Ryanair-Jets: Bald auch andere Produzenten als Boeing?

Ryanair plant Mega-Order

Der Billigflieger will Hunderte von Jets bestellen. Allerdings spannt er die Flugzeugbauer damit auf die Folter.

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«Irgendwann in den nächsten vier bis fünf Jahren steht bei uns eine große Order an», ließ Michael O’Leary am Donnerstag (19. April) an einer Pressekonferenz verlauten. Wie die irische Rundfunkanstalt RTE berichtet, liegt die Bestellungsgröße zwischen 200 und 400 Flugzeugen. So will Ryanair den Plan verwirklichen, die Kapazität schon bald zu verdoppeln. Doch vor 2014 sollte sich kein Flugzeugbauer auf die Mega-Order der Iren einstellen. Erst ab 2015 plane man die Akquisition. 2012, 2013 oder 2014 sei die Zeit dafür noch nicht reif, so O’Leary. «Wir warten darauf, dass es im Zyklus der Bestellungen wieder bergab geht, bis wir einsteigen.»

Angesichts des aktuellen Bestellungs-Booms hält es O’Leary auch gar nicht für nötig, schon jetzt festzulegen. In einem früheren Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg hatte er die Vermutung geäußert, dass finanzschwächere Airlines wie Lion oder Norwegian die Bestellungen, die sie in guten Zeiten getätigt hatten, ohnehin nicht stemmen können. Beim anfallenden Überhang wolle man sich dann im Zweifel bedienen.

Nicht nur Boeing im Kopf

Welcher Flugzeugbauer von den Bestellungen ab 2015 profitieren könnte, ist noch nicht sicher. Bisher fliegt der Billigflieger ausschließlich mit Jets des amerikanischen Flugzeugbauers Boeing. Doch schon länger denkt Michael O’Leary laut darüber nach, diesen Bund zu lösen. 2009 scheiterten Gespräche über eine Bestellung von 200 Jets mit den Amerikanern. Nun hieß es von der Airline, man ziehe auch andere Produzenten in Erwägung.

Die B737MAX, die 2017 zuerst ausgeliefert werden soll, sei sowieso «Müll», so O’Leary. Die Ersparnisse an Treibstoff, die Boeing seinen Kunden verspreche, seien nicht glaubwürdig. Schon bald dürfte sich herausstellen, dass der Hoffnungsträger aus Seattle ein Gewichtsproblem habe. Man würde den chinesischen Hersteller Comac daher bearbeiten, eine Langversion der C919 zu bauen, die 199 Passagiere statt der bisher 174 fasst. Die C919 hätte der westlichen Konkurrenz einiges voraus und würde in der Langversion die Konkurrenzflieger langfristig in den Schatten stellen, ist O'Leary überzeugt.

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