Mussolinis geheimster Flug

Neu freigegebene CIA-Akten zeigen, dass sich Italiens Diktator zum Ende des Krieges mit einem Passagierflieger absetzen wollte.

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Es war ein Montagmorgen. Über Barcelona ging langsam die Sonne auf, als um 7.30 Uhr eine Maschine des Typs Savoia-Marchetti SM83 auf der Nebenpiste des Flughafens El Prat absetzte. Sie war an jenem 23. April 1945 in Mailand Linate gestartet und hatte zehn Menschen an Bord. Das Flugzeug war vor seinem Start in der italienischen Wirtschaftsmetropole eilig umgespritzt worden. Die Hakenkreuze auf dem Rumpf mussten verschwinden - deutsche und italienische Flugzeuge durften zu jenem Zeitpunkt nicht mehr in Spanien landen. Daher war es für die geheime Mission von zentraler Bedeutung, auf dem dreistündigen Flug nicht erkannt zu werden. Die Maschine bekam darum kroatische Erkennungszeichen, wie Dokumente zeigen, die die CIA nun freigab und welche die spanische Tageszeitung ABC ausgewertet hat.

Die Passagiere waren allesamt Vertraute des italienischen Diktators Benito Mussolini. Sie trugen große Koffer bei sich, denn sie waren auf der Flucht vor den Alliierten. Sie stammten aus Spanien, Italien, Deutschland und Kroatien. Zentrale Figur war Enrico Mancini. Er war das Gehirn hinter der ganzen Aktion. Schon früher hatte er beim spanischen Konsul in Mailand vorgesprochen, um mit ihm über eine mögliche Flucht des Duce nach Spanien zu sprechen. Immerhin standen die Alliierten damals kurz davor, ganz Italien zu kontrollieren. Spanien war seinerseits unter Francisco Franco ein Land, das selbst faschistisches Gedankengut verbreitete.

Extra viel Kerosin getankt

Als Mancini an jenem Montagmorgen in Barcelona ankam, trug er drei Briefe von Mussolini bei sich - allesamt an höhere Regierungsbeamte und einer direkt an Franco. Er hatte den Auftrag, dort über eine Flucht und Exilierung Mussolinis mit einem zweiten Flug mit derselben Maschine am gleichen Tag zu verhandeln. Dazu hatte die Savoia-Marchetti SM83, die eine Reichweite von 4800 Kilometer und eine Reiseflughöhe von maximal 4000 Meter aufwies, extra 5000 Liter Kerosin geladen. Doch Mancini wurde als politischer Gefangener festgehalten. Er durfte aber im noblen Hotel Ritz einsitzen. Seinen Auftraggeber konnte er dadurch nicht mehr retten. Mussolini wurde zusammen mit seiner Geliebten am 27. April gefangen genommen und kurze Zeit später erschossen.

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