Zum zehnten Jahrestag des internationalen Klimaschutzsystems Corsia werben die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao und der Airline-Dachverband Iata für dessen weitere Umsetzung. Corsia wurde 2016 von der Icao-Vollversammlung beschlossen und soll das Wachstum der internationalen Luftfahrt seit 2020 CO₂-neutral gestalten.
Nach Angaben der Icao nehmen inzwischen mehr als 130 Staaten an Corsia teil. Bis Ende 2026 soll das System rund 200 Millionen Tonnen CO₂ kompensiert haben. Die Iata erwartet, dass Corsia ab 2027 rund 85 Prozent der globalen Emissionen des internationalen Luftverkehrs abdecken wird. Bis zum Ende der Laufzeit könnten laut Iata bis zu 120 Milliarden US-Dollar an Klimafinanzierung mobilisiert werden.
Die Iata warnt vor einer Ausweitung des europäischen Emissionshandelssystems EU ETS auf weitere internationale Flugverbindungen. Dies könne Corsia durch zusätzliche regionale oder bilaterale Regelungen schwächen. Der Verband fordert stattdessen, Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel für nachhaltige Flugkraftstoffe, Infrastruktur und neue Technologien einzusetzen.
Corsia funktioniert dabei als Kompensationssystem: Überschreiten die CO₂-Emissionen einer Airline das für sie geltende Basisniveau, muss sie zusätzliche Emissionen durch den Kauf zugelassener Emissionsgutschriften ausgleichen.