Ballon bringt Jet in AF447-Situation

Ein Airbus der brasilianischen TAM kollidierte mit einem Ballon. Den Piloten bescherte das bange Momente.

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Der Start verlief völlig normal. Vom Flughafen Santos Dumont mitten in Rio de Janeiro aus stieg Flug JJ 3756 am frühen Morgen des 17. Juni rasch in die Höhe - vorbei an Zuckerhut und Christo. Doch auf rund 3000 Metern bekamen die Piloten des Airbus A319 plötzlich Probleme. Ihre Geschwindigkeitsmesser spuckten keine zuverlässigen Daten mehr aus. Sechs Minuten waren seit dem Start vergangen, wie die Nachrichtenseite G1 berichtet.

Die Schwierigkeiten der Crew wurden durch einen selbst gebastelten Ballon verursacht. Offenbar kollidierte der mit dem Jet und verfing sich in einer der Pitotsonden, welche die Geschwindigkeit eines Flugzeugs messen. Aufgrund der Probleme schaltete sich der Autopilot aus und die Piloten mussten den Airbus von Hand steuern. Sie landeten ihn eineinhalb Stunden später problemlos am Zielort Belo Horizonte. Die brasilianische Luftaufsichtsbehörde Cenipa (Centro de Investigação e Prevenção de Acidentes Aeronáuticos) stuft den Vorfall als «schwerwiegend» ein.

Behörde will ein Verbot

Die Ereignisse über Rio rufen den Katastrophenflug AF447 in Erinnerung. Bei der Air-France-Maschine hatten im Juni 2009 aufgrund eines Unwetters die Pitotsonden nicht mehr funktioniert, was zusammen mit einem Fehlverhalten der Piloten zum Absturz des Jets führte (aeroTELEGRAPH berichtete).

Die Behörden wollen nun erreichen, dass um Flughäfen ein Verbot von Ballonfahrten erlassen wird. Vorfälle mit den leichten Flugobjekten kommen in Brasilien immer häufiger vor. 2010 haben Piloten über 100 Ereignisse gemeldet, über die Hälfte davon betrafen den internationalen Flughafen von São Paulo Guarulhos.

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