Urlaub auf der Krim als Bürgerpflicht: Derzeit gilt eine Reise auf die annektierte Halbinsel als patriotisch.

Patriotismus-FörderungMoskau subventioniert Krim-Tickets stärker

Die Krim war ein beliebtes Urlaubsziel für Ukrainer. Nun bleiben die Touristen weg. Russische Subventionen sollen das ändern. Flüge auf die annektierte Halbinsel werden fast zur Hälfte bezuschusst.

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Die Strände der Krim sind ungewohnt leer. Die Touristen aus der Ukraine bleiben aus, dafür sollen aber nach Plänen der Regierung in Moskau bald russische Urlauber auf die Halbinsel reisen. Künftig sollen nicht wie bisher 23 Routen sondern 46 bezuschusst werden, berichtet Omsk Zdes. Jedes Ticket wird mit 4000 Rubel gefördert, der Flugpreis beträgt dann noch 5000 Rubel – umgerechnet 82 Euro. Die Subvention gilt bis Ende des Sommers.

Ob die Pläne der russischen Regierung aufgehen, ist unklar. Rund sechs Millionen Touristen kamen jährlich auf die Krim, davon 60 Prozent Ukrainer. Russen machten in den vergangenen Jahren nur etwa ein Viertel der Besucher aus.

Auslastung von 100 Prozent

Doch das russische Tourismusministerium gibt sich optimistisch. In Zukunft sollen bis zu acht Millionen Urlauber aus Russland kommen. Das Ministerium setzt dabei auf die Mithilfe von Großunternehmen, wie Rosneft, Transneft oder Gazprom. Die Firmen haben sich bereit erklärt, ihre Mitarbeiter auf eigene Kosten zur Erholung auf die Krim zu senden – ganz wie zu Zeiten der Sowjetunion.

Und erste Erfolgsmeldungen gibt es schon: Donavia, ein Tochterunternehmen von Aeroflot, hat bereits drei Wochen nach Eröffnung der neuen Flugroute aus dem südrussischen Rostow am Don nach Simferopol auf der Krim eine hundertprozentige Auslastung seiner Maschinen verkündet.

Schwacher Rubel hält Urlauber im Land

Allerdings ist der weitere Ausbau des Flughafens von Simferopol schwierig: Unter anderem die internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao blockieren die Pläne. Zudem hat sie europäischen Airlines empfohlen, Flüge durch den Luftraum der Halbinsel zu vermeiden. Daraufhin wurden alle Flüge nach Simferopol von europäischen Flughäfen eingestellt. Letztes Jahr noch wollte Russland einen neuen Großflughafen bauen.

Der schwache Rubel sorgt dafür, dass sich viele Russen nicht wie in den Jahren zuvor einen Urlaub im Ausland leisten können. Sie verreisen daher lieber im Land – ein Pluspunkt für die frisch dazugekommene Krim. Außerdem gilt ein Urlaub auf der Halbinsel in diesem Jahr als angesagt und patriotisch.

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