Condor und die Vereinigung Cockpit (VC) haben sich in Tarifverhandlungen auf ein Zukunftspaket verständigt - das teilte die Cockpitcrew-Gewerkschaft am Donnerstag (29. Oktober) mit. In der Mitgliederabstimmung stimmten 67 Prozent aller stimmberechtigten VC-Mitglieder dem Verhandlungsergebnis zu. Die Wahlbeteiligung lag bei 89,1 Prozent. Damit ist das Zukunftspaket angenommen, dessen Ausgangspunkt nötige Einsparungen waren.
Das Zukunftspaket sieht laut VC zeitlich befristete wirtschaftliche Zugeständnisse der Pilotinnen und Piloten vor, darunter Nullrunden bei der Vergütung. Zugleich enthält es für den vereinbarten Zeitraum einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. «Darüber hinaus konnten wesentliche und langfristig wirksame Verbesserungen der Arbeitsbedingungen vereinbart werden», schreibt die Gewerkschaft. «Dazu zählen insbesondere das neue 'Phi-Freizeitmodell', das die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern soll, sowie eine spätere Vergütungssteigerung von sieben Prozent.» Das Paket verbinde wirtschaftliche Beiträge der Beschäftigten mit Beschäftigungssicherung und tariflichen Verbesserungen.
«Wir wissen, dass der Kompromiss nicht bei allen Mitgliedern Jubel auslöst», so Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. «Entscheidend ist aber, dass wir auch eine wichtige Absicherung der Arbeitsplätze erreichen konnten». Aus einer ursprünglichen Einsparforderung sei ein Gesamtpaket entstanden, das befristete Beiträge mit dauerhaften Verbesserungen und dem Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen verbinde.
Die Vereinigung Cockpit sieht in der Einigung auch ein Signal über Condor hinaus: «Wer Sozialpartnerschaft ernst nimmt, kann nicht nur Forderungen stellen, sondern muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen», kommentierte Pinheiro. «Condor und die VC haben gezeigt, dass selbst unter erheblichem wirtschaftlichem Druck Lösungen möglich sind, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaft einander als Partner auf Augenhöhe begegnen. Davon würden wir uns auch an anderer Stelle mehr wünschen.»