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Moderne trifft Tradition

Sieben Tipps für eine Reise nach Taiwan

Wer das unverfälschte China erleben will, soll nach Taiwan reisen, heißt es. In der Tat bietet die Insel einen faszinierenden Mix aus Modernität und Traditionen.

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Blick auf Taipeh vom Elephant Mountain: Beliebter Ort, um den Sonnenuntergang zu erleben.

Einer ballt die Faust, ein anderer faltet die Hände, ein weiterer verschränkt die Arme vor der Brust und eine legt ihre Hand aufs Herz. In Taiwan sind bald Lokalwahlen. Und die Kandidaten und Kandidatinnen werben auf Plakaten im ganzen Land nicht nur mit Slogans, sondern auch mit Handzeichen. Spätestens beim Erblicken der Wahlpropaganda ist für ausländische Reisende klar: Taiwan ist anders.

Taiwan ist zum einen eine hoch entwickelte Marktwirtschaft. Das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt der Insel liegt gemäß dem Internationalen Währungsfonds bei 69.500 US-Dollar und damit höher als das von Deutschland oder Österreich. Auch weise die Republik China, wie sich Taiwan offiziell nennt, «ein gut entwickeltes Bildungssystem und Forschungsumfeld, gut qualifizierte Arbeitskräfte und einen leistungsfähigen bürokratischen Apparat» auf, so das Urteil der Bertelsmann Stiftung.

Eine hochmoderne Insel …

Das färbt auch auf die Gesellschaft ab. Im globalen Index für menschliche Entwicklung liegt Taiwan auf Rang 23. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist gering. Gemäß der Uno liegt die Insel vor Chinas Küste da auf dem sechsten Platz – das ist die Spitzenposition in Asien. Soziale Spannungen gibt es kaum. Die Menschen reden offen und ungeschminkt – und machen gerne auch mal einen Scherz. Das alles macht die Insel zu einem so interessanten wie angenehmen Reiseland.


Taipeh bei Nacht: Die Stadt hat ein modernes, glitzerndes Antlitz. Bild: aeroTELEGRAPH

Der hohe Entwicklungsstand ist in den Straßen von Taipeh Schritt auf Tritt zu sehen. Menschen laufen mit den neuesten elektronischen Geräten herum, gekleidet in der angesagtesten Mode und überall gibt es trendige Shops und Cafés. Doch das ist nur eine Seite von Taiwan. Auf der Insel kann man zum anderen auch die traditionelle chinesische Kultur nach wie vor gut erkunden, die neben der modernen weiterlebt. Wer das unverfälschte China erleben wolle, soll nach Taiwan reisen, sagen den auch die einen. Hier habe keine Kulturrevolution jahrhundertealte Bräuche ausgelöscht.

… mit tief verankerter Kultur

Ob das stimmt, muss jeder Reisende selbst beurteilen. Aber Traditionelles findet man in Taiwan, das mit einer Größe von 36.193 Quadratkilometer kleiner als die Schweiz ist, tatsächlich überall. Nicht nur auf dem Lande gibt es zahlreiche Tempel, in denen die Menschen noch heute ehrfürchtig Götter verehren und ihnen Opfergaben machen. Man findet die Gotteshäuser auch mitten in Taipeh, mal versteckt in einer Seitenstraße, mal ganz zentral auf einem Platz.

Der Mengjia Longshan-Tempel in Taipeh: Alt neben neu. Bild: aeroTELEGRAPH

Traditionell sind auch die quirligen Nachtmärkte, für die Taiwan berühmt ist. Hier finden man Stände mit Kleidung und Konsumgütern, aber auch zahlreiche kleine Stände mit Essen und Getränken. Hier schlendern Menschen gerne abends, um zu snacken und einzukaufen.

Einsame und dicht besiedelte Küsten

23 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählt Taiwan. Neun Zehntel von ihnen  leben an der dicht besiedelten Westküste, wo auch die Großstädte Kaohsiung, Taichung, Taipei, Taoyuan und Tainan. In der Mitte der Insel zieht sich ein Gebirge von Norden bis Süden und an der Ostküste findet man einsame Küsten mit steil abfallenden Klippen.

Doch was soll man in Taiwan unbedingt besuchen? Sieben Tipps für eine unvergessliche Reise:

1. Taipeh: Durch einen Nachtmarkt schlendern

Auf der Insel gibt es Dutzende von Nachtmärkten, alleine in Taipeh sind es mehr als 30. Einen von ihnen zu besuchen, ist für Taiwan-Reisende schon fast Pflicht. Sie tauchen dort in eine quirlige Welt mit ungewohnten Gerüchen ein. Und sie finden eine Essensauswahl wie kaum anderswo. Einige Ständehaben  sogar Michelin-Sterne. Der größte Nachtmarkt ist Shilin in Taipeh, aber auch einer der touristischsten. Weniger besucht aber durchaus sehr sehenswert ist Nanjichang.


Auf Tag- und Nachtmärkten gibt es in Taiwan Dinge zu entdecken, die für europäische Augen ungewohnt sind. Bild: aeroTELEGRAPH

2. Taipeh: Das Ausgehviertel Ximending erkunden

In Ximending gab es Taiwans erste Fußgängerzone. Heute ist es das Ausgehviertel. In den Straßen finden sich unzählige Shops, Bars und Restaurants. Und wenn Sie nicht gern ausgehen? Genießen Sie das emsige Treiben, die blinkenden Leuchtreklamen, die Straßenmusiker oder gönnen Sie sich wie die Einheimischen einfach eine Fußmassage in einem der vielen Salons. Das Viertel ist auch ein guter Ort zum Übernachten, etwa im Amba Ximending, einem durchgestylten modernen Viersternehaus, das in einem Warenhaus in der Fußgängerzone untergebracht ist.

3. Taipeh: Die Stadt von oben sehen

Natürlich ist es touristisch, den höchsten Wolkenkratzer des Landes zu besuchen. Aber es lohnt sich. An einem schönen Tag ist die Aussicht atemberaubend. Und der Blick von ganz oben (es gibt auch eine Open-Air-Terrasse) erlaubt es, die Hauptstadt Taiwans besser geographische einzuordnen. Zudem ist die rasante Liftfahrt alleine beeindruckend.


Taipei 101 ist mit 508 Metern das höchste Gebäude im Land. Bild: aeroTELEGRAPH

4. Taipeh: Sich unter die Hipster mischen

Rund um die U-Bahn-Station Zhongshan lebt ein modernes Taipeh.  Das Hipsterviertel ist ein wunderbarer Mischmasch aus Backsteingebäuden, gestylten Einkaufszentren und verwinkelten Gassen voller Cafés, Vintage-Kleidungsgeschäften, Tempeln und flippigen Restaurants.

5. Taipeh: Künstlerluft schnuppern

Entlang der Chifeng Street gibt es viele angesagte Cafés, aber auch kleine Museen und viele Restaurants. Die Straße ist von alten Häusern gesäumt, wo sich inzwischen Kreative niedergelassen haben. Hier kann man in aller Ruhe eine Tasse Tee trinken und Künstlerluft schnuppern.

6. Lukang: Geschichte entdecken

Die Hafenstadt 180 Kilometer von Taipeh war früher war historisch gesehen eine der wichtigsten Städte der Insel. Die früheren niederländischen Besatzer erkoren sie zu ihrem Hauptquartier. Heute ist sie unbedeutend, auch weil sich die Bewohnerinnen und Bewohner immer wieder gegen Neuerungen gesträubt haben. Ein Spaziergang durch die Lukang Old Street ist eine Zeitreise. Die Straße ist gesäumt von schön historischen Wohnhäusern. Viele von ihnen beherbergen Geschäfte und Restaurants, die traditionelle lokale Spezialitäten anbieten.


Ein traditioneller Laternenmaler in Lukang. Bild: aeroTELEGRAPH

7. Sun Moon Lake: Mit dem Rad rund um den See

Der Sun Moon Lake hat seinen Namen von seiner Form. Ein Teil soll wie eine Sonne aussehen, einer wie ein Mond. Er liegt in Zentraltaiwan in einer grünen, bewaldeten Gegend. Um ihn herum führte eine rund 30 Kilometer lange Radtour, ungefähr die Hälfte des Weges führt sie über einen eigenen Radweg. Bei Stopps kann man Tempel oder eine Pagode besuchen  oder auch eine Seilbahnfahrt machen. Auch wenn der Weg um einen See führt, ist die Streckenführung nicht nur flach, es hat durchaus Steigungen. Die Tour dauert rund sechs Stunden mit Pausen – lohnt sich aber wegen der wunderschönen Natur allemal.


Blick auf einen Teil des Sun Moon Lakes. Bild: aeroTELEGRAPH

Nützliche Informationen für Taiwan

Anreise: Eva Air verbindet München und Wien mehrmals wöchentlich direkt mit Taipeh, China Airlines fliegt mehrmals wöchentlich von Frankfurt nach Taipeh.

Einreise: Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, der Schweiz und Österreich brauchen für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen kein Visum.

Geld: Kreditkarten werden in Taiwan vielerorts, aber nicht überall akzeptiert. Tragen Sie deshalb immer auch Bargeld mit. Taiwan-Dollar können Sie an den vielen Bankomaten abheben. Eine weitere, einfache Art zu bezahlen, ist die Easy Card. Sie kann man in vielen Geschäften kaufen und aufladen und erlaubt die Bezahlung von Kleinbeträgen in U-Bahn, Bussen aber auch vielen Shops.

Verständigung: Vor allem in Taipeh sprechen jüngere Menschen gut Englisch. Auf dem Land ist abseits von Hotels und Sehenswürdigkeiten die Verständigung schwieriger. Aber lassen Sie sich davon nicht abhalten. Mit ein wenig Handzeichen, Lachen und einem Online-Übersetzungstool bekommen Sie, was Sie wollen. Oder sonst etwas Spannendes.

Strom: Die Netzspannung beträgt 110 Volt bei 60 Hz. Aus Europa mitgebrachte elektrische Geräte benötigen also ein geeignetes Netzteil und einen Flachstiftstecker (Typ USA).

Gesundheit: Die medizinische Grundversorgung ist in Taiwan gut. Krankenhäuser verlangen vor Behandlungen eine finanzielle Garantie (Kreditkarte oder Vorschusszahlung).

Naturgefahren: Von Juli bis Oktober kommt es zu Taifunen und starken Regenfällen.

Notfälle: Der Notruf der Polizei ist unter der Nummer 110 zu erreichen. Bei Verständigungsschwierigkeiten kann man die kostenlose Nummer 0800-024111 der National Immigration Agency anrufen.

aeroTELEGRAPH reiste auf Einladung des Taipei Tourism Office und von Eva Air nach Taiwan. Die Testenden hatten bei ihrem Urteil trotzdem freie Hand. Die Einladenden nahmen weder Einfluss auf den Inhalt des Artikels noch stellten sie irgendwelche Bedingungen. Das würde dem Verhaltenskodex von aeroTELEGRAPH widersprechen.