Visualisierung der Aero 2: Geplant ist eine Spitzengeschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde.

Mit KippflügelSchweizer arbeiten an Hybrid-Luft-Taxi

Zwei Piloten aus der Schweiz entwickeln einen Senkrechtstarter mit Hybridantrieb. Die Reise mit dem Flieger soll pro Kilometer nicht teurer sein als mit dem Auto.

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Luftfahrt

Embraer und Uber tüfteln gemeinsam an einem Luft-Taxi, Airbus arbeitet an einem ähnlichen Projekt. Nun schickt sich auch ein Schweizer Start-up an, in diesem Rennen mitzumischen: Dufour Aerospace arbeitet an einem Hochdecker, der dank Kippflügel senkrecht startet und landet und eine Höchstgeschwindigkeit von 320 Kilometer pro Stunde erreichen soll.

«In ihrer komplett elektrischen, emissionsfreien Konfiguration hat die Aero 2 eine Reichweite von 120 Kilometern», schreibt das Unternehmen über den Zweisitzer. Doch das ist nicht alles. «Ein optionales Hilfstriebwerk kann in einer Hybrid-Konfiguration eingebaut werden, um die Reichweite auf insgesamt 800 Kilometer zu erweitern.»

Bodentests für Ende 2020 geplant

Dufour Aerospace macht klar, dass man mit dem Flieger sowohl Autos Konkurrenz machen will als auch Helikoptern und Jets. Aero 2 bringe die Insassen von der eigenen Türschwelle fast überall hin, «mehr als fünf Mal schneller als ein Auto, aber zu den gleichen Kosten pro Kilometer», so die Firma. Die Kombination aus elektrischem Antrieb und großen Propellern mache den Hybrid dabei deutlich leiser als herkömmliche Helikopter und Flugzeuge.

Die Beispielrechnung auf der Webseite der Firma zeigt, wie sich die Entwickler die Kosten vorstellen und wünschen: Eine Reise von Zermatt nach Mailand dauere mit dem Auto 3 Stunden und 19 Minuten bei einer Distanz von 230 Kilometern und koste 162,40 Franken (rund 138 Euro). Mit dem Dufour-Flieger sei die Strecke lediglich 126 Kilometer lang, man benötige nur 22 Minuten und der Preis liege bei 88,20 Franken (etwa 75 Euro).

Vorgänger schon in der Luft

Bisher gibt es allerdings nur ein ferngesteuertes Modell der Aero 2 im Maßstab 1:5 sowie Flugsimulationen am Computer. Im November 2018 soll ein Modell im Maßstab 1:3 folgen. Etwa im November 2019 wird laut den Plänen des Unternehmens der Bau des Rumpfes in Originalgröße beginnen. Ende 2020 soll der Flieger dann bereit sein für erste Tests am Boden. Eine Partnerschaft mit der Zürcher Autopilot-Firma Daedalean soll dafür sorgen, dass Aero 2 eines Tages autonom fliegen kann.

Hinter den Plänen stehen der Akrobatik-Pilot Dominique Steffen mit mehr als 5000 Flugstunden und Thomas Pfammatter, der mehr als 10.000 Stunden Erfahrung als Pilot der Rettungshelikopter von Air Zermatt vorweisen kann. Zusammen haben sie bereits das Elektroflugzeug Aero 1 entwickelt und in die Luft gebracht. Der Einsitzer absolvierte 2016 seinen Erstflug und hat es mittlerweile auf rund 50 Flugstunden gebracht.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aero 1 in der Luft und Aero 2 in Planung.

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