Airbus A350 von Air France: Probleme mit dem Wetterrradar.

Air FranceCrews warnen vor Problemen beim Wetterradar des Airbus A350

Pilotinnen und Piloten von Airbus A350 bemerkten immer wieder Probleme bei der Erkennung schlechten Wetters. Jetzt sprechen Crews von Air France eine Warnung aus.

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Auch wenn Flugzeuge schwere Turbulenzen aushalten - angenehm sind sie nicht. Bei einigen Reisenden verursacht das Gewackele Angst, manchmal kann an Bord auch kein Service stattfinden. Wann immer möglich, versuchen Pilotinnen und Piloten, schlechtes Wetter zu umfliegen. Dabei hilft unter anderem das Wetterradar an Bord. Doch nicht immer funktioniert das gleich gut. Etwa beim Airbus A350.

Cockpitcrews von Air France warnen laut einem Artikel der Zeitung Le Parisien, dass das Wetterradar an Bord der Airbus A350 nicht zuverlässig sei. Konkret geht es um das von Honeywell gelieferte System, das unter bestimmten Bedingungen Wetterlagen nicht zuverlässig darstellen soll, heißt es in einem Warnschreiben, das der Zeitung vorliegt.

Wetterradar im Airbus A350 erkennt schlechtes Wetter zu spät

Nach Angaben der Pilotinnen und Piloten zeigt sich die verminderte Leistungsfähigkeit vor allem in größerer Entfernung. Jenseits von rund 80 nautischen Meilen (rund 150 Kilometer) könne das Radar meteorologische Phänomene zu spät oder mit abgeschwächter Intensität anzeigen. Das erschwert es den Crews, Wetterzonen frühzeitig einzuschätzen und entsprechend auszuweichen.

Die Problematik ist innerhalb der Fluggesellschaft dokumentiert. Piloten haben zahlreiche Sicherheitsmeldungen eingereicht, zudem befasste sich die zuständige Kommission für Gesundheit, Sicherheit und Arbeitsbedingungen mit dem Thema. In einer am 16. Dezember 2025 ausgesprochenen formellen Warnung sieht die zuständige Abteilung der Air-France-Cockpitcrews ein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Flugbetrieb.

Piloten sprechen von direkter Bedrohung durch Probleme mit Wetterradar beim Airbus A350

Darin wird festgehalten, dass die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Wetterradars dazu führen kann, dass gefährliche Wetterlagen nicht oder zu spät erkannt werden. Genannt werden unter anderem starke Turbulenzen, Gewitterzellen, Hagel und Scherwinde. Die Warnung spricht von einer direkten Bedrohung für Fluggäste, Besatzung und Flugzeug, sollte es infolge der Radarprobleme zu unbeabsichtigten Einflügen in solche Wetterzonen kommen.

Ein größeres Problem gab es etwa auf einem Air-France-Flug von Miami nach Paris Ende vergangenen Jahres. Völlig überraschend geriet er in ein Gebiet mit schweren Turbulenzen. «Das Flugzeug hat ordentlich etwas abbekommen», fasst ein gut informierter Pilot gegenüber Le Parisien zusammen. «Wenn Strukturelemente durch äußere Bedingungen verformt werden, kann man sich vorstellen, was die Fluggäste erlebt haben müssen.» Air France erklärt hingegen, dass das Flugzeug nicht beschädigt worden sei.

Crews von Airbus A350 sollen bestimmte Gebiete umfliegen

Air France betreibt derzeit 41 Airbus A350, weitere Flugzeuge sind bestellt. Nach Einschätzung der Piloten ist das Thema nicht auf die französische Fluglinie beschränkt. Weltweit sind mehrere Hundert A350 im Einsatz, die mit demselben Wetterradar ausgestattet sind.

Als kurzfristige Maßnahme wurden die Crews informiert, dass das System bei größeren Distanzen nur eingeschränkt leistungsfähig ist. Airbus und Air France gaben entsprechende operative Hinweise heraus. Dazu gehört unter anderem die Empfehlung, bestimmte vom Radar markierte Bereiche vorsorglich zu meiden, auch wenn dies längere Flugwege nach sich ziehen kann.

Honeywell arbeitet an einer Lösung

Airbus kennt die Hinweise laut dem Bericht seit 2023. Nach Angaben des Konzerns besteht derzeit kein kritisches Sicherheitsrisiko. Diese Einschätzung teilt auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit Easa. Derweil arbeitet Honeywell an einer Weiterentwicklung des Systems. Eine entsprechende Aktualisierung ist angekündigt, soll jedoch erst ab Mitte 2026 in den Flotten verfügbar sein.

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