Flughafen Bozen: Was passierte beim Ausbau genau?

Flughafen BozenSky-Alps-Chef im Visier der Staatsanwaltschaft

Bei den Ermittlungen gegen den Unternehmer René Benko und sein Umfeld ist auch Josef Gostner ins Visier der Behörden geraten. Er ist Chef der Airline Sky Alps und - in diesem Fall wichtiger - Mehrheitseigentümer des Flughafens Bozen.

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Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Staatsanwaltschaft Trient in Norditalien verdächtigt den Pleitier René Benko, «Anführer einer mafiaartigen kriminellen Vereinigung» zu sein. Ein weiterer Hauptbeschuldigter ist der Bozner Steuerberater Heinz Peter Hager, der - ebenso wie sieben weitere Beschuldigte - unter Hausarrest steht. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 77 Personen. Der Hauptvorwurf: Straftaten gegen die öffentliche Verwaltung, um wirtschaftliche Interessen in der Region Trentino-Südtirol durchzusetzen.

Laut der Nachrichtenagentur APA betreffen die Ermittlungen auch Sky-Alps-Chef Josef Gostner. Demnach war die Firma Heliopolis mit Arbeiten zur Erweiterung der Piste am Flughafen Bozen beauftragt. Sie gehört dem unter Hausarrest stehenden Unternehmer Paolo Signoretti . Zwischen Gostner und ihm soll eine Abmachung bestanden haben, um «Prüfpersonal der italienischen Zivilluftfahrtbehörde Enac in die Irre zu führen, indem der tatsächliche Grundwasserspiegel im Bereich der durch die Flughafenerweiterung betroffenen Fläche verschleiert» worden sei, zitiert APA aus den Ermittlungsakten.

Gostner hält Mehrheit am Flughafen

Die Vorwürfe sind gegen Gostner in seiner Funktion als gesetzlicher Vertreter des Bozner Flughafenbetreibers ABD gerichtet, wie das Südtiroler Nachrichtenportal Stol betont. Gostner hatte den Flughafen im Jahr 2019 als Mehrheitseigentümer mit 52 Prozent übernommen. Seine beiden Partner, die die anderen Teilhaber wurden: René Benko und der österreichische Unternehmer Hans Peter Haselsteiner.

Die Fluggesellschaft Sky Alps gründete Gostner erst später. Der Flugbetrieb startete 2021. Heute besteht ihre Flotte aus 14 De Havilland Canada Dash 8-400. Sie verbinden vor allem Bozen mit verschiedenen Zielen in Europa, in Deutschland etwa mit Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und Berlin. Sky Alps bedient aber auch Inlandsrouten in Italien.

Sky Alps nicht betroffen

Die Fluggesellschaft erklärt gegenüber aeroTELEGRAPH zu den Vorwürfen, «dass diese Untersuchungen Sky Alps nicht betreffen. Wir operieren unabhängig und sehen daher auch keinen Einfluss auf unseren Flugverkehr, der auch 2025 ohne Einschränkungen weitergeführt wird». Tatsächlich sind keine Verbindungen der Ermittlungen zu Sky Alps bekannt.

Gegen Gostner gibt es derweil auch Beschuldigungen in seiner Rolle als Chef der Firma Alerion Clean Power. Es geht um den Vorwurf des Missbrauchs von Insiderinformationen. Das Unternehmen meldete sich laut dem Sender Rai zu Wort und erklärte, Gostner sehe sich als unbeteiligt in der Angelegenheit. Sein Handeln sei völlig rechtmäßig gewesen. Für eine Stellungnahme in Sachen Flughafen Bozen steht Gostner aktuell nicht zur Verfügung.

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