Letzte Aktualisierung: um 20:38 Uhr
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Entdeckung von Sprengstoffen

Dank Hundenasen schneller durch die Kontrolle

Dank eines neuen Materials könnte sich Sprengstoff am Flughafen bald sehr viel schneller aufspüren lassen. Inspiriert hat den Erfinder der Geruchssinn von Hunden.

Hundenase: Der Wissenschaftler ließ sich vom Geruchssinn der Vierbeiner inspirieren.

Schnell und mühelos durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen? Eine schemenhafte Erinnerung aus alten Zeiten. Ein dänischer Chemiker bringt uns dieser Utopie im Zeitalter nach 9/11 wieder näher. Steffen Bähring entdeckte ein neues Material, das aufleuchtet, wenn Sprengstoffmoleküle in der Umgebung sind. Der Stoff aus den Molekülen TTF-C(4)P und TNDCF leuchtet floureszierend auf, wenn explosive Moleküle sich mit ihm verbinden. «Mit diesen Molekülen können wir ein kleines Gerät bauen, mit dem Sicherheitskräfte am Flughafen testen, ob Sprengstoff an einer Tasche ist», sagt Bähring, der erstmals ein wissenschaftliches Papier über diese Molekül im Journal ‚Chemistry – a European Journal‘ veröffentlicht hat.

Inspiration für Bährings Entdeckung waren Spürhunde, denen – anders als Menschen – wenige Moleküle in der Luft reichen, um Sprengstoff zu riechen. Steffen Bähring, Wissenschaftler an der Universität von Süddänemark, wollte eine Chemikalie finden, die ähnliches leisten kann wie eine feuchte Hundenase. Seit einem Einsatz in Afghanistan mit der dänischen Internationalen Brigade 2005, wo er die Gefahr durch Straßenbomben hautnah erlebte, forscht er über Sprengstoffe.

Bährings Entdeckung ist ein Durchbruch

Das neue Material basiert auf Molekülen, die durch schwache Verbindungen zusammengehalten werden und dadurch leicht die Form verändern können. Sie sind leicht durch ihre Umgebung zu beeinflussen – wie zum Beispiel Wasser, das je nach Temperatur fest, flüssig oder als Dampf vorkommt. Solche Substanzen sind schwer zu kontrollieren – deshalb ist es ein solcher Durchbruch, dass Bähring in seinem Papier die Komposition einer Kette von acht verschiedenen  Molekülen mit schwacher Bindung beschreibt.

Es gibt schon andere Materialien, die das Vorhandensein von Sprengstoffen anzeigen können. Die allerdings leuchteten immer neonfarben, und verschiedene Faktoren, darunter unter anderem Sprengstoff, konnten das Leuchten unterbinden. «Es gab zu viele Fehlalarme», sagt Bähring. Sein neuer Stoff leuchtet ausschließlich, wenn er mit TNB oder mit einem spezifischen, auf Fluor oder Chlor basierenden Salz in Kontakt kommt. «Der neue Stoff ist beim Entdecken von Sprengstoff hocheffizient.»

 

 



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