Seebrücke mit Riesenrad

Santa Monica PierEine Strand-Ikone mit viel Geschichte

Der Sonnenuntergang ist traumhaft am Santa Monica Pier, die Wellen sind perfekt zum Surfen, der Vergnügungspark eine Attraktion für Groß und Klein. Heute ist die Seebrücke eine beliebte Freizeitdestination – das war nicht immer so.

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Der Sand ist weich, hell und schimmert in der Abendsonne: Santa Monica Pier hat jene magische Ausstrahlung, die sich schwer in Fotos einfangen lässt. «Dieser Strandstreifen mit all seinen Verrücktheiten ist einzigartig, das war er immer schon», sagt James Harris und zeigt auf die bunten Lichter des Vergnügungsparks direkt am Pier.

Harris kennt die Geschichte der Gegend wie kaum ein anderer. Großgewachsen und einen Hauch Old-School-Hollywood ausstrahlend, ist er seit mehr als zwei Jahrzehnten der Geschäftsführer der Santa Monica Pier Restoration Corp. Zudem schrieb er das Buch «Santa Monica Pier. America’s Last Great Pleasure Pier».

Immer wieder in Gefahr für den Pier

Eine Sache weiß der passionierte Historienfan ganz genau: Santa Monica Pier war seit der Eröffnung 1909 mehrfach in Gefahr, komplett zu verschwinden – aus den unterschiedlichsten Gründen. Zuletzt mussten die Anwohner in der Nachbarschaft Anfang Januar 2025 zittern, als riesige Brände ganze Stadtteile L.A.s zerstörten. «Das Feuer kam bis auf etwa vier Kilometer an den Pier heran», erinnert sich Harris. «Glücklicherweise trieb der starke Wind die Flammen aber parallel zum Pier.»

Santa Monica Beach am Abend

Dabei müssen es nicht immer Waldbrände sein, die lodern. «1974 setzten Brandstifter eine Mülltonne in Brand, und die Flammen griffen auf das Hippodrom über. Die Schäden waren enorm, das Gebäude musste monatelang geschlossen bleiben», sagt Harris.

Bescheidene Anfänge

Die Fähigkeit, Herausforderungen zu trotzen und sich dabei immer wieder neu zu erfinden, prägt die bewegte Geschichte des Piers seit seinen Anfängen – und die waren um einiges unglamouröser, als es der bunte Trubel um uns herum erahnen lässt.

Heute ein Mekka für durchtrainierte Strandsportler, Surfer und Sonnenanbeter, steckte hinter dem Bau eine nüchtern-pragmatische Idee: Die Seebrücke sollte unansehnliche Abwasserrohre über die Brandung hinausführen und behandeltes Abwasser sicher vom Ufer entfernt ins Meer leiten.

Vom Abwasserprojekt zur Freizeitattraktion

Schon bald nutzten die Anwohner die Anlage aber als Promenade, 1916 kam das von Charles Looff handgefertigte Karussell hinzu, der Vor-Vorgänger des heutigen «Philadelphia Toboggan Company #62»-Karussells. Bisweilen skurrile Vergnügungsattraktionen folgten und fundierten den quirligen Charme von Pacific Park, dem einzigen eintrittsfreien Vergnügungspark in L.A. County.

Marvin Braude Bike Trail

Vor allem während und nach der Rezession 1929 erlebte der Pier seine erste Blütezeit: Die Bewohner L.A.s suchten nach günstigen Freizeitoptionen und fanden sie bei Ballspielen, ab Anfang der 1930er beim Surfen – oder sie ließen die Muskeln spielen.

Ab 1934 fanden an «Muscle Beach» auf einer Plattform akrobatische Sportspektakel statt, bei denen gymnastisch begabte Frauen und Männer ihre gestählten Körper vorführten. Der Mythos des offiziellen «Birthplace of the Fitness Movement» wanderte bald um die Welt: Ein junger Bodybuilder namens Arnold Schwarzenegger sagte später, dass ihn Muscle Beach magisch angezogen habe und mit ein Grund für seinen Umzug in die USA war.

Sogar Tarzan trainierte hier

Athletische Körperkunst wurde zudem durch die Lifeguards immer populärer: Lange bevor sich Pamela Anderson und David Hasselhoff in «Baywatch» in die Wellen stürzten, sorgten am Santa Monica Pier gutaussehende Rettungsschwimmer für Sicherheit. Mit der Truppe trainierte in den 1930er-Jahren kein Geringerer als Olympiasieger und begeisterter Surfer Johnny Weissmüller, besser bekannt als Tarzan.

Auch wenn Hollywood gut 22 Kilometer entfernt ist – gefühlt war der Pier immer schon ein Teil der kalifornischen Glamourwelt. «Es gibt einige Geschichten, die sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können», sagt Harris und zeigt in den verwinkelten Räumen oberhalb des Karussells auf ein Bild von Folk-Legende Joan Baez, die regelmäßig im Apartment der Künstlerin Colleen Creedon übernachtete und legendäre Boho-Partys schmiss.

Die mysteriöse Frau am Karussell

«Meine Lieblingsgeschichte ist aber die der mysteriösen Frau, die in den 1960ern regelmäßig das Hippodrom besuchte und immer allein, von einer melancholischen Aura umgeben, das Karussell beobachtete», sagt Harris. «Eines Tages sprach der damalige Betreiber Jockey Stevens sie an und entdeckte, wer sich hinter der Perücke und der Sonnenbrille verbarg: Marilyn Monroe. Dieser Ort schien für sie eine Flucht vor einem turbulenten Leben zu sein», sinniert Harris.

Marilyn Monroe und das Riesenrad

Stars wie Sandra Bullock oder Robert Redford haben hier Filme gedreht, letzterer wird als eine Art Lokalheld gefeiert. Der Oscar-prämierte Schauspieler fühlte sich eng mit Santa Monica Pier verbunden. Das Karussell habe sich ihm als eine seiner «ersten Kindheitserinnerungen ins Gedächtnis eingebrannt», schrieb Redford im Vorwort des Buches von Harris.

Robert Redford: Lokalheld und Aktivist

«Er war eine Legende – hier in Santa Monica konnte er ganz er selbst sein», sagt Harris. Der Tod des Schauspielers im September 2025 habe die Community tief bewegt. Immerhin hat Redford dem Pier einst das Leben gerettet.

Anfang der 1970er entstand der Plan, anstelle der Anlage eine künstliche Insel mit Hotel, Kongresszentrum, Restaurants und Shops zu errichten. Der Stadtrat genehmigte die Vision, hatte aber nicht mit dem Ärger der Anwohner gerechnet: Aktivisten, Promis, Barkeeper und Fischer wehrten sich und initiierten die Gründung der Pier Restoration Corporation, um Santa Monica Pier zu erhalten.

El-Niño-Stürme führen immer wieder zu Desastern

Unter den bekanntesten Fürsprechern für den Erhalt war Redford. Seine Liebe zu Santa Monica Pier katapultierte den Hollywoodstar an die Spitze der Aktivistengruppe und vertiefte sich durch die Dreharbeiten mit Paul Newman zu «Der Clou» («The Sting») nur weiter. Mit Erfolg, der Pier blieb erhalten.

Entspannung am Strand

Das wiederum bedeutet nicht, dass die Anlage von Desastern verschont blieb. Neben zahlreichen Feuern führten auch starke Unwetter immer wieder zu dramatischen Momenten. Besonders tragisch wüteten 1983 eine Reihe von El-Niño-Unwettern.

Stürme und Zerstörung am Pier

«Die Wellen waren bis zu drei Meter hoch und verschluckten das untere Fischerdeck. Die Stadt schickte einen Kran an das westliche Ende des Piers, um die Schäden zu beseitigen. Doch kurz darauf kam ein weiterer Sturm auf, der ihn umwehte und ein Drittel des Piers zerstörte», erinnert sich Harris.

Boardwalk am Santa Monica Pier

Bei Sonnenwetter – und das hat in Los Angeles zum Glück die Oberhand – ist Santa Monica Pier eine Destination für Einheimische und Besucher. Nostalgie-Fans drehen ein paar Runden im liebevoll restaurierten Karussell im Hippodrom, Abenteuerlustige zieht es eher Richtung Pacific Park. Zu den zwölf Fahrgeschäften gehören heute die Achterbahn West Coaster, die neue Schiffschaukel Sea Dragon und das erste solarbetriebene Riesenrad der Welt.

Santa Monica wartet mit Restaurants und Bars

Mit angrenzenden Attraktionen wie dem Aquarium, der Trapezschule sowie Shops und Cafés kann man hier locker den ganzen Tag verbringen oder auf einem Leihfahrrad ein Stück des 35 Kilometer langen Marvin Braude Bike Trails entlangfahren – die Einheimischen nennen ihn schlichtweg «The Strand». Und mit über 400 Restaurants gibt es im wuseligen Stadtteil Santa Monica massig Auswahl von lässigem Beach-Flair über klassisch amerikanisch bis hin zu Schickimicki.

Gegenüber vom Pier warten beispielsweise auf der Dachterrasse des «LouLou» von 15 bis 18 Uhr Snacks wie Calamari, Thunfisch-Tacos und Ceviche zu speziellen Happy-Hour-Preisen (Cocktails und Weine gibt es dann für 12/10 Dollar).

Santa Monica Beach Surf

Leute gucken ist auf der Terrasse des knallblauen historischen «The Georgian Hotel» ein Sport, während an der Bar des «Water Grill» vor allem die (noch) lebenden Hummer faszinieren. «Birdie G’s» verspricht «Supper & Cocktails», und Spitzenkoch Jeremy Fox kreiert beides mit hippem Einfallsreichtum und lokalen Highlights vom Santa Monica Farmers Market. Auch bekannt als «Markt der Köche» bekommt man hier mittwochs und samstags über vier Blöcke verteilt die frischesten Produkte der Region.

Das offizielle inoffizielle Ende der Route 66

Gleich um die Ecke – an der Kreuzung von Lincoln Boulevard und Olympic Boulevard – endet übrigens auch die Route 66, die 2026 ihren 100. Geburtstag feiert. Wem das handliche Route-66-Schild vor dem kleinen Visitor’s Center nicht aussagekräftig genug ist: Auf dem Santa Monica Pier steht ein viermal so großes «End of the Trail»-Zeichen, das sich auf Fotos wesentlich imposanter macht.

Das Ende der Route 66

Und auch direkt am Pier wird geschlemmt, natürlich schön mit Blick auf den Strand und Pacific Park: «The Albright» versprüht mit einer Runde Austern oder gegrilltem Hummer auf der von Palmen umgebenen Terrasse authentisches Küstenflair. «The Lobster» serviert seit 1923 feine Meeresküche – heute steckt der sympathische Celebrity-Chef Govind Armstrong hinter den delikaten Kreationen. «Forrest Gump»-Fans können sich bei «Bubba Gump Shrimp Co.» satt essen und nebenbei allerhand zum Erfolgsfilm erfahren.

Anreise

Lufthansa und Condor fliegen Los Angeles mehrmals die Woche direkt an.

Unterkunft

Shutters on the Beach: Gehobene südkalifornische Strandatmosphäre. Das Hotel liegt direkt am Meer und ist auch bei Stars beliebt. Ab € 500/Nacht

Sandbourne: Eines der neuen Hotels in Santa Monica, das sich durch die warmen Sandfarben wie eine Küstenoase anfühlt. Ab € 400/Nacht

The Pierside Hotel: Budget-freundliche und trotzdem coole Unterkunft, bei der man im Handumdrehen vom Bett zum Strand gelangt. Ab € 200/Nacht

The Georgian: Frisch renovierte Ikone, die den Charme der 1920er aufleben lässt. Der Aufpreis für ein Zimmer mit Meerblick lohnt sich, er geht direkt auf Santa Monica Pier. Ab € 500/Nacht

The Georgian Hotel

Web-Info: santamonica.com

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