Inmarsat 4: Die Daten der Satelliten-Betreiberin halfen, MH370 zu finden.

So kam man MH370 auf die Spur

Mit Hilfe von Satellitendaten eruierten Experten, wo die Boeing 777 von Malaysia Airlines hinflog und wann sie abstürzte. Ein Problem bleibt aber weiter ungelöst.

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Für die Angehörigen ist es ein Schock. Mit der Ankündigung des malaysischen Premierminister Najib Razak wurde für sie am Montag (24. März) endgültig bestätigt, was sie wohl bis zum Ende nicht wahrhaben wollten. Keiner der 239 Insassen der Boeing 777-200 von Malaysia Airlines hat überlebt. «Es tut mir unfassbar leid, dass ich Ihnen mitteilen muss, dass Flug MH370 im Indischen Ozean endete», erklärte der Regierungschef. Er stützte sich dabei auf Analysen der Experten von Inmarsat.

Inmarsat wurde ursprünglich gegründet, um Schiffen die Kommunikation auf See zu ermöglichen. Heute ist das britische Unternehmen auch stark in der Luftfahrt aktiv. Es ermöglicht unter anderem Passagieren, Telefonate an Bord zu führen, hilft Crews, Wetterdaten zu bekommen und der Betriebszentrale der Airlines, die Position der Flugzeuge der Flotte zu bestimmen, sowie Flieger automatisch zu überwachen. Man habe auf Grund «detaillierter Analysen und Modellrechnungen der Nachrichten, welche Flug MH370 und andere Flüge über das Inmarsat-Netz sandten, zusätzliche Informationen» an die Behörden übergeben können, so das Unternehmen in einer Medienmitteilung.

Die Hilfe des Doppler-Effektes

Die Kommunikationssysteme von Flug MH370 waren zwar deaktiviert. Dennoch sandte die Boeing 777 stündlich einen so genannten Ping an Inmarsat-Satelliten. Das schwache Signal stammte offenbar aus einer Sendestation im Flugzeug, die normalerweise Zeitangaben synchronisiert, wie die Zeitung The Telegraph schreibt. Daraus konnten die Experten von Inmarsat eruieren, dass MH370 nach dem Kommunikationsverlust noch mindestens fünf Stunden über dem Indischen Ozean weitergeflogen sein muss. Denn sie erhielten noch fünf Pings.

Gleichzeitig konnte Inmarsat zwei mögliche Routen errechnen - eine nach Norden und eine nach Süden. Dabei half ihnen der Doppler-Effekt, die zeitliche Veränderung eines Signals bei Veränderungen des Abstands zwischen Sender und Empfänger. Diese noch nie angewandte Methode wurde dann verfeinert. Die theoretischen Flugrouten von MH370 wurden mit den Daten vergleichen, welche Flugzeuge auf ähnlichen Routen sandten. «So konnten wir zweifelsfrei sagen, dass das Flugzeug die Südroute nahm», so Inmarsat-Sprecher Chris McLaughlin zum Telegraph.

Suchgebiet noch immer viel zu groß

Nur eines wussten die Experten nicht, die bei ihren Berechnungen vom britischen Air Accidents Investigation Branch unterstützt wurden. Sie wussten nicht, wie schnell die B777 unterwegs war. Sie nahmen aber 450 Knoten oder 830 Stundenkilometer an. So kam man auf die theoretische letzte Position. Und da es dort weit und breit keinen Ausweichflughafen gibt, geht Malaysia angesichts ebenfalls fehlender Lebenszeichen davon aus, dass die Maschine ins Meer gestürzt sein muss.

Experten aus Australien und den USA konnten dank dieser Angaben ihrerseits die Suche nach Trümmern auf rund drei Prozent des südlichen Flugkorridors reduzieren. Dennoch bleibt aber ein Problem. Die Fläche ist noch immer viel zu groß, um nach der Blackbox suchen zu können. «Die verfügbaren Informationen reichen derzeit nicht aus, um eine Unterwassersuche zu starten», schreibt das französische Bureau d'Enquêtes et d'Analyses BEA, das einschlägige Erfahrungen mit Flug AF447 gesammelt hatte. Daran könne man erst bei einem reduzierten Suchgebiet denken.

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