Die Boeing 787 von Vietnam Airlines nach der Landung in München: Was sorgte für die Bremsungen?

Vereinigung Cockpit zum Vietnam-Airlines-Bericht«18 Sekunden sind während eines Startlaufs eine erhebliche Zeitspanne»

Zum missglückten Start einer Boeing 787 von Vietnam Airlines in München liegt ein erster Zwischenbericht vor. Dazu äußert sich nun ein Flugunfallexperte der Vereinigung Cockpit.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Im August hob eine Boeing 787 von Vietnam Airlines am Flughafen München erst hinter der Piste ab. Am Montag (28. September) hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU nun einen Zwischenbericht zu dem Vorfall veröffentlicht. Der zeigt: Während des Startlaufs wurde mehrfach gebremst. Zudem verharrte die Geschwindigkeit 18 Sekunden lang bei etwa 168 Knoten (311 Kilometer pro Stunde), zeitweise sank sie sogar etwas ab.

Am Dienstag (29. September) äußert sich jetzt die Vereinigung Cockpit (VC) dazu. «Der Zwischenbericht zeigt Auffälligkeiten, aber er liefert noch keine abschließende Erklärung dafür, wie sie entstanden sind», sagt Sebastian Kloth, Leiter der Arbeitsgruppe Accident Analysis & Prevention der Cockpitcrew-Gewerkschaft. Entscheidend sei nun die Frage, wodurch der registrierte Bremsvorgang ausgelöst wurde. «Dafür kommen grundsätzlich unterschiedliche technische und menschliche Faktoren sowie eine Kombination daraus infrage», so Kloth. Eine eindeutige Ursachen-Zuschreibung wäre aktuell Spekulation.

«Müssen verstehen, was in dieser Phase technisch passiert ist»

«Wir wissen derzeit nicht, ob ein technischer Hintergrund vorlag, ob es zu einer unbeabsichtigten Betätigung kam oder ob mehrere Faktoren zusammengewirkt haben», sagt der Arbeitsgruppenleiter. Außerdem sei es zentral, zu klären, weshalb das Flugzeug über einen Zeitraum von 18 Sekunden nicht wie erwartet weiter beschleunigte.

«18 Sekunden sind während eines Startlaufs eine erhebliche Zeitspanne», so Kloth. «Wir müssen verstehen, was in dieser Phase technisch passiert ist, welche Informationen der Besatzung zur Verfügung standen und wie die Situation im Cockpit wahrgenommen wurde.» Dass diese entscheidenden Fragen noch offen seien, sei für einen Zwischenbericht ganz normal. Nun gelte es, den Abschluss der Untersuchung abzuwarten.

Sie lesen uns regelmäßig? Dann werden Sie Teil der Menschen, die unsere Arbeit möglich machen. Ihr Abo stärkt unabhängigen Luftfahrtjournalismus und sorgt zugleich für ein werbefreies Leseerlebnis. Und das für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Unterseite der Boeing 787 von Vietnam Airlines: Wieso die Bremsungen beim Startlauf?

Warum wurde die Boeing 787 von Vietnam Airlines beim Start mehrfach gebremst?

ticker-vietnam-airlines

Vietnam Airlines will fünf weitere Airbus A350 bestellen - und zusätzliche Flieger leasen

Boeing 787 von Vietnam Airlines: An Bord eines Flugzeugs der Airline wurde ein Kind viel zu früh geboren.

Frühgeburt an Bord einer Boeing 787 von Vietnam Airlines

Zu sehen: Die Aufnahme eines Fluggastes zeigt, wie Flug VN34 Treibstoff ablassen musste - und ein Blick auf einen Teil des Load Sheets.

Boeing 787 von Vietnam Airlines war nicht falsch beladen

Video

airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier