Air-India-Logo: Die Airline verteidigt sich.

Untersuchung abgeschlossenStrafe und Lizenzentzug nach Pinkel-Vorfall bei Air India

Nachdem ein Passagier auf eine Mitreisende uriniert haben soll, wird die Airline von der Behörde scharf kritisiert. Doch Air India sieht das als nicht gerechtfertigt an. Und lässt Zweifel an der ursprünglichen Version des Ereignisses aufkommen.

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«Unprofessionell» nannte die indische Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation DGCA Air Indias Verhalten – das hört niemand gerne über sich. Für die Airline, die gerade versucht, sich wieder einen vertrauenswürdigen Ruf und ein Premium-Image zu erarbeiten, war das besonders ärgerlich. Die scharfe Kritik der DGCA erfolgte nach einem Vorfall, bei dem ein Passagier auf eine andere Reisende an Bord uriniert haben soll.

Weil die Fluggesellschaft den Vorfall nicht direkt als Zwischenfall mit einem Unruly Passenger gemeldet hatte, wurde ihr nun eine Strafe von umgerechnet rund 34.000 Euro auferlegt. Die Lizenz des Piloten wurde zudem suspendiert. Das sei übertrieben, schreibt die Fluglinie in einer Mitteilung. Man werde dem Mitarbeiter helfen, Einspruch zu erheben.

Zweifel an der ursprünglichen Darstellung

Die interne Untersuchung des Zwischenfalls hat die Fluggesellschaft nun abgeschlossen. Ein wirkliches Ergebnis gibt es nicht. Doch die Mitteilung der Airline lässt durchscheinen, dass man zumindest Zweifel daran hat, dass sich alles so zugetragen hat, wie zunächst angenommen. «Da es keine Zeugen gab, nahm die Besatzung die Behauptung der Beschwerdeführerin für bare Münze und half ihr, indem sie ihr frische Kleidung zur Verfügung stellte, ihr beim Reinigen ihrer Sachen half und sie auf einen anderen Business-Class-Sitz des gleichen Typs wie ihren ursprünglichen Sitzplatz versetzte», heißt es.

Als er geweckt und mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, habe sich der mutmaßliche Täter ruhig und kooperativ gezeigt und beteuert, nichts von dem zu wissen, was ihm vorgeworfen wurde. Er habe keinen übermäßigen Alkohol ausgeschenkt bekommen und auf die Besatzung nicht betrunken gewirkt, so die Fluggesellschaft weiter.

Keine Unschuldsvermutung

Der Kapitän sei von der Kabinenbesatzung regelmäßig auf dem Laufenden gehalten worden. Nach Einschätzung der Besatzung stellte der mutmaßliche Täter zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für die Flugsicherheit dar. Aus diesem Grund, und weil die beiden Parteien an Bord eigentlich eine Einigung erzielt hatten, habe man den Vorfall nicht als meldepflichtigen Fall eines Unruly Passengers eingestuft.

Air India kritisiert, dass man von der Crew erwarte, dass sie trotz fehlender Zeugen des Vorfalls die Schuld des Passagiers hätte annehmen sollen. Das verstoße gegen die Unschuldsvermutung. Der Vorfall war in die Medien geraten, nachdem die Passagierin sich nach dem Flug beschwert hatte. Der Mann habe auf sie uriniert, aber für ihn habe das keine Konsequenzen gehabt.

Mann bestreitet Vorwürfe

Die Crew habe der Frau einfach einen Pyjama und Einwegpantoffeln geben, um sich umziehen zu können. Inzwischen untersucht auch die Polizei den Vorfall. Der Beschuldigte erklärte, er habe nie auf seine Mitreisende uriniert. Vielmehr sei ihr selber ein Missgeschick geschehen.

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