Inmarsat 4: Die Daten der Satelliten-Betreiberin halfen, MH370 zu finden.

So kam man MH370 auf die Spur

Mit Hilfe von Satellitendaten eruierten Experten, wo die Boeing 777 von Malaysia Airlines hinflog und wann sie abstürzte. Ein Problem bleibt aber weiter ungelöst.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Für die Angehörigen ist es ein Schock. Mit der Ankündigung des malaysischen Premierminister Najib Razak wurde für sie am Montag (24. März) endgültig bestätigt, was sie wohl bis zum Ende nicht wahrhaben wollten. Keiner der 239 Insassen der Boeing 777-200 von Malaysia Airlines hat überlebt. «Es tut mir unfassbar leid, dass ich Ihnen mitteilen muss, dass Flug MH370 im Indischen Ozean endete», erklärte der Regierungschef. Er stützte sich dabei auf Analysen der Experten von Inmarsat.

Inmarsat wurde ursprünglich gegründet, um Schiffen die Kommunikation auf See zu ermöglichen. Heute ist das britische Unternehmen auch stark in der Luftfahrt aktiv. Es ermöglicht unter anderem Passagieren, Telefonate an Bord zu führen, hilft Crews, Wetterdaten zu bekommen und der Betriebszentrale der Airlines, die Position der Flugzeuge der Flotte zu bestimmen, sowie Flieger automatisch zu überwachen. Man habe auf Grund «detaillierter Analysen und Modellrechnungen der Nachrichten, welche Flug MH370 und andere Flüge über das Inmarsat-Netz sandten, zusätzliche Informationen» an die Behörden übergeben können, so das Unternehmen in einer Medienmitteilung.

Die Hilfe des Doppler-Effektes

Die Kommunikationssysteme von Flug MH370 waren zwar deaktiviert. Dennoch sandte die Boeing 777 stündlich einen so genannten Ping an Inmarsat-Satelliten. Das schwache Signal stammte offenbar aus einer Sendestation im Flugzeug, die normalerweise Zeitangaben synchronisiert, wie die Zeitung The Telegraph schreibt. Daraus konnten die Experten von Inmarsat eruieren, dass MH370 nach dem Kommunikationsverlust noch mindestens fünf Stunden über dem Indischen Ozean weitergeflogen sein muss. Denn sie erhielten noch fünf Pings.

Gleichzeitig konnte Inmarsat zwei mögliche Routen errechnen - eine nach Norden und eine nach Süden. Dabei half ihnen der Doppler-Effekt, die zeitliche Veränderung eines Signals bei Veränderungen des Abstands zwischen Sender und Empfänger. Diese noch nie angewandte Methode wurde dann verfeinert. Die theoretischen Flugrouten von MH370 wurden mit den Daten vergleichen, welche Flugzeuge auf ähnlichen Routen sandten. «So konnten wir zweifelsfrei sagen, dass das Flugzeug die Südroute nahm», so Inmarsat-Sprecher Chris McLaughlin zum Telegraph.

Suchgebiet noch immer viel zu groß

Nur eines wussten die Experten nicht, die bei ihren Berechnungen vom britischen Air Accidents Investigation Branch unterstützt wurden. Sie wussten nicht, wie schnell die B777 unterwegs war. Sie nahmen aber 450 Knoten oder 830 Stundenkilometer an. So kam man auf die theoretische letzte Position. Und da es dort weit und breit keinen Ausweichflughafen gibt, geht Malaysia angesichts ebenfalls fehlender Lebenszeichen davon aus, dass die Maschine ins Meer gestürzt sein muss.

Experten aus Australien und den USA konnten dank dieser Angaben ihrerseits die Suche nach Trümmern auf rund drei Prozent des südlichen Flugkorridors reduzieren. Dennoch bleibt aber ein Problem. Die Fläche ist noch immer viel zu groß, um nach der Blackbox suchen zu können. «Die verfügbaren Informationen reichen derzeit nicht aus, um eine Unterwassersuche zu starten», schreibt das französische Bureau d'Enquêtes et d'Analyses BEA, das einschlägige Erfahrungen mit Flug AF447 gesammelt hatte. Daran könne man erst bei einem reduzierten Suchgebiet denken.

Mehr zum Thema

ticker sin-kung airways

Sin-Kung Airways startet Frachtbetrieb

Piloten von Air Asia: Künftig sollen sie viel weiter fliegen.

Air Asia beglückt Airbus mit Order für bis zu 70 A321 XLR - und plant globales Wachstum

ticker-malaysian-airlines

Im Bild: Malaysia Airlines präsentiert Airbus A330 mit Manchester-United-Sonderlackierung

Boeing 737 Max über Kuala Lumpur: Malaysia Airlines ordert Nachschub.

Malaysia Airlines gibt Airbus einen Korb - bis zu 60 weitere Boeing 737 Max bestellt

Video

Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Moment der Kollision: Zum Glück verletzte sich der Fahrer nur leicht.
Eine Boeing 767 von United Airlines berührte beim Anflug in Newark einen Lastwagen und einen Lichtmast. Flug UA169 landete dennoch sicher. Brisant: Weder Cockpit noch Flugsicherung registrieren die Kollision zunächst.
Laura Frommberg
Laura Frommberg