Flügelspitze von Ryanair: Weniger in Berlin zu sehen.

Sechs Strecken, 750.000 SitzeRyanair streicht ein Fünftel der Flüge in Berlin

Erst gerade hatte die irische Billigairline mit einem Abzug aus Deutschland gedroht, jetzt macht sie ernst. In Berlin geht es los.

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Vor einer Woche setzte Ryanair der deutschen Regierung medial die Pistole auf die Brust. Wenn diese nicht schnellstens die Standortkosten senke, werde die irische Billigairline 10 Prozent der Flüge ab Deutschland streichen, so die Drohung. Jetzt geht es los.

Ryanair-Chef Eddie Wilson reiste nach Berlin, um seinem Ärger Luft zu machen. «Ryanair hat sowohl dem Bundesminister für besondere Aufgaben als auch dem Bürgermeister von Berlin im Januar 2024 einen Sieben-Jahres-Wachstumsplan für Deutschland vorgelegt», so der Manager. Aber weder von der Bundes- noch von der Landesregierung oder vom Flughafenmanagement habe es «ein sinnvolles Engagement» gegeben. Stattdessen seien die Gebühren weiter gestiegen.

Sechs Strecken fallen weg

Ryanair kündigt daher an, 20 Prozent ihres Flugverkehrs ab Berlin einzustellen- das seien 750.000 Sitze. Sechs Strecken streicht Ryanair dabei ganz: Brüssel, Chania, Kaunas, Krakau, Luxemburg und Riga. Zudem zieht die Airline zwei ihrer neun in der deutschen Hauptstadt stationierten Flugzeuge ab und stationiert sie anderswo.

Eigentlich sollte das Angebot in Berlin wachsen, so Wilson. Doch der Airline bleibe angesichts «horrender Kosten» keine andere Wahl. «Es ist eine Schande, dass eine der größten europäischen Städte wie Berlin eine der langsamsten Erholungen hat, mit nur 71 Prozent gegenüber dem Niveau vor Covid.»

Drohung wiederholt

BER-Chefin Aletta von Massenbach äußerte sich zum Kostenthema kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH. Man habe im Vergleich mit anderen deutschen Flughäfen keine höheren Entgelte. «Wir liegen im Mittelfeld, und wir können unsere Preise nicht einfach so mal reduzieren. Wie wir alle wissen, hat die Pandemie die Luftfahrt stark getroffen, so auch uns», so die Managerin.

Ryanair lässt das offenbar unbeeindruckt. Und auch andere deutsche Flughäfen könnten bald mit Streichungen konfrontiert sein. Denn überall seien die Gebühren zu hoch, zudem hätte auch die Flugsicherung die Kosten massiv erhöht. Die Regierung müsse die jüngste Erhöhung der Luftverkehrssteuer um 24 Prozent rückgängig machen, die steigenden Flugsicherungsgebühren in Angriff nehmen und die Erhöhung der Sicherheitsgebühren um 50 Prozent ab Januar 2025 verschieben, fordert Ryanair. Sonst gehe es mit den Streichungen weiter.

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