesco Violante. Das rasante Wachstum der intelligenten Mobiltelefone habe zur Folge, dass diese für die Reisenden immer wichtiger würden, um Zeitaufwand und Stress zu reduzieren.

Rund 90 Prozent der 2526 befragten Reisenden aus über 70 Ländern wünschen sich inzwischen ein selbstständiges Einsteigen ohne Hilfe von Flughafen oder Fluglinie. Hauptgrund für diesen Wunsch, so Sita, sei auch, dass sich so lästige Wartezeiten reduzieren. Und sowohl Fluggesellschaften als auch Airports stellen sich offenbar darauf ein. So probiert etwa der amerikanische Billigflieger Jet Blue in Las Vegas, mit Toren wie in einer U-Bahn-Stationen in London oder Paris den Passagieren das Boarden selbstständig zu ermöglichen.

Absage an Social Media

Und auch schon vor dem Einsteigen wollen die Passagiere laut Sita mehr Eigenverantwortlichkeit. Bisher begrenzte sich das auf den Check-In. Das Gepäck muss man meist, selbst wenn man bereits Online oder am Automaten eincheckte, noch einem Airline-Angestellten übergeben. Auch hier wäre ein Großteil der Reisenden bereit, für weniger Wartezeiten mehr Eigenverantwortlichkeit zu zeigen. Für 68 Prozent der Befragten war die automatisierte Gepäckabgabe die Neuerung, die sie sich am meisten wünschen.

Ein Trend, der sich auf das Reiseverhalten nicht so auswirkt, wie vielleicht einmal angenommen, ist die Social-Media-Aktivität. Zwar ist die Nutzungsrate bei Reisenden mit 68 Prozent relativ hoch. Doch für ihre Reisevorbereitungen nutzen sie den Kanal eigentlich eher nicht. Mobile Angebote und die Webseiten der Airlines bleiben die Favoriten.

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