Produktion bei Recaro: Weltkonzern mit Sitz in Schwäbisch Hall.

Podcast LuftraumWie Recaro Sitze baut, die Passagiere (fast) nicht kaputtkriegen

Flugzeugsitze wirken unscheinbar – doch hinter ihnen steckt Präzisionsarbeit, Hightech und knallharte Tests. Ein Blick hinter die Kulissen bei Recaro Aircraft Seating in Schwäbisch Hall, wo Sitze für Airlines wie Emirates oder British Airways entstehen.

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Wenn Nico Feindler über Sitze spricht, klingt das ein bisschen nach Maschinenbau im Härtetest: «Wir nehmen uns den Sitz insofern hart ran, so wie ihn Passagiere eigentlich auch im Flugzeug benutzen – oder sogar noch schlimmer». Der Bereichsleiter für Simulation und Testing bei Recaro Aircraft Seating testet Tische, Armlehnen, Klappen – bis zu 1000 Belastungsszenarien pro Jahr. Denn ein Sitz muss nicht nur bequem und leicht sein, sondern Jahrzehnte überstehen, ohne zu versagen.

In Schwäbisch Hall sitzt Recaro, einer der weltweit führenden Hersteller von Flugzeugsitzen. In einem unscheinbaren Werk entstehen Produkte, die später bei Emirates, British Airways oder Latam eingebaut werden. «Heute ist Boeing zu Besuch», sagt Chef Mark Hiller, während draußen die US-Flagge weht. Kundenbesuche gehören zum Alltag – Recaro entwickelt keine Standardsitze von der Stange, sondern maßgeschneiderte Lösungen. Selbst das vermeintlich gleiche Sitzmodell sieht bei Air France anders aus als bei Emirates: «Wir sprechen von einer Plattformindustrie. Unter der Oberfläche standardisieren wir, was wir können – aber die Anmutung muss zur Marke der Airline passen.»

Nano-Beschichtung gegen Flecken, privatsphärefördernde Türen

Die Anforderungen an Materialien und Designs steigen stetig. Heller Sitzbezug, Nano-Beschichtung gegen Flecken, privatsphärefördernde Türen in der Business-Class. Und dabei immer noch leicht, stabil und crashsicher. „Ein Business-Class-Sitz kann das Zwanzigfache eines Economy-Sitzes kosten“, erklärt Hiller. Doch Airlines investieren gerne, denn der Sitz ist zur Visitenkarte geworden.

Test bei Recaro: Mehr als je ei9n Passagier erlebt.

Hinter all dem steht Hightech, Handarbeit – und auch viel Sicherheitsdenken. In einer speziellen Crashtestanlage wird mit 16-facher Erdbeschleunigung getestet, wie gut Sitze bei einem Aufprall schützen. «Was wir hier machen, ist nichts, was ein Passagier je erleben sollte», erklärt Ingenieur Henning Wetzel. Aber genau diese Tests machen Flugreisen so sicher, wie sie heute sind.

Der Lebenszyklus eines Sitzes beträgt bis zu 30 Jahre, aber viele Airlines tauschen nach acht bis zehn Jahren. Nicht aus technischen Gründen, sondern wegen Designtrends und Gewichtsersparnis. In Schwäbisch Hall fertigt Recaro die ersten Serien – vor allem für Business-Class und Premium Economy. Die Großproduktion findet an internationalen Standorten statt – von den USA bis Südafrika. «Wir sind dort, wo unsere Kunden sind», so Hiller.

In den Montagehallen rollen Sitze über Produktionsbänder, begleitet von Mitarbeitenden, die Werkzeuge anpassen, Kleber auftragen, Elektronik einbauen.

In unserem Podcast Luftraum erfahren Sie jetzt noch mehr über den Bau von Flugzeugsitzen von Recaro.

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