Antalya: Die Türkei ist bei Reisenden weniger beliebt als auch schon.

SicherheitslageUrlaubspassagiere meiden zunehmend die Türkei

Die Sicherheitslage in der Türkei ist angespannt. Passagiere wollen daher lieber nach Italien, Spanien und Portugal. Fluggesellschaften reagieren darauf. Auch Nordafrika ist wenig gefragt.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

37 Menschen kamen ums Leben als am Sonntag (13. März) in Ankara eine Autobombe detonierte. Nur einen Monat zuvor waren bei einer Explosion in der türkischen Hauptstadt bereits 29 Menschen gestorben. Und bei einem Selbstmordattentat in Istanbul kamen am 12. Januar zwölf Menschen ums Leben. Die Sicherheitslage in der Türkei ist mehr als angespannt. Das verunsichert die europäischen Reisenden.

Statt Badeurlaub in Antalya, Bodrum oder Dalaman zu buchen, steigen Sonnenhungrige zunehmend auf Ziele in Spanien oder Italien um, wie verschiedene Fluggesellschaft konstatieren. «Wir merken, dass die Nachfrage nach Spanien und Italien im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gestiegen ist», sagt etwa Austrian Airlines' Chief Commercial Officer Andreas Otto. Daher fahre man die Kapazitäten auf bestehenden Strecken wie etwa nach Catania, Neapel oder Olbia hoch und biete mit Jerez in Spanien und Bari in Italien gleich zwei neue Urlaubsdestinationen im kommenden Sommer an. In die Türkei fliegt AUA dagegen weniger, ebenso wie nach Tunesien im ebenfalls unruhigen Nordafrika.

Air Berlin, Condor und Germania reagieren

«Aufgrund verschiedener geopolitischer Einflüsse haben wie die Flugpläne für den Sommer 2016 angepasst und zum Teil Strecken und Frequenzen verändert», erklärt auch Condon-Sprecher Benjamin Held. «Dies betrifft auch Flüge in die Türkei und nach Nordafrika.» Einen Teil der Kapazitäten hat die Airline in andere Destinationen wie Spanien und Griechenland verlagert. Auch bei Air Berlin bemerkt man Veränderungen und passt sich an. «Die Nachfrage nach krisenfreien Destinationen wie Spanien, Italien, Kroatien oder die Karibik ist in den letzten Wochen stark angestiegen», sagt Sprecherin Melanie Schyja. Nordafrika habe man kaum mehr im Angebot, die Türkei werde noch gebucht. Man baue aber die Frequenzen nach Mallorca, nach Festland-Spanien und Portugal sowie Kroatien aus.

Bei Germania spürt man den Rückgang vor allem bei nordafrikanischen Zielen. «Die Nachfrage nach Flügen nach Nordafrika hat aufgrund der schwierigen politischen Situation vor Ort in den vergangenen Wochen und Monaten nachgelassen, woraufhin wir uns dazu entschieden haben, die entsprechenden Verbindungen vorerst aus dem Programm zu nehmen», so Sprecherin Tabea Behrendt. Die Ziele in der Türkei würden sich indes nicht nur an Urlauber richten, die es in die klassischen Urlaubsregionen wie Antalya oder Bodrum ziehe,  sondern auch an Reisende in weniger touristische Regionen wie Zonguldak oder Kayseri, die von einem möglichen Buchungsrückgang derzeit nicht betroffen seien.

Sunexpress glaubt, dass Nachfrage sich erholt

Ähnlich sieht es bei Sunexpress aus. Die Fluglinie hat ihren Sitz in Antalya und ist dementsprechend dort auch der Platzhirsch. Man habe zwar bei den deutschen Urlaubern bemerkt, dass sie bei Türkei-Buchungen derzeit zurückhaltender seien, so Sprecher Werner Claasen. «Spanien und Italien sind dementsprechend begehrtere Ziele.» Doch viele Reisende seien auch in Deutschland lebende Türken, die in die Heimat fliegen. Diese Nachfrage bleibe auch in unruhigen Zeiten wie jetzt unverändert.

Reagiert hat man auf eventuelle Verschiebungen, indem man bei vier Flugzeugen das Luftverkehrsbetreiberzeugnis von einem türkischen in ein deutsches umgewandelt habe. Das schaffe mehr Flexibilität. «Wir gehen aber sicher davon aus, dass sich die Nachfrage in die Türkei wieder erholt», so Claasen. Irgendwann sei es an den spanischen und italienischen Zielen eben voll. Und dann könnten die türkischen Destinationen zu gut laufenden Last-Minute Destinationen werden.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack