Letzte Aktualisierung: um 18:30 Uhr
Partner von  

«Bei AF447 gab es mehr Hinweise»

[image1]Ozeanograph David Gallo erklärt, warum es so schwierig ist, das Wrack von Flug MH370 zu finden und weshalb er dennoch glaubt, dass man die Blackbox findet.

AMSA

Soldaten der australischen Marine: Bislang keine Spur von MH370.

David Gallo lebt für die See. Als einer der ersten begann der amerikanische Ozeanograph und Leiter Spezialprojekte der angesehenen Woods Hole Oceanographic Institution den Meeresgrund mit Robotern und U-Booten zu erforschen. Da gilt er heute als Koryphäe. Darum wurde er etwa zum Ko-Leiter der Expedition zur RMS Titanic ernannt und wirkte auch als Ko-Leiter des internationalen Suchtrupps, der nach der Blackbox des 2009 über dem Atlantik abgestürzten Airbus A330 von Air France suchte. Im Gespräch mit aeroTELEGRAPH äußert er sich zum vor mehr als drei Wochen verschwundenen Flug MH370 von Malaysia Airlines.

[image2]Sie halfen mit, den Flugschreiber des Unglücksfluges AF447 zu finden. Was ist bei der Suche nach Flug MH370 anders?
David Gallo: Bei der Suche nach der Blackbox von AF447 gab es viel mehr Hinweise. Man wusste die letzte bekannte Position, man kannte die Größe des Suchgebiets und man hatte schwimmende Trümmerteile gefunden. All das fehlt bislang bei MH370.

Warum gibt es bislang keinerlei Spur?
Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Es ist ein riesiger Ozean und ein kleines Flugzeug. Um erfolgreich sein zu können, muss man eine klare Ahnung haben, wo man zu suchen beginnen soll.

Viele sind überrascht, dass die Suche immer wieder verlagert wurde – vom Südchinesischen Meer in die Straße von Malakka und von dort in den südlichen Indischen Ozean. Das scheint alles etwas unkoordiniert.
Ja, es scheint unkoordiniert und das Fehlen von konkreten Resultaten ist frustrierend. Doch man muss sehen: Das Suchteam hat viel mehr Informationen als die Öffentlichkeit. Es braucht einfach Geduld.

Wo sollten die Suchtrupps in Ihren Augen denn am ehesten suchen?
Der Schlüssel ist die letzte Position. Man muss mehr unternehmen, um diese zu eruieren, selbst wenn das nur annäherungsweise gelingt.

Glauben Sie, dass man den Flugschreiber von MH370 je finden wird?
Ich habe vollstes Vertrauen, dass das gelingen wird. Die Regierungen und Freunde der Hinterbliebenen sind total entschlossen, die Suche zum Erfolg zu bringen. Daher bin ich optimistisch.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.