Airbus A319 von Air France: Diskussion um Flüge im Inland.

Zug statt FlugPolitiker wollen französische Inlandsflüge einschränken

Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren, wollen zwei Politiker in Frankreich den Luftverkehr einschränken. Viele Inlandsstrecken sollen durch die Bahn ersetzt werden.

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François Ruffin und Delphine Batho sorgen in Frankreich zurzeit für heiße Debatten. Denn der Abgeordnete der linken Partei LFI und die Chefin der grünen Génération Écologie und Ex-Umweltministerin wollen bestimmte Inlandsflüge verbieten. Das solle dazu beitragen, dass Frankreich bis 2030 mindestens 55 Prozent tiefere CO2-Emissionen und ein Temperaturplus von maximal 1,5 Grad aufweist, wie die beiden erklären.

Politiker Ruffin schlägt vor, Inlandsflüge zu untersagen, wenn die Strecke in zweieinhalb Stunden oder weniger mit dem Zug zurückzulegen ist. Batho möchte eine entsprechende Regel sogar für Flüge, die durch bis zu fünfstündige Bahnfahrten ersetzt werden können. Betroffen wären also je nach Umsetzung Strecken wie Paris - Lyon oder Paris - Brest.

41 Inlandsrouten würden wegfallen

Die Zeitung Le Monde hat ausgewertet, was eine Umsetzung der Pläne bedeuten würde. Basis ist das Jahr 2018, in dem der Inlandsflugverkehr in Frankreich 26,8 Millionen Passagiere zählte.  Von diesen Reisen wären laut der Auswertung des Blattes 13,8 Millionen durch Zugfahrten mit einer Dauer von bis zu fünf Stunden ersetzbar. Bei Bahnreisen, die maximal zweieinhalb Stunden dauern, wären es 6,6 Millionen. Von den 149 wichtigsten Inlandsrouten würden 41 wegfallen, während 108 der Verbindungen erhalten blieben.

Zu den Routen, die einfach zu ersetzen wären, gehört allen voran Lyon - Marseille. Die Strecke, die mit dem Zug im besten Fall in rund 1:45 Stunden machbar ist, dauere mit dem Flieger alleine 55 Minuten Flugzeit plus Sicherheitskontrollen und mehr. Trotzdem seien im Jahr 2018 noch mehr als 51.000 Reisende auf dieser Route geflogen. Ebenfalls einfach ersetzbar wären laut dem Bericht Flüge zwischen Paris und Bordeaux, Nantes, Rennes sowie Lyon, die weniger als zwei Stunden auf der Schiene benötigen.

Diese Strecken sind nicht zu ersetzen

Auf den meisten Routen nach, von oder durch Paris sei der Zug eine gute Alternative, so Le Monde. Ausnahmen seien Querverbindungen wie Bordeaux - Lyon. Diese Fahrt verläuft über Paris und braucht so fast fünf Stunden. Auch anderswo fehlen Direktverbindungen. So benötige man etwa im Zug neun Stunden, um von Bordeaux nach Nizza zu gelangen, während es im Flieger nur 1:20 Stunde dauere. Ähnlich schwierig seien Brest - Toulon, Nizza - Strasbourg, Lille - Toulouse. Insgesamt könnten 2,4 Millionen Einzelreisen nicht durch Zugfahrten ersetzt werden, die weniger als sieben Stunden dauerten.

Luftfahrtexperte Xavier Tytelman von der Beratungsfirma CGI Consulting kritisierte die Pläne im Gespräch mit der Zeitung Les Echos scharf. Wenn alle diese Routen wegfallen würden, könnte Air France das wirtschaftlich nicht überleben, da sie auf Zubringer nach Paris-Charles De Gaulle angewiesen sei, so Tytelman. Wer in Marseille wohne und nach New York wolle, werde dafür nicht vorher in den Zug nach Paris steigen, sondern bei Lufthansa oder British Airways buchen und in Frankfurt oder London umsteigen.

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