#1 Whale-Watching
Buckelwal-Tour in der Flinders Bay
Glücksmomente an Bord der «Alison Maree» von Naturaliste Charters: Über ein Dutzend Buckelwale pusten Fontänen in die Luft, machen Fluke-up-Dives und legen Sprünge hin. «Sie breachen, um mit weit entfernten Artgenossen zu kommunizieren, aber sicher manchmal auch nur zum Spaß», so der Marinebiologe an Bord.
Vor der wochenlangen Reise nach Norden zum Camden Sound fressen sich die Wale in der Flinders Bay satt. In tropisch warmen Gewässern nördlich von Broome bringen sie ihre bis zu 2.000 Kilo schweren Kälber zur Welt. Auf der Rückreise Richtung Antarktis pausieren die Herden in der Geographe Bay bei Busselton.
South West Edge Cape Breaching Humpback Tourism Western Australia
Die Flinders Bay ist auch Aufzuchtgebiet für Südliche Glattwale – große, langsame Bartenwale mit massiven Kopfschwielen und ohne Rückenflosse. Bei bis zu 17 Metern Länge wiegen sie bis zu 80 Tonnen.
#2 Wine & Dine
SubSea Estate: Abalone und Unterwasser-Wein
Brad Adams versenkte fast 10.000 Betonblöcke als Riff-Ersatz vor Augusta – idealer Lebensraum für zwei Millionen Abalone pro Jahr. Doch das Spektakulärste ist sein Unterwasser-Wein: Fertige Weine werden in sogenannten Vats werden mit Ketten in 18 Metern Tiefe verankert. Zuvor wurde Hefe zugegeben, so dass die zweite Fermentation beginnen kann.
Subsea winery Tourism Western Australia
Der Druck ist dreimal so hoch wie an Land, die konstanten 16 Grad ideal, die wilde See sorgt für ständiges Rühren. Der Ocean Wine duftet nach tropischen Früchten und Limette, hat eine leicht salzige Note und prickelt fast wie Sekt. Er wurde unter die Top-20-Weißweine Australiens gewählt. Preis: 120 Dollar (Pure Ocean 100 %), 40 Dollar (Land & Ocean).
#3 Meer erleben
Busselton Jetty
Mit 1.841 Metern ragt die Busselton Jetty als drittlängste Seebrücke der Welt in die Geographe Bay. Von Ende August bis November ziehen über 30.000 Buckelwale mit Kälbern durch die Bucht – auch Blauwale und Minkwale tummeln sich hier.
«Öfter mal schwimmt ein Wal ganz nah heran und reibt sich an den Stahlträgern die Seepocken von der Pelle», erzählt Mike von der direkt danebenliegenden Shelter Brewing Co. Die lädt zu schmackhaften Kreationen wie Red Ale oder Hazy IPA und zu einem wunderbaren Fish-Burger. Die perfekte Station nach dem Spaziergang auf der Seebrücke.
#4 Küste genießen
Halbinsel Naturaliste
Beach-Hopping? Eagle Bay Beach, Meelup Beach und Bunker Bay Beach laden zu einer schönen Abkühlung ein. Eagle Bay gefällt trotz lachssaisonbedingter Hai-Warnung am besten.
Cape Naturaliste Trail Peter Pfänder
Der windumtoste Leuchtturm am Cape Naturaliste beherbergt ein sehenswertes Museum. Von hier führt ein rund 25-minütiger Weg – teils auf Bohlenwegen – zum Wilanup Lookout und zum gleichnamigen Strand. Von September bis November sind von den Klippen Buckelwale und Südliche Glattwale nah an der Küste zu sehen.
#5 Natur aktiv genießen
Cape to Cape Track
Der 130 Kilometer lange Küstenwanderweg Cape to Cape verbindet den Leuchtturm am Cape Naturaliste mit dem höchsten Leuchtturm des Landes am Cape Leeuwin. Beste Reisezeit: September bis November, wenn Buckelwale und Glattwale von den Steilufern aus zu beobachten sind. Das Smiths Beach Resort bei Yallingup empfiehlt sich als Basislager: Gäste werden an den Etappenenden abgeholt und am nächsten Morgen erholt wieder abgesetzt.
Cape Leeuwin Lighthouse Tourism Western Australia
#6 Stilvoll relaxen
Smiths Beach Resort in Yallingup
Luxuriöse Anlage zwischen Cape Naturaliste und Cape Leeuwin in der weltbekannten Weinregion Margaret River. Minimalistische Strandvillen und Apartments mit vollverglasten Fronten, schöner Pool, zwei Gehminuten zum langen Strand. Von Mitte August bis November sieht man vom Balkon den vorbeiziehenden Walen zu. Angeschlossen: das Restaurant Lamont's Smiths Beach mit exzellenter Küche, Gourmet-Deli und Weingeschäft.
#7 Ab in den Wald!
Karri-Wälder, Schwarze Trüffel und grünes Hinterland
Schmale, kurvige Straßen durch hügeliges Farmland und alte Karri-Wälder verbinden die Küste mit dem Landesinnern. Diese majestätische Eukalyptusart prägt die Landschaft zwischen Denmark, Pemberton und Manjimup. Der nährstoffreiche, rotlehmige Karri Loam ist die Basis für Trüffel .
Auf der Trüffelfarm «Truffle Hill» bei Manjimup stehen Hunderte Eichen in Reih und Glied, deren Wurzeln im Karri Loam Schwarze Trüffel produzieren: Darien Cheffers Team erntet auf über 70 Hektar Tonnen pro Jahr. Sortiert und gewaschen sind sie per Luftfracht binnen 24 Stunden bei Spitzenköchen weltweit. Die mit Trüffelsporen geimpften Eichen produzieren ab dem vierten Jahr gut 13 Jahre lang Trüffel. «Dann ist auf einen Schlag Schluss. Wir wissen aber noch nicht, warum», so Darien.
#8 Weingenuss
Porongurup: Geheimtipp für Riesling-Fans
Der Bergzug Porongurup in der Region Great Southern zählt zu den ältesten der Welt – über 1,2 Milliarden Jahre alt ist der hiesige Granit. Das nährstoffarme, steinige Terroir mit starker Drainage zwingt die Weinstöcke, tief zu wurzeln. Das Ergebnis: Weine mit lebendiger Säure, klarer Frucht und stark mineralischem Charakter. Das kühle, meergeprägte Klima mit salzhaltiger Luft ist ideal für Riesling, Grünen Veltliner und Pinot Noir. Porongurup dürfte eine der für Europäer unbekanntesten Weinregionen der Welt sein.
Granite Skywalk at Castle Rock, Porongurup National Park Mandatory Tourism Western Australia
«Castle Rock Estate» wurde 1983 von Angelo und Wendy Diletti gegründet, heute leitet es Sohn Rob. Angelo war einer der Ersten, die im Porongurup Riesling pflanzten. Verkostet werden mehrere Weine: Der Estate Riesling (frisch, spritzig, Zitrus- und Blütennoten, bis 20 Jahre lagerfähig) vereint sechs Parzellen. Der vollmundige Skywalk Riesling und der elegante, mit Sediment fermentierte A&W Riesling aus über 40 Jahre alten Reben sind weitere Highlights. Alle Weine werden aus Freilaufmost gekeltert.
#9 Baumriesen hautnah
Valley of Giants Tree Top Walk
Red Tingle Trees sind anspruchsvoll und gedeihen nur in einem kleinen Streifen von Western Australia, besonders gut und gern im Walpole-Nornalup National Park. Fällt über 120 Zentimeter Regen pro Jahr, werden die Bäume bis zu 500 Jahre alt und bis zu siebzig Meter hoch. Der Stahlsteg des Tree Top Walk führt in maximal vierzig Meter Höhe über dem Waldboden 600 Meter lang durch die Wipfeletagen. Dabei schwankt er magenkitzelnd im munteren Herbstwind.
Tree Tops Walk Tingle Peter Pfänder
Von den nachtaktiven, putzigen Quokkas, denen die von Siedlern eingeschleppten Hauskatzen und Füchse fast überall den Garaus machten und die unter den Red Tingle Trees in einer (wachsenden) Restkolonie leben, ist bis zur Dämmerung nichts zu sehen.
#10 Düstere Relikte und traumhafte Küsten
Unweit von Albany rosten die Gebäude der Cheynes Beach Whaling Company vor sich hin. Dort wurden von 1952 bis 1978 über 14.500 Wale geschlachtet. Zu Spitzenzeiten deckte das Unternehmen bis zu 60 Prozent des Weltbedarfs an Walöl. Der Besuch des erschütternden Museums fällt leichter mit dem Wissen, dass sich die Walbestände vor Australien erholt haben. So stiegen die Bestände an Buckelwalen von 200 Tieren in den 1960er-Jahren auf aktuell 60.000 Tiere.
Von Albany sind es zwanzig Kilometer bis zu einem der fotogensten Küstenabschnitte der Region Great Southern. 25 Meter tief hat sich das Meer bei The Gap in den Fels gefressen. Die stählerne Aussichtsplattform ragt gut zehn Meter weit über den schäumenden, donnernden Abgrund hinaus.
85 Kilometer weiter westlich wartet mit Greens Pool ein bei Locals beliebter Platz zum Schnorcheln. Die großen Boulder halten die Haie ab, heißt es. Nebenan nimmt man mit der Erdgeschichte vor 1,6 Milliarden Jahren Fußfühlung auf, indem man barfuß über die massiven Granitbuckel des Elephant Rock spaziert.
Die Idealroute: 1.415 km Roadtrip «South West Edge»
Von Perth aus die Westküste entlang bis Busselton und dann südwärts bis ans südwestliche Ende des Kontinents bei Augusta, dann nach Osten ins Hinterland. Wer den Cape to Cape Track nicht komplett wandert, kann ihn nur tageweise begehen und trotzdem im Smiths Beach Resort übernachten – das spart Zeit und lässt mehr Raum für die Wein- und Trüffelstopps im Osten.
Tag 1 – Perth, Busselton & Halbinsel Naturaliste (~285 km)
Start in Perth, Fahrt nach Busselton mit Spaziergang auf der Jetty (1.841 m) und Fish-Burger bei Shelter Brewing Co. Dann Beach-Hopping und zum Cape Naturaliste Lighthouse mit Museum und kurze Etappe des Etappe des Cape to Cape Track zum Wilanup Lookout. Übernachtung im Smiths Beach Resort in Yallingup.
Tag 2 – Margaret River & Augusta (~390 km)
Fahrt über Caves Road #250 südwärts nach Augusta (~110 km). Walbeobachtungs-Tour in der Flinders Bay auf dem Katamaran „Alison Maree" und Degustation des Ocean Wine bei SubSea Estate. Stopp bei Truffle Hill in Manjimup. Fahrt zum Walpole-Nornalup National Park (~290 km) zum Valley of the Giants Tree Top Walk. Übernachtung in Walpole.
Tag 3 – Karri-Wälder, Trüffel & Porongurup (~195 km)
Fahrt bis zu Shepherd's Hut Winery und Castle Rock Estate in Porongurup für eine Riesling-Degustation. Fahrt nach Albany (~45 km) und zur Historic Whaling Station Museum. Misery Beach. Übernachtung in Albany.
Tag 4 – Porongurup, Albany & Rainbow Coast (~545 km)
Fahrt von Albany (~20 km) zur Felsküste mit The Gap und Natural Bridge. Weiterfahrt (~85 km westwärts) zum Schnorcheln an Greens Pool und Besichtigung von Elephant Rocks. Rückfahrt nach Perth (~440 km).
Info Western Australia
Gute Abflugzeiten und eine Gesamtreisedauer von nur 18 bis 20 Stunden (inklusive Umstieg in Singapur Changi) mit Singapore Airlines. Tickets ab 1.100 Euro.
Hotel-Tipp: Smiths Beach Resort
Luxuriöse Anlage zwischen Cape Naturaliste und Cape Leeuwin in der weltbekannten Weinregion Margaret River. Minimalistische Strandvillen und Apartments mit vollverglasten Fronten. Schöner Pool. Angeschlossen ist das «Lamont’s Smiths Beach» mit exzellenter Küche, Gourmet Deli und Weingeschäft.
Boutique-Hotel mit zehn Zimmern im früheren Holzfällerdorf Denmark. Außenpool, Spa-Wanne im Zimmer. Netter Spa-Bereich mit Finnischer Sauna, Dampfbad und guten Treatments. Tolle Aussicht aufs Meer. 467 Mount Shadforth Road, Denmark. DZ/F ab 180 Euro.
Familien-Chalets unter hohen Karri-Bäumen. Die Lakeside Rooms liegen direkt am See. Überaschend gute Küche im «Lakeside Restaurant» direkt am Wasser mit schönem Blick über den See und offenem Kamin. DZ/F ab 120 Euro
Websites für die Reiseplanung