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Shepherd One sucht neuen Passagier

Der Papst tritt zurück. Benedikt XVI. gibt damit auch Privilegien ab, die das Pontifikat mit sich bringt. Unter anderem Reisen mit seinem Flugzeug.

Papst Benedikt XVI. gibt sein Amt völlig überraschend ab. Er habe nicht mehr die Kraft, das Amt auszuführen, begründete der 85-Jährige seinen Rücktritt. Kein Wunder, denn immerhin muss das Kirchenoberhaupt im Rahmen seines Amtes Staatsoberhäupter treffen, Messen abhalten und nebenher auch noch einen Staat regieren. Im hohen Alter ist sicherlich auch die ständige Reiserei um die Welt mit Nebenerscheinungen wie Jetlag nicht unbedingt hilfreich – selbst wenn man noch so komfortabel reist.

Der Papst besitzt zwar keinen eigenen Jet, doch immerhin ein eigenes Rufzeichen dafür. «Shepherd One» ist die internationale Bezeichnung des Flugzeuges, in dem sich der Papst jeweils befindet, wenn er reist. Shepherd bedeutet Hirte, der Name spielt auf die Rolle des Papstes als Oberhirten der Katholiken an. Die Amerikaner tauften die Papst-Maschine nach einem Besuch Papst Benedikts auf den Namen, auch in Anlehnung an die amerikanische Air Force One. Auf nationalen Flügen in Italien spricht man jeweils einfach vom «volo papale», dem päpstlichen Flug.

Manchmal auch ein Durcheinander

In der Regel reist der Papst auf dem Hinflug zu einem Besuch mit einem Flugzeug von Alitalia. Auf dem Rückflug wird in der Regel ein Jet der jeweiligen Nationalairline eingesetzt. Und das ist nicht immer ganz einfach. So reiste etwa Papst Johannes Paul II. auf seiner Südamerika-Reise 1988 von Peru nach Paraguay mit einer DC-8 von AeroPerú an. Im Grunde hätte er die Rückreise mit Líneas Aéreas Paraguayas antreten müssen. Doch deren Flugzeug mit der größten Reichweite war damals eine Boeing B707, welche einen Tankstopp in Dakar hätte einlegen müssen. Eine B747 von Alitalia eilte ihm daher für den Rückflug zur Hilfe.

Früher reiste der Papst auf langen Strecken meist mit einer B747 von Alitalia. Heute ist er auf dem Hinflug mit einer B777-200ER unterwegs, die sonst im Linienverkehr steht. Der Würdenträger sitzt dann jeweils ganz vorne in der Business-Klasse, um ihn herum sind seine engsten Mitarbeiter verteilt. Manchmal geht er dann auch den Gang nach hinten und gibt auf seinem Flug eine Pressekonferenz für die mitreisenden Journalisten.



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