Nach dem umstrittenen Tiefflug über die Kleinstadt Vestmannaeyjar auf der isländischen Insel Heimaey drohen dem verantwortlichen Piloten Konsequenzen. Die Luftfahrtbehörde hat Ermittlungen aufgenommen, zudem wurde der Fall an die Polizei gemeldet. Die Boeing 757 war auf dem Weg von Frankfurt nach Keflavík und unterschritt dabei die vorgeschriebene Mindesthöhe über bewohntem Gebiet. Laut Icelandair erfolgte das Manöver ohne Genehmigung.
Behörden können bei Verstößen die Fluglizenz entziehen oder aussetzen sowie Geldstrafen verhängen. Diese reichen bei Einzelpersonen von umgerechnet etwa 170 Euro bis zu rund 55.000 Euro, bei Unternehmen bis zu etwa 690.000 Euro, wie der Rundfunkanbieter RUV berichtet.
Der Pilot hat den Dienst inzwischen altersbedingt beendet. Weitere Details will Icelandair während der laufenden Untersuchung nicht nennen. Nach den internen Vorschriften zur Mindestflughöhe darf im Sichtflug über bewohnten Gebieten nicht unter 1000 Fuß (knapp 305 Meter) geflogen werden, außer beim Start und bei der Landung. Zum Vergleich: Heimaklettur, der höchste Berg der Insel, ist gemäß RUV 283 Meter hoch, der zweithöchste, Blátindur, 273 Meter.