Wung-Chun-Kurs bei Hong Kong Airlines: Die Unrulys in Zaum halten

Nahkampf gegen Pöbler

Randalierende Passagiere an Bord können für ziemlichen Ärger sorgen. Airlines haben Methoden, damit umzugehen.

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Angst, Langeweile, Trunkenheit oder auch einfach nur schlechte Laune - warum Menschen ausrasten, hat verschiedene Gründe. Und es kann überall passieren. Auch über den Wolken. «Unruly Passenger» ist der Fachbegriff für die Randalierer im Flugzeug, viele sagen auch nur «Unrulies». Immer wieder passiert es, dass sogar die Polizei gerufen werden muss. «Aber die Zahlen der Zwischenfälle sind rückläufig», sagt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. Bei der Lufthansa-Tochter hat man im vergangenen Jahr deutlich weniger randalierende Passagiere verzeichnet als noch im Vorjahr.

Dennoch haben die Airlines ihre Vorgehensweisen, wenn es darum geht, die Ausraster in Grenzen zu halten. «So etwas kann immer vorkommen», so Donzel. Und dabei werden sie sogar ziemlich kreativ. So hat etwa Hong Kong Airlines für ihre Flugbegleiter ein Kung-Fu-Training im Angebot. Mit der Kampfsport-Methode sollen sie in der Lage sein, Reisende außer Rand und Band unter Kontrolle zu bekommen.

Im Notall: Fesseln

Pflicht ist die Ausbildung aber noch nicht. Wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft gegenüber der Hong Konger Sunday Morning Post erklärt, ist es nur ein Angebot, das den Betrieb aber wesentlich erleichtern könnte. Hong Kong Airlines kam auf die Idee, das Training anzubieten, nachdem eine Flugbegleiterin ihre Kampfkünste, die sie privat erlernt hatte, gegenüber einem Randalierer anwandte und ihn so in Schach halten konnte.

Bei der Swiss sollen die Flugbegleiter noch keine Kampfkünste anwenden, dennoch hat man einen drei-Stufen-Plan, den man bei den Unrulies anwendet. Zuerst wird der Passagier mündlich ermahnt. Zeigt das keine Wirkung, so erhält er die gleiche Verwarnung schriftlich. «Das ist dann ein bisschen wie die gelbe Karte beim Fußball», so Donzel. Dem Pöbler droht dann die Anzeige. Wenn das alles nichts hilft, kann es dann sogar dazu kommen, dass die Polizei eingeschaltet wird und das Flugzeug außerplanmäßig landen muss. Die Entscheidung darüber liegt beim Piloten. «Entscheidet er, dass der Passagier eine Gefahr für seine Mitreisenden wird, so muss gelandet werden.»

Für den Fall der Fälle hat man an Bord übrigens immer auch Handschellen - allerdings nicht die Version, die man aus dem Krimi kennt, sondern solche aus Plastik. Diese dürfen dem Passagier dann im äußersten Notfall angelegt werden.

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