So soll der neue Flughafen aussehen: 40 Millionen Passagiere.

Neuer Flughafen für São Paulo

Die Flughäfen der brasilianischen Metropole sind viel zu klein. Darum wollen zwei Konzerne einen neuen bauen. Sie haben starke Gegner.

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Die Nachfrage wäre da. Gemäß einer Studie der Regierung des Bundesstaates São Paulo empfängt die Region im Jahr 2014 - wenn die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien stattfindet - deutlich über 60 Millionen Flugpassagiere. Das ist weitaus mehr, als die drei Flughäfen der Region derzeit aufnehmen können. Sie haben eine Kapazität von 44 Millionen Reisenden pro Jahr. Aber auch das gilt nur, wenn der internationale Airport Guarulhos endlich ausgebaut wird. Dazu müssen der dritte Terminal fertig gestellt und eine zusätzliche Piste erstellt werden. Beide Projekte sind jedoch derzeit noch weit von ihrer Vollendung entfernt, die Piste wird gar kaum je gebaut, weil es zu viele Gegner des Ausbaus gibt. Immerhin wird ein temporärer Terminal in ehemaligen Frachtgebäuden vorerst etwas Abhilfe schaffen. Wird dann auch noch der Flughafen von Viracopos vergrößert, steigt das Angebot auf 53 Millionen Passagiere - immer noch zu wenig.

Doch auch ohne das sportliche Großereignis werden die Kapazitäten nicht ausreichen - alleine weil die Nachfrage dank Wirtschaftsboom und wachsendem Mittelstand in Brasilien organisch so rasch wächst. «Wir werden bei den Flughäfen weiterhin einen Nachfrageüberhang aufweisen, weil die Leute in der Regierung nicht fähig sind, weiter als vier oder fünf Jahre zu schauen» sagte der brasilianische Luftfahrtexperte Respício Antônio Espírito Santo Júnior dem Politblog Corrêa Neto.

Viele Befürworter

Zwei private Unternehmen haben deshalb vor einiger Zeit ein Projekt für einen neuen, privaten Flughafen in São Paulo vorgestellt. Nasp nennt es sich - Novo Aeroporto de São Paulo. Die Baukonzerne Andrade Gutierrez e Camargo Corrêa wollen rund 30 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums einen Airport mit einer Jahreskapazität von 40 Millionen Passagieren erstellen. Sie rechnen mit Baukosten von 5,3 Milliarden Real (rund 2,2 Milliarden Euro/2,7 Milliarden Franken). In der Gemeinde sollen neben Terminals zwei Pisten von je 3500 Metern Länge angelegt werden, die 300'000 Flugbewegungen abwickeln können. Das Projekt hat die Unterstützung des Bundesstaates, der nationalen Luftaufsichtsbehörde Anac und der Fluggesellschaften TAM und Gol. Auch die Finanzierung soll gesichert sein. Die staatliche Entwicklungsbank BNDES, die Weltbank und die privaten Institute Citibank und Credit Suisse haben Kreditzusagen gemacht, wie Business News Americas meldet.

Doch die Initianten haben einen gewichtigen Gegenspieler: Die Zentralregierung in Brasilia ist gegen das Projekt. Denn derzeit läuft die Privatisierung der Flughäfen Viracopos und Guarulhos. Da möchte man die Erlöse nicht dadurch mindern, dass man einen neuen Konkurrenten starten lässt - so vermuten politische Beobachter.

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