Air-India-Logo: Die Airline verteidigt sich.

Untersuchung abgeschlossenStrafe und Lizenzentzug nach Pinkel-Vorfall bei Air India

Nachdem ein Passagier auf eine Mitreisende uriniert haben soll, wird die Airline von der Behörde scharf kritisiert. Doch Air India sieht das als nicht gerechtfertigt an. Und lässt Zweifel an der ursprünglichen Version des Ereignisses aufkommen.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

«Unprofessionell» nannte die indische Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation DGCA Air Indias Verhalten – das hört niemand gerne über sich. Für die Airline, die gerade versucht, sich wieder einen vertrauenswürdigen Ruf und ein Premium-Image zu erarbeiten, war das besonders ärgerlich. Die scharfe Kritik der DGCA erfolgte nach einem Vorfall, bei dem ein Passagier auf eine andere Reisende an Bord uriniert haben soll.

Weil die Fluggesellschaft den Vorfall nicht direkt als Zwischenfall mit einem Unruly Passenger gemeldet hatte, wurde ihr nun eine Strafe von umgerechnet rund 34.000 Euro auferlegt. Die Lizenz des Piloten wurde zudem suspendiert. Das sei übertrieben, schreibt die Fluglinie in einer Mitteilung. Man werde dem Mitarbeiter helfen, Einspruch zu erheben.

Zweifel an der ursprünglichen Darstellung

Die interne Untersuchung des Zwischenfalls hat die Fluggesellschaft nun abgeschlossen. Ein wirkliches Ergebnis gibt es nicht. Doch die Mitteilung der Airline lässt durchscheinen, dass man zumindest Zweifel daran hat, dass sich alles so zugetragen hat, wie zunächst angenommen. «Da es keine Zeugen gab, nahm die Besatzung die Behauptung der Beschwerdeführerin für bare Münze und half ihr, indem sie ihr frische Kleidung zur Verfügung stellte, ihr beim Reinigen ihrer Sachen half und sie auf einen anderen Business-Class-Sitz des gleichen Typs wie ihren ursprünglichen Sitzplatz versetzte», heißt es.

Als er geweckt und mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, habe sich der mutmaßliche Täter ruhig und kooperativ gezeigt und beteuert, nichts von dem zu wissen, was ihm vorgeworfen wurde. Er habe keinen übermäßigen Alkohol ausgeschenkt bekommen und auf die Besatzung nicht betrunken gewirkt, so die Fluggesellschaft weiter.

Keine Unschuldsvermutung

Der Kapitän sei von der Kabinenbesatzung regelmäßig auf dem Laufenden gehalten worden. Nach Einschätzung der Besatzung stellte der mutmaßliche Täter zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für die Flugsicherheit dar. Aus diesem Grund, und weil die beiden Parteien an Bord eigentlich eine Einigung erzielt hatten, habe man den Vorfall nicht als meldepflichtigen Fall eines Unruly Passengers eingestuft.

Air India kritisiert, dass man von der Crew erwarte, dass sie trotz fehlender Zeugen des Vorfalls die Schuld des Passagiers hätte annehmen sollen. Das verstoße gegen die Unschuldsvermutung. Der Vorfall war in die Medien geraten, nachdem die Passagierin sich nach dem Flug beschwert hatte. Der Mann habe auf sie uriniert, aber für ihn habe das keine Konsequenzen gehabt.

Mann bestreitet Vorwürfe

Die Crew habe der Frau einfach einen Pyjama und Einwegpantoffeln geben, um sich umziehen zu können. Inzwischen untersucht auch die Polizei den Vorfall. Der Beschuldigte erklärte, er habe nie auf seine Mitreisende uriniert. Vielmehr sei ihr selber ein Missgeschick geschehen.

Mehr zum Thema

Dreamliner von Air India: Die Airline ist in Erklärungsnot.

Air India nach zweitem Pinkel-Vorfall unter Druck

Auf Flug von Air India: Mann uriniert auf Passagierin

Auf Flug von Air India: Mann uriniert auf Passagierin

ticker air-india-neu

Abschlussbericht zum Absturz der Boeing 787 von Air India erst im Oktober erwartet

ticker air-india-neu

Air India digitalisiert Wartungsdokumentation für Boeing 787

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg