Die Kabinengewerkschaft meldete sich erst am Dienstag (4. Juli) zu Wort. Mit dem am Freitag gemeinsam mit Verdi, Personalvertretung und Condor verhandelten Tarifergebnis habe man Vergütungserhöhungen zwischen 17 bis 34 Prozent für das Kabinenpersonal bei Condor vereinbaren können, schreibt Ufo. Darin enthalten seien neue Gehaltsstufen und eine steuerfreie Inflationsprämie in Höhe von 3000 Euro, die in mehreren Etappen bis Ende 2024 ausgezahlt wird.
«Mit diesen Gehaltssteigerungen und Einmalzahlungen konnten wir endlich den längst überfälligen finanziellen Ausgleich für die massiven Mehrbelastungen für das Kabinenpersonal bei Condor verhandeln», so Ufo-Vorsitzender Daniel Kassa Mbuambi. Doch dabei belässt er es nicht. «Gleichzeitig müssen wir aber auch einen wichtigen Passus im Manteltarifvertrag verteidigen, in dem es um die Kontrolle der Arbeitsbelastung unserer Kolleg*innen geht», sagt Daniel Mbuambi.
Ufos Vorwurf in der Mitteilung: «Condor versucht im Zuge des Vergütungsabschlusses eine aus ihrer Sicht lästige Schiedsstelle loszuwerden.» Diese habe Ufo 2020 implementiert «als es im Zuge der 'Aufhübschung' der Condor für einen Investor zu so einschneidenden Eingriffen in die Arbeitsbedingungen gekommen ist, dass ein Sicherungsnetz unverzichtbar erschien».
Die Ufo-Befürchtungen hätten sich sich leider bewahrheitet. «Die Schiedsstelle musste bereits angerufen werden», so die Gewerkschaft. Ein Verzicht wäre nun nicht zu verantworten. «Der Versuch eine längst überfällige Vergütungsanpassung mit einem massiven Einschnitt in tarifvertraglich abgesicherte Minimalstandards zur Arbeitsbelastung an Bord zu verknüpfen, ist unanständig», kritisiert Christian Bötte-Lüdemann, Ufo-Vorstand und Verhandlungsführer bei Condor.