Bombardier CRJ 900 Next Gen von Pluna: Flieger bleiben am Boden.

Uruguays Pluna am Ende

Die Nationalairline ist überschuldet und groundete ihre Flotte. Nun will der Staat eine neue Fluglinie gründen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Bereits Anfang der Woche wurden Dutzende von Flügen ohne Angabe von Gründen gestrichen. Am späten Donnerstagabend war dann klar, weshalb. Pluna teilte seinen Kunden auf ihrer Internetseite mit, dass der Betrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt werde. Am Freitagmorgen (6. Juli) wurden die letzten Flüge durchgeführt. Das Grounding sei eine Entscheidung der Regierung, erklärte die Nationlairline Uruguays weiter. Dort klang es freilich etwas anders. «Heute haben wir eine Situation in der uns das Unternehmen sagt, dass es nicht mehr in der Lage sei, weiterzufliegen», sagte Transportminister Enrique Pintado später vor den Medien. Es fehle Pluna an Kapital und Liquidität. Seit Freitag um 15 Uhr lokaler Zeit stehen nun alle Flieger still.

Der Staat besaß 25 Prozent der Pluna-Aktien und war nicht bereit, auch noch den Rest zu übernehmen. Diese hatte der ehemalige Aktionär Leadgate vor einiger Zeit verkauft. Seither fand das Management keine neuen Geldgeber, die interessiert waren, die Aktien zu übernehmen und zusätzliches Geld einzuschießen. Im Rennen war am Ende nur noch eine Tochter von Air Canada. Doch auch sie sagte ab. Kein Wunder: zwischen 2007 und 2011 verlor das Unternehmen 100 Millionen Dollar. Es war daher überschuldet. So drohte etwa die staatliche Ölgesellschaft Ancap bereits mehrere Male, Pluna nicht mehr zu beliefern.

Regierung will keine Pluna 2.0

Dass Pluna je wieder fliegen wird, ist zweifelhaft. Die uruguayische Zeitung El Pais will aus offiziellen Kreisen erfahren haben, dass eine Liquidation des Unternehmens der wahrscheinlichste Weg sei. Auch Transportminister Pintado macht dem Management und den Angestellten wenig Hoffnung. Ein Neustart der Fluglinie sei «ein Entscheid des Vorstandes», meinte er. Die Priorität der Regierung sei es, die «Anbindung des Landes wiederherzustellen». Die Airline flog mit ihren 13 Bombardier CRJ900 ab Montevideo Inlandflüge und im Ausland bediente sie Argentinien, Brasilien und Chile.

Am Montag soll bereits das Kabinett tagen. Die uruguayische Regierung unter Präsident José Mujica will offenbar Wege finden, um eine neue nationale Fluglinie ins Leben zu rufen, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Der Staat soll daran beteiligt sein, aber auch private Aktionäre sollen sich engagieren.

Mehr zum Thema

Airbus A220 von Air Baltic: Bald in Uruguay?

Airbus A220 von Air Baltic werden für Uruguays neue Airline fliegen

Einsteigen in Istanbul: Offenbar durften viele Russinnen und Russen nicht mit.

Russland warnt Bürger vor Flügen mit Turkish Airlines

Airbus A350 von Iberojet: Bald ab Caracas im Einsatz.

Venezolanische Airline kommt mit Airbus A350 nach Europa

Flughafen México City: er soll streichen.

Mexikos Regierung zwingt größten Flughafen, weniger Flüge anzunehmen

Video

Die Notrutsche wird abtransportiert: Verzögerungen beim Abflug der Boeing 767 von Austrian Airlines.
Eine versehentlich ausgelöste Notrutsche sorgte bei einer Boeing 767 von Austrian Airlines in Montreal für Verspätung. Die Rutsche musste ausgebaut und die betroffene Tür gesperrt werden. Dadurch durften statt 209 nur noch 141 Passagiere mit nach Wien fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack