Zehn PunkteMit diesen Änderungen will United ihren Ruf retten

Nach dem gewaltsamen Rauswurf eines Passagiers ist United um Schadensbegrenzung bemüht. Nun hat die Airline zehn Maßnahmen bekannt gegeben.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Ein Passagier will seinen Sitzplatz nicht aufgeben und wird von Sicherheitskräften brutal von Bord geschleift - diese Bilder aus einem Flugzeug von United Airlines gingen um die Welt und entfachten einen Shitstorm gegen die Fluggesellschaft. Auch wenn sie sich am Ende entschuldigt hat und der Sicherheitsbeamte den Rauswurf anders darstellt, hat der betroffene Fluggast mittlerweile die Basis für Klagen gelegt.

Die Airline kämpft derweil um ihren Ruf und hat nun zehn Veränderungen angekündigt, «die für ihre Passagiere ein Höchstmaß an Würde, Respekt und Betreuung gewährleisten sollen», so United. «Die Neuerungen sind das Resultat der Untersuchungen von Durchführungsbestimmungen, die United nach dem Vorfall auf dem United-Express-Flug UA3411 am 9. April vorgenommen hat, als ein Passagier gewaltsam von Bord gebracht wurde.»

Kompensation bis zu 10.000 Dollar

Die Fluggesellschaft verpflichtet sich demnach zu Folgendem:

1. Einsatz von Vollzugsbehörden ausschließlich im Sicherheitsfall.

2. Passagiere, die bereits ihren Platz an Bord eingenommen haben, werden künftig nicht mehr gebeten, diesen aufzugeben – es sei denn Sicherheitsgründe machen dies erforderlich.

3. Aufstockung der Kompensation bis zu 10.000 Dollar für Passagiere, die ihren Sitzplatz aufgeben müssen.

4. Implementierung eines speziellen Teams, das Mitarbeitenden an Flughäfen mit kreativen Lösungen unterstützt, wenn es darum geht, Passagieren Reisealternativen anzubieten; zum Beispiel mit einem Wechsel zu einem nahegelegenen Flughafen, Flug mit einer anderen Airline oder auch Nutzung eines anderen Verkehrsmittels – alles mit dem vorrangigen Ziel, dass der Gast seine gebuchte Destinationen erreichen kann.

5. Sicherstellung, dass jede Crew, die für einen Flug gebucht ist, mindestens 60 Minuten vor Abflug am Gate erscheint.

6. Zusätzliche, jährliche Mitarbeitertrainings für solche Ausnahmefälle.

7. Einführung eines Systems, mit dem bereits im Vorfeld Kunden zwecks Änderungen ihrer Reisepläne ausgewählt und angesprochen werden können.

8. Reduzierung der Anzahl an Überbuchungen.

9. Größere Handlungsfreiheit für Mitarbeiter, um Kundenprobleme direkt und sofort zu lösen.

10. Reduzierung der Bürokratie und Einführung neuer Erstattungsrichtlinien für dauerhaft verlorengegangenes Gepäck.

Mehrere der neuen Bestimmungen werden laut United sofort umgesetzt, andere im Laufe des Jahres.

Kundenvertrauen zurückgewinnen

United-Chef Oscar Munoz sagte: «Jeder Gast darf erwarten, dass er mit höchstem Respekt, allergrößter Würde und bestmöglichem Service behandelt wird. Vor zwei Wochen sind wir diesen Standards nicht gefolgt, dafür entschuldigen wir uns zutiefst.» Die neuen Maßnahmen sollten dafür sorgen, «dass solche Fälle niemals wieder vorkommen».

Die Untersuchungen von United zeigten, dass an diesem Tag viele Dinge schief gelaufen seien, so Munoz. «Die jetzigen Veränderungen sind der Beginn unserer Bemühungen, das Kundenvertrauen wieder zu gewinnen.» In einer ersten Stellungnahme unmittelbar nach dem Vorfall hatte Munoz versucht, sachlich zu argumentieren. Er sagte zwar, dass auch er verstört sei. Doch er erklärte auch, seine Mitarbeiter hätten korrekt gehandelt.

Späte Entschuldigung

Das kam schlecht an und United geriet noch tiefer in den Shitstorm. Der Aufruhr wurde so groß, dass Munoz sich erneut zu Wort melden musste. In einer öffentlich publizierten Mitteilung an die Mitarbeitenden sagte er, die Bilder hätten auch bei ihm «Empörung, Wut und Enttäuschung» ausgelöst. «Ich entschuldige mich von ganzem Herzen für das, was passiert ist.»

Mehr zum Thema

Flughafen Honolulu: In die Jahre gekommen.

United-Chef meckert über Hawaiis Flughafen

Oscar Munoz: Hat ein neues Herz bekommen.

United-Chef kehrt nach Herztransplantation zurück

United Airlines: Oscar Muñoz kehrt Anfang 2016 zurück

United Airlines: Oscar Muñoz kehrt Anfang 2016 zurück

Oscar Munoz: Der neue United-Chef absolvierte ein volles Programm.

United Airlines muss Interim-Chef einsetzen

Video

lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin