Airbus A330 von SAA: Im kommenden Jahr könnte ein weiteres Langstreckenziel dazukommen.

AusbauplanTrotz geplatztem Verkauf fühlt sich South African Airways wohl mit Plan B

Im März platze der Verkauf der südafrikanischen Nationalairline. Trotzdem sieht sich South African Airways gut aufgestellt, dank moderatem Wachstum und mehr Fliegern im Eigentum.

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Nicht der HSV, der 1. FC Köln oder der VfB Stuttgart sind die Vereine mit den meisten Trainerwechseln in den vergangenen fünf Jahren. Es ist Mainz 05. Die 05er haben seit der Saison 2018/19 bis heute neun Trainer verschlissen, Interimslösungen mitgerechnet. In der Luftfahrt gilt der Chefsessel bei South African Airways als Schleudersitz. Die Fluglinie kommt auf acht Geschäftsführer seit 2014.

Die Mitarbeitenden sind leidgeprüft. Das betont auch der aktuelle SAA-Interimschef John Lamola im Gespräch mit südafrikanischen Medien. «Die Angestellten sind abgehärtet und haben das Schlimmste schon erlebt». Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liege bei 15 Jahren. Die meisten hätten alle zwei Jahre neue Chefs kommen und gehen sehen. «Es sind also sehr entspannte, unverwüstliche Leute, die sich der Marke SAA verpflichtet fühlen und ihren Job lieben», so Lamola.

Langsames Wachstum

Der Chef prophezeit der Fluggesellschaft eine goldene Zukunft, trotz oder gerade wegen des geplatzten Verkaufs an das Konsortium Takatso. Die südafrikanische Regierung hatte den Verkauf von 51 Prozent im März abgeblasen. Einerseits hätte der Kaufpreis nicht mehr gestimmt, weil sich der Wert der Fluglinie im Laufe der Verhandlungen gesteigert hat. Zum anderen hätte das Konsortium Vereinbarungen nicht eingehalten.

Laut Lamola greift nach dem geplatzten Verkauf jetzt Plan B. Dieser sieht eine Ausweitung der Flugrouten und den Kauf von neuen Flugzeugen vor. Aktuell betreibt South African Airways 14 Strecken. «Wir konzentrieren uns auf unseren wichtigsten Markt, nämlich den regionalen Markt in Afrika. Und natürlich auf den Inlandsmarkt». Außerhalb Afrikas hat die Fluglinie nur zwei Strecken im Angebot - São Paulo und Perth.

21 Flugzeuge, 21 Routen

Im nächsten Jahr könnte eine weitere «sehr lukrative» Interkontinentalstrecke dazukommen, so der Interimschef. In den kommenden Jahren will SAA sieben neue Routen aufnehmen, um künftig auf 21 Routen unterwegs zu sein. Voraussetzung dafür ist eine Vergrößerung der Flotte. Überstürzen will Lamola nichts. Die Flotte soll langsam von aktuell 15 auf künftig 21 Flugzeuge wachsen.

Wann South African Airways neue Flugzeuge kaufen werde, werde gerade evaluiert, so der Chef von SAA. Wahrscheinlich erst nach 2028, denn Lamola würde gerne Flugzeuge der neuesten Generation kaufen, um den CO2-Fußabdruck möglichst gering zu halten. Und der Interimschef geht davon aus, dass ab 2028 wieder mehr Flugzeuge am Markt verfügbar sein werden.

Mehr Eigentum, weniger Leasing

Er betont auch, dass er Flugzeuge kaufen will, um die Leasingquote weiter herunterzufahren. Denn nur zwei der 15 Maschinen, die SAA aktuell betreibt, gehören South African Airways. Lamola nennt eine Zielmarke von etwa 40 Prozent Leasing und 60 Prozent Eigentum. Gegen Kurzzeitleasing spreche auch, dass man mit einer weißen Leasing-Flotte keine Marke aufbauen könne.

Die neue SAA soll keine Replik der alten South African Airways sein. Lamola betont, dass die neue Airline auf einem anderen Geschäftsmodell basiere: Kleiner, regionaler und nicht vom Steuerzahler, sondern eigenfinanziert.

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