Boeing 777 F von Lufthansa Cargo: Es gibt Ärger zwischen Cockpit und Management.

Brief an den KonzernvorstandPilotinnen und Piloten kritisieren Sicherheitsorganisation von Lufthansa Cargo

Der Rücktritt des Safety Managers sorgt für Wirbel bei Lufthansa Cargo. Mehr als 300 aktuelle und frühere Cockpitcrew-Mitglieder wenden sich nun sogar an den Konzernvorstand. Die Frachtfluggesellschaft spricht derweil von haltlosen Vorwürfen.

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Bei Lufthansa Cargo stellen sich viele Pilotinnen und Piloten hinter den zurückgetretenen Safety Manager der Frachtfluglinie. Im Oktober hatte das Portal Aero berichtet, der Pilot habe sich nach mehr als zehn Jahren an der Spitze der Safety-Abteilung mit Kritik verabschiedet.

In einer E-Mail an Kollegen schrieb er, kritische Nachfragen der Sicherheitsabteilung würden als «störend, sperrig oder gar destruktiv» empfunden und ihm sei «seit geraumer Zeit immer wieder nahegelegt» worden, die Funktion als Safety & Compliance Monitoring Manager niederzulegen. Gegenüber dem Luftfahrt-Bundesamt werde das «Single-Point-of-Contact-Prinzip», umgangen, wodurch die «Unabhängigkeit der Safety-Funktion» massiv beschädigt sei, schrieb er weiter in der Mail. Die Frachtfluglinie äußerte sich damals zunächst nicht.

Brief mit mehr als 308 Unterschriften an Konzernvorstand

Nun stellen sich viele Mitglieder der Cockpitcrew von Lufthansa Cargo hinter den Zurückgetretenen. «Wenn ein erfahrener, hochqualifizierter und im Pilotenkorps geschätzter Safety Manager, (...) durch Druck aus dem Amt gedrängt wird, sendet dies ein fatal falsches Signal», zitiert Aero aus einem Brief an Konzernvorstand und Lufthansa-Cargo-Aufsichtsrat, unterzeichnet von 308 aktuellen und früheren Lufthansa-Cargo-Pilotinnen und Piloten. Der «beispiellose Vorgang» werfe «grundlegende Fragen zur Unabhängigkeit der Sicherheitsorganisation» auf.

Schon im September hatte sich die Personalvertretung Cockpit von Lufthansa Cargo ans Luftfahrt-Bundesamt LBA gewandt und zwölf Punkte genannt, in denen sie Regelverstöße sieht. Zudem kritisierte sie eine «generelle Risikoverschiebung» bei der Frachtfluglinie.

Lufthansa Cargo: «Vorwürfe als haltlos herausgestellt»

Die Fluggesellschaft steht dazu nach eigenen Angaben mit dem LBA in Austausch. Frank Bauer, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor von Lufthansa Cargo, erklärte laut Aero in einem internen Interview zudem, die Position des Flight Safety Managers werde «sehr zeitnah» nachbesetzt. Bei der «Beschaffenheit der Position und den Strukturen in der Flugsicherheit» werde Lufthansa Cargo «keine Änderungen» vornehmen. Sicherer Flugbetrieb sei «unverrückbares Grundprinzip», dürfe aber nicht benutzt werden, um «ganz andere Interessen zu verfolgen».

Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH erklärte die Airline, Flugsicherheit habe für Lufthansa Cargo oberste Priorität. «In den letzten Monaten gab es interne Vorwürfe, gegen Sicherheitsprinzipien in unserem Flugbetrieb verstoßen zu haben», so die Fluglinie in einer Stellungnahme. Man habe dies intensiv intern und extern geprüft. «Die erhobenen Vorwürfe haben sich dabei als haltlos herausgestellt.» Darüber hinaus bleibe die Beschaffenheit der Position des Safety Managers und die Strukturen in der Flugsicherheit unverändert bestehen und die Stelle des Safety Managers werde nach elf Jahren neu besetzt.

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