Flugzeug von Ryanair: In Irland werden bald einige nicht abheben.

DeutschlandRyanair bietet Piloten direkte Anstellung an

Noch eine Kehrtwende: Ryanair bietet den deutschen Piloten eine Direktanstellung an. So kann die Billigairline die Diskussion um Scheinselbstständigkeit beenden.

Top-Jobs

Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Condor Logo Stelle

Duty Manager Ground Handling Center im Schichtdienst (m/w/d)

Feste Anstellung
Condor Flugdienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Bei Ryanair ereignet sich gerade eine kleine Revolution. Jahrelang wehrte sich die irische Billigairline mit Händen und Füßen gegen alles, was bei den meisten europäischen Unternehmen in Sachen Arbeitsbedingungen üblich ist. Sie hatte damit lange Erfolg.

Vor Weihnachten änderte sich das plötzlich, als die Piloten europaweit mit Streik drohten. Ryanair gab bekannt, künftig Gewerkschaften zu akzeptieren. Die deutsche Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit ging darauf ein und ist zu Gesprächen mit den Iren bereit. Inzwischen hat sie ihre Verhandlungspartner bestimmt und meint: «Ziel ist es, Tarifverträge zu etablieren, um die Bedingungen der Ryanair-Piloten nachhaltig zu verbessern».

Vertragsverhandlungen mit den Piloten

Nun geht Ryanair bereits einen Schritt in Richtung Normalisierung der Arbeitsbedingungen. Die Fluggesellschaft bietet allen Piloten an deutschen Basen an per 1. November 2018 eine Direktanstellung an, wie ein Schreiben zeigt, das aeroTELEGRAPH vorliegt. In den kommenden Wochen würden Gespräche mit den Betroffenen aufgenommen. Bisher waren die meisten von ihnen indirekt über eine Zwischenfirma angestellt. Kritiker sprachen in diesem Zusammenhang von Scheinselbstständigkeit.

Konkret waren die Ryanair-Piloten gezwungen, eine eigene Firma in Irland zu gründen, die durch eine lokale Steuerkanzlei gemanagt wird. Diese Minifirma bot ihre Dienste – also die Arbeitskraft des Piloten – dann der Zwischenfirmen McGinley Aviation an. Diese wiederum vermittelte die Piloten an Ryanair. Mit dem komplizierten System konnte Ryanair Abgaben sparen.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Ganze ist aber höchst umstritten. In Deutschland hat die Staatsanwaltschaft Koblenz deswegen Ermittlungen aufgenommen. Nicht nur die Piloten und die Verantwortlichen der Zwischenfirmen, sondern auch vier Manager von Ryanair stehen unter Verdacht. Im Raum stehen Delikte wie Sozialversicherungsbetrug und Steuerhinterziehung. Ryanair weist alle Vorwürfe zurück.

Ein Sprecher von Ryanair bestätigt, dass McGinley die Vermittlung von Piloten in Deutschland einstellt. Man habe jetzt begonnen, den Betroffenen direkte Verträge anzubieten. Im Schreiben an die Piloten heißt es weiter, es sei wichtig, dass die Piloten ihre Kontaktperson bei ihrer Steuerkanzlei benachrichtigten um alle «Steuer- und Sozialversicherungsthemen» zu erledigen.

Vereinigung Cockpit freut sich

Bei der Vereinigung Cockpit ist man erfreut. Zugleich warnt man aber. «Ryanair hat das schon einmal angeboten, aber dann einen Verzicht auf alle Ansprüche gegenüber Ryanair verlangt», erklärt Sprecher James Phillips. Aktuell seien zuwenig Details zum Angebot bekannt. Grundsätzlich begrüße man aber die Direktanstellung.

Mehr zum Thema

ticker-ryanair

Italienische Wettbewerbsbehörde verhängt Megastrafe von 256 Millionen Euro gegen Ryanair

ticker-ryanair

Boeing 737 von Ryanair kollidiert in Edinburgh mit Tankfahrzeug

ticker-ryanair

Ryanair fliegt ab Sommer 2026 von Nürnberg nach Rabat

ticker-ryanair

Ryanair verbindet neue marokkanische Basis mit drei deutschen Flughäfen

Video

Die Boeing 757 des Justizministeriums der USA nach der Landung in New York: Diktator an Bord.
Nach dem nächtlichen Zugriff der U.S. Army in Caracas endet der Weg des venezolanischen Machthabers vor einem Gericht in New York – an Bord einer 36 Jahre alten Boeing 757 des Justizministeriums der USA.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Die verunglückte ATR 72 von Buddha Air: Überschoss die Landebahn in Bhadrapur.
Bei der Landung in Bhadrapur konnte eine ATR 72 von Buddha Air nicht rechtzeitig abbremsen. Sie schoss 300 Meter über die Piste hinaus. Sieben Menschen wurden dabei verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
evakuierung flugzeug koffer
Immer häufiger ist zu beobachten, dass Fluggäste bei Evakuierungen mit ihrem Handgepäck das Flugzeug verlassen - und damit ihr eigenes und fremde Leben riskieren. Der Airline-Dachverband Iata will nun mithilfe einer psychologischen Studie herausfinden, was Fluggesellschaften dagegen tun können.
Timo Nowack
Timo Nowack