KLM-Jet und Solarmodule (Symbolbild): Probleme am Airport Schiphol.

PolderbaanSolarpark blendet Cockpitcrews - Flughafen Amsterdam schließt Piste

Ob Flugzeuge zwischen 10 und 12 Uhr auf der Polderbaan landen dürfen, entscheidet der Flughafen Amsterdam Schiphol jetzt täglich nach der Wettervorhersage. Der Grund: ein naher Solarpark.

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Auf dem Gelände eines Flughafens und auch in dessen Umgebung gibt es oft viel Platz. Freiflächen, die genutzt werden können, etwa zur nachhaltigen Energieerzeugung durch Photovoltaik. An Airports und in deren Nähe gibt es daher viele Solarparks. Erst Ende Januar 2025 weihte der italienische Flughafen Rom Fiumicino die nach eigenen Angaben größte Anlage an einem europäischen Flughafen ein mit 55.000 Solarpaneelen.

Am Airport Amsterdam Schiphol gibt es derweil ein Problem mit der Sonnenergie: Seit dem 4. März 2025 steht die Piste namens Polderbaan (18R/36L) bei sonnigem Wetter zwischen 10:00 und 12:00 Uhr vorerst nicht mehr für Landungen zur Verfügung. Das teilt der Flughafen mit im Namen des Integral Safety Management System ISMS, einem Zusammenschluss der Luftfahrtbranche für eine sichere Luftfahrt in den Niederlanden.

Sicht der Cockpitcrews beeinträchtigt

Zum ISMS gehören neben dem Flughafen auch die niederländische Flugsicherung LVNL sowie die Airlines KLM und Easyjet. Gemeinsam erklären sie, man sehe sich «gezwungen, diese Maßnahme zu ergreifen, um die Sicherheit des Flugverkehrs zu gewährleisten».

«Die Solarmodule unterhalb der Anflugroute zur Polderbaan befinden sich außerhalb des Landebereichs, beeinträchtigen jedoch aufgrund der Blendung bei Sonnenschein die Sicht der Piloten», heißt es in der Erklärung. «Aufgrund der Position der Sonne tritt dieser Effekt morgens auf.» Cockpitcrews hätten dies in letzter Zeit mehrfach gemeldet.

Gespräche mit Gemeinde Haarlemmermeer

Täglich wird nun anhand der Wettervorhersagen beurteilt, ob die Polderbaan für Landungen eingesetzt werden kann oder nicht. Man wolle die Sperrungen «auf ein Minimum beschränken, da die Nichtnutzung der Polderbaan Auswirkungen auf den Lärmpegel rund um Schiphol haben wird», erklärt das ISMS. Denn die Flugzeuge fliegen dann anders an: «Der Landeverkehr wird häufiger die Zwanenburgbaan und Buitenveldertbaan nutzen.»

Es habe bereits zuvor Konsultationen mit der Gemeinde Haarlemmermeer über die Installation von Solarmodulen in der Nähe von Schiphol gegeben, heißt es weiter. Der Luftfahrtsektor habe deutlich gemacht, dass Spezialglas notwendig sei, das Sonnenlicht absorbiere und nicht reflektiere, um die Flugsicherheit nicht zu gefährden.

Suche nach einer Lösung läuft

«Die Gemeinde Haarlemmermeer und der Eigentümer des Solarparks arbeiten in Absprache mit dem Luftfahrtsektor intensiv an einer strukturellen Lösung», so das ISMS. Vorerst gelte die Maßnahme bis 23. März - «oder früher, falls eine dauerhaftere Maßnahme verfügbar ist».

Laut dem niederländischen Sender NH Nieuws liegt der problematische Solarpark in der Nähe des Autobanhkreuzes A9/A200 - allerdings sollen mittlerweile größere Flächen mit Solarmodulen gefüllt sein, als die Google-Maps-Karte es zeigt:

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