Ein Airbus A320 von Jetstar (hier ein Archivbild eines anderen Exemplars): Solch ein Flieger war am 9. August in den Vorfall verwickelt.

AustralienZwei Beinahe-Kollisionen setzen Flugsicherung in Sydney unter Druck - Chef muss zum Rapport

Am Flughafen der australischen Metropole ist es innerhalb von zwei Wochen zu zwei Vorfällen am Boden gekommen. Die heiklen Ereignisse in Sydney hat auch mit einem längerfristigen Problem zu tun.

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Das Australian Transport Safety Bureau ATBS informiert auf seiner Webseite zügig über aktuell gestartete Ermittlungen. Im Bereich Luftfahrt hat die Untersuchungsbehörde in den vergangenen zwei Wochen gleich zwei Meldungen veröffentlicht - beide vom Kingsford Smith International Airport in Sydney.

So untersucht das ATSB eine Beinahe-Kollision zwischen einem Airbus A320 von Jetstar Airways (Kennzeichen VH-VQJ) und einer Boeing 777 von Qatar Airways (A7-BEU) am Flughafen Sydney am 9. August. Während der A320 vor dem Start als Flug JQ402 rollte, wurde die Boeing 777 gerade geschleppt. Die Jetstar-Crew bemerkte den Langstreckenjet von Qatar Airways auf einem kreuzenden Rollweg. «Beide Flugzeuge wurden abrupt gestoppt», so die Behörde. Es sei ein verletztes Crewmitglied im A320 gemeldet worden.

Fluglotse und Schlepperfahrer vorerst freigestellt

Das hat Konsequenzen: Gegenüber australischen Medien sagte ATSB-Chef Angus Mitchell anschließend, der für den Bodenverkehr zuständige Fluglotse sowie der Schlepperfahrer seien während der Ermittlungen vorläufig von ihren Aufgaben entbunden worden.

Zudem untersucht die Behörde einen Vorfall mit einer De Havilland Canada Dash 8-400 von Qantas Link (VH-QOC) und einer Boeing 737 von Qantas (VH-XZG) in Sydney am 27. Juli 2026. Die Flugzeuge befanden sich im Einsatz als QantasLink-Flug QLK424D von Canberra nach Sydney und als Qantas-Flug QFA124 von Queenstown in Neuseeland nach Sydney. Die Flugsicherung erteilte der Boeing 737 auf Landebahn 25 die Freigabe zum Überqueren der Landebahn 34L, während sich die Dash 8 noch auf eben dieser Landebahn 34L ausrollte. «Die Flugsicherung erkannte den Konflikt und informierte beide Besatzungen», so das ATSB. «Die 737 kam nach dem Haltepunkt zum Stehen.»

Chef der Flugsicherung muss bei Ministerin vorsprechen

Nach den beiden Beinahe-Unfällen, die auch den Betrieb am Flughafen störten, wurde Rob Sharp, Chef der Luftfahrtbehörde Airservices Australia, die auch für die Flugsicherung zuständig ist, von Australiens Verkehrsministerin Catherine King zum Rapport bestellt.

«Die Verspätungen und Störungen, die wir in den letzten drei Tagen am Flughafen Sydney erlebt haben, waren inakzeptabel und haben zu erheblichen Beeinträchtigungen für Fluggäste, Mitarbeiter und Fluggesellschaften geführt», so King laut australischen Medien.

In Sydney fehlt es an Fluglotsen - Verkehr wird reduziert

Sharp und Airservices Australia veröffentlichten am Montag (10. August) zudem eine Stellungnahme. Darin heißt es: «Wir wissen, dass die jüngsten Flugverkehrsstörungen am Flughafen Sydney Kingsford Smith für Fluggäste, Fluggesellschaften und Flughäfen gleichermaßen ärgerlich waren.» Man bedauere die entstandenen Flugverspätungen, versichere aber, dass die Sicherheit auch bei Personalengpässen nicht beeinträchtigt sei.

Dafür erklärt er: «Wir haben Maßnahmen ergriffen, um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und so die Sicherheit zu gewährleisten», so der Chef der Behörde. «Dies kann jedoch zu Flugverspätungen führen.» Man baue derzeit einen größeren Pool an Bereitschafts-Fluglotsen auf, um unsere Personalreserve am Flughafen Sydney zu erhöhen, Überstunden zu reduzieren und stabile Dienstpläne zu gewährleisten.

So stockt die Flugsicherung personell auf

In Sydney habe man in den vergangenen anderthalb Jahren bereits acht neue Towerlotsen eingestellt, die Rekrutierung erfahrener und angehender Lotsen fortgesetzt sowie einen neuen Tower-Simulator installiert, um die Ausbildungskapazität zu erhöhen, so Sharp. «Wir gehen davon aus, in diesem Jahr 95 Fluglotsen einzustellen, von denen 55 bereits ihren Dienst angetreten haben.»

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