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Airbus A300 in San Marino

Mini-Staat bekommt ein Maxi-Flugzeug

Bisher waren in San Marino vor allem Privatjets und Kleinflugzeuge registriert. In der kleinen Republik startet jetzt eine Frachtairline mit einem Airbus A300.

Andorra, Monaco, Vatikanstaat oder Liechtenstein – inmitten von Europa liegen mehrere Zwergstaaten. Zu den Unbekannteren zählt San Marino. Die Enklave versteckt sich in Italien zwischen den Regionen Emilia-Romagna und Marken. Nur etwa drei Mal so groß wie der Frankfurter Flughafen ist sie die älteste Republik der Welt.

Einen Verkehrsflughafen innerhalb der Landesgrenzen besitzt San Marino nicht. Der nahe gelegene Flughafen der Ferienstadt Rimini springt als offizieller Airport des Landes ein. Doch trotz seiner kleinen Größe betreibt San Marino eine eigene Luftfahrtbehörde, die vor allem mit der Registrierung von Geschäftsflugzeugen beschäftigt ist.

Großer Passagierflieger für Zwergstaat

Für das Luft- und Schifffahrtsamt San Marinos gab es vor Kurzem eine ungewohnte Arbeit. Vergangenen Mai vergab es dem einheimischen Frachtflug-Jungunternehmen San Marino Executive Aviation SMEA ein Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Englisch: Air Operator Certificate oder kurz AOC). Mit einem Airbus A300 ist gleichzeitig als Rarität ein großes Verkehrsflugzeug im Zwergstaat registriert worden.

Der 26-jährige Airbus A300-600 R mit dem Kennzeichen T7-ASK blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1994 wurde das Flugzeug an China Northern Airlines ausgeliefert. Nachdem die Fluglinie 2003 in China Southern überging, wechselte auch der mittlerweile vom Passagierflieger zum Frachter umgebaute Airbus 2004 in die Flotte der größten Staatsairline Chinas.

Coronakampf als Feuertaufe

Im Jahr 2011 wurde der Airbus an den Luftfrachtableger des Logisitkunternehmens Silk Cargo Road Business aus Aserbaidschan übergeben. Ab dem Jahr 2017 folgten mehrere Perioden über mehrere Monate, in dem der A300 stillgelegt wurde. Bereits im Oktober vergangenen Jahres ging der Flieger in den Besitz der 2018 von einem Piloten gegründeten San Marino Executive Aviation über.

Mittlerweile ist der A300 im regelmäßigen Einsatz. Wie das Magazin Jetstream berichtet, kommt der Frachter auf Flügen zwischen China und Italien zum Einsatz. Im Vordergrund steht dabei der Kampf gegen die Covid-19-Pandemie.

Flottenzuwachs geplant

Von der chinesischen Metropole Zhengzhou brachte der Airbus A300 mit einem Zwischenstopp im kasachischen Almaty Atemschutzmasken und medizinische Ausrüstung nach Bologna und Pisa. Bei einem Frachter will es San Marino Executive Aviation nicht belassen. Gemäß dem Datenanbieter CH Aviation plant die Airline die Einflottung eines zweiten Airbus A300.



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