Flughafen Erbil: Germania und Lufthansa fliegen hin.

IrakKurdistan-Konflikt trifft auch deutsche Airlines

Den Flughäfen Erbil und Sulaymaniya im Nordirak droht wegen dem Unabhängigkeits-Streit das Ende internationaler Flüge. Zwei deutsche Fluglinien sind betroffen.

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Die Kurden im Nordirak haben in einem Referendum mit großer Mehrheit für eine Unabhängigkeit gestimmt. Das Votum stieß international auf Kritik. Besonders der Irak, die Türkei, Syrien und der Iran wollen das nicht bindende Ergebnis nicht anerkennen.

Die Zentralregierung in Baghdad sorgt sich nun um die Erdölfelder der Region, aber auch um die Flughäfen Erbil und Sulaymaniyah. Ministerpräsident Haider al-Abadi setzte der kurdischen Regionalregierung ein Ultimatum für die Übergabe der Airports bis Freitagnachmittag. Sonst würden internationale Flüge ausgesetzt.

Luftfahrtbehörde verkündet Stopp

Der Transportminister der kurdischen Regionalregierung, Mowlud Murad, sagte daraufhin laut dem britischen Sender BBC: «Wir verstehen nicht, wie wir die Flughäfen übergeben sollen. Sie unterliegen schon jetzt der Iraqi Civil Aviation Authority.» Es hieß, die Regionalregierung wolle dem Ultimatum nicht nachkommen, aber den Dialog suchen.

Die Luftfahrtbehörde Iraqi Civil Aviation Authority schuf jedoch am Mittwoch (27. September) Fakten und teilte mit, dass internationale Flüge nach und von Erbil und Sulaymaniyah ausgesetzt würden. Nur Inlandsflüge von irakischen Fluggesellschaften dürften weiterhin die Flughäfen nutzen.

Germania doppelt betroffen

Als Reaktion kündigte die libanesische Middle East Airlines MEA an, ihre Flüge vorerst einzustellen. Egypt Air will laut Berichten ab Freitag nicht mehr fliegen, Flydubai ab Samstag nicht mehr. Aber auch deutsche Fluggesellschaften sind von der Situation betroffen.

«Wir beobachten unter anderem kontinuierlich die Situation an den von uns angeflogenen Flughäfen Erbil und Sulaymaniyah», teilte Germania ihren Kunden mit. «Sollte es zu Entwicklungen kommen, die eine Veränderung des Flugverkehrs mit sich bringen, werden wir unsere Passagiere und Vertriebspartner umgehend informieren.»* Die Airline fliegt von Düsseldorf und München die beiden Städte im Nordirak an.

Lufthansa will vorerst weiter fliegen

Lufthansa verbindet Frankfurt mit Erbil. Den nächsten Flug soll es wie geplant am Samstag geben, man stehe dazu in Kontakt mit deutschen, US- und irakischen Behörden, sagte ein Lufthansa-Sprecher laut einem Bericht dem Sender Deutschen Welle. «Wir gehen davon aus, dass es keine Beeinträchtigungen gibt.» Man beobachte die Situation in Erbil weiter.



*Ergänzung: Am 28. September teilte Germania einen neuen Stand mit. «Die irakische Zivilluftfahrtbehörde (ICAA) hat bekannt gegeben, dass alle internationalen Flüge an den Flughäfen Erbil (EBL) und Sulaymaniyah (ISU) ab Freitag, 29. September 2017, 15:00 (UTC)/ 18:00 (Lokalzeit), bis auf weiteres ausgesetzt werden», schrieb die Fluggesellschaft auf Ihrer Webseite. «Diese Regelung betrifft alle Germania-Flüge von/ nach Erbil und Sulaymaniyah, welche somit ebenfalls bis auf weiteres eingestellt werden müssen.»

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