Morbide Stimmung: Toter Vogel auf altem Flugzeugsitz.

Bilder einer sterbenden Airline

Lloyd Aéreo Boliviano ist eine der ältesten Fluglinien. Sie hat 200 Angestellte, fliegt aber seit Jahren nicht mehr. Ein Fotograf dokumentierte den Betrieb.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Nick Ballons neustes Projekt ist melancholisch und absurd zugleich. «Ezekiel 36:36» heißt es. Und auch wenn der biblische Name nicht direkt auf den Inhalt schließen lässt – irgendwie passt er. Der britische Fotograf dokumentierte den Alltag bei Lloyd Aéreo Boliviano. Der Projektname ist auch der Name des letzten aktiven Fliegers der Airline. Abgehoben ist LAB aber seit 2008 nicht mehr. Nach mehr als 80 Jahren entzog die bolivianische Aufsichtsbehörde ihr damals die Lizenz. Seit der Privatisierung im Jahr 1997 hatte stetes Missmanagement dazu geführt, dass der Betrieb unmöglich wurde.

Noch immer besitzt LAB ein Hauptquartier am Jorge Wilstermann International Airport in Cochabamba. Nick Ballon sah es zufällig auf einer privaten Reise. Die morbide Stimmung zog ihn an. Alte Flieger vor herunter gekommenen Hangars, tote Vögel auf Flugzeugsitzen. Und Angestellte. Angestellte die immer noch darauf warten, dass die einstige Nationalairline aus ihrem Koma erwacht.

Noch 200 Angestellte

Rund 200 Menschen arbeiten offiziell noch für LAB - auch wenn sie schon lange nicht mehr regelmäßig ein Gehalt bekommen. In den sechs Monaten, die Ballon den Betrieb der Fluggesellschaft beobachtete, lernte er sie kennen. Und meistens sah er sie warten. Nickerchen während des Tages sind angesichts der fehlenden Arbeit etwas ziemlich normales geworden.

Hin und wieder, berichtet der Fotograf, komme ein Reicher, welcher der Fluggesellschaft verspreche, sie wieder auf die Beine zu bringen. Auf seinen Fotos sieht man, wie sich die Angestellten um einen der selbsternannten Retter reihen. Doch wirklich funktioniert hat das nie.

Unbenutzter Flugsimulator

Seitdem gammelt alles vor sich hin. Die letzten Flieger verstauben in einem Hangar, der Flugsimulator für rund 2,5 Millionen Dollar bleibt eingepackt. Nur Ezekiel 36:36 fliegt noch. LAB hat den Jet ans Militär geleast. Die 150 Millionen Dollar Schulden lassen sich dadurch aber kaum abbauen.

Die Angestellten geben nach und nach auf. Ballon sprach mit Kapitän Zabalaga. Er trat Ende 2012 in Streik, weil er und seine Crew schon lange nicht bezahlt worden waren – erfolglos. Schließlich kündigte der Pilot. Seine ehemaligen Kollegen klammern sich noch an die Hoffnung. Fast schon absurd genau trifft es da der Psalm, auf den sich der Name des letzten Fliegers bezieht: «Und die Heiden, so um euch her übrigbleiben werden, sollen erfahren, dass ich der Herr bin, der da baut, was zerrissen ist, und pflanzt, was verheert war. Ich, der Herr, sage es und tue es auch.»

Klicken Sie sich oben durch die Bildergalerie einer Auswahl von Ballons besten Fotos.

Das Buch Ezekiel 36:36 kann man hier online erstehen.

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack