Neue US-Sanktionen führen zu erheblichen Einschränkungen im internationalen Flugverkehr von und nach Iran. Georgien und Aserbaidschan haben Flüge offiziell ausgesetzt. Ein Reisebüro in Teheran erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, auch Verbindungen nach Bagdad, Maskat und Katar seien gestoppt worden. Andere Ziele werden dagegen weiterhin angeflogen.
US-Finanzminister Scott Bessent hatte die neuen Maßnahmen am Montag angekündigt. Am Mittwoch erklärte er, nach seiner Einschätzung seien inzwischen «wahrscheinlich mehr als 80 oder 90 Prozent» der internationalen Flüge aus Iran eingestellt worden. Die Sanktionen sind Teil des wachsenden wirtschaftlichen Drucks der USA auf Iran nach fast sieben Monaten Krieg.
Ganz zum Erliegen gekommen ist der internationale Flugverkehr allerdings nicht. Trotz der neuen Maßnahmen landete am Mittwoch ein Flug von Mahan Air aus Teheran im chinesischen Guangzhou. Auch eine Verbindung nach Shanghai war vorgesehen. China hatte bereits am Dienstag erklärt, die US-Sanktionen abzulehnen.Uneinheitlich ist die Lage auch bei Flügen in die Türkei. Einige Verbindungen nach Istanbul wurden gestrichen, andere standen weiterhin im Flugplan.
Nach Angaben des Reisebüros in Teheran ist die Situation allerdings so unsicher, dass vorerst keine Tickets mehr verkauft würden. Auch Verbindungen nach Armenien, Dubai sowie ins irakische Najaf waren weiterhin vorgesehen.Besonders unklar ist die Situation im Irak. Iranische Medien berichteten, Bagdad akzeptiere keine iranischen Flüge mehr. Gleichzeitig liefen Verbindungen nach Najaf am Mittwoch nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim weiterhin normal. Iranische Behörden prüfen demnach, Flüge nach Bagdad nach Najaf umzuleiten.
Iraks Regierung hat eine Einstellung der Verbindungen bislang nicht offiziell angekündigt, mehrere Quellen erklärten gegenüber AFP jedoch, das Land werde die US-Maßnahmen umsetzen.Iran reagiert seinerseits mit Drohungen gegen Nachbarländer, die sich den Sanktionen anschließen. Mohsen Rezaei, Chef des höchsten nationalen Sicherheitsrates, erklärte, Staaten, die mit den USA kooperierten, müssten damit rechnen, dass ihre Flughäfen künftig nicht mehr aus Iran angeflogen würden.