Dreamliner von Norwegian: Ziel USA.

Voller Widerstand gegen Norwegian

Die Expansionspläne der Billigairline in den USA kommen bei Gewerkschaften schlecht an. Sie wollen, dass die USA Norwegian die Lizenz verweigern.

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Es sind heftige Worte, die da fallen. «Der Versuch von Norwegian Air, billige Arbeitskräfte aus Asien [...] für ihre Langstrecken anzustellen, ist ein Angriff auf die Arbeitsbedingungen der bestehenden Mitarbeitenden», enerviert sich François Ballestero, Sekretär der gewerkschaftlichen Dachorganisation European Transport Workers’ Federation. Und sein Kollege Gabriel Mocho Rodriguez von der International Transport Workers’ Federation gibt noch einen drauf: «Die Praxis, Tochtergesellschaften im Ausland zu gründen und Schiffe unter der gerade praktischsten Flagge zu registrieren, um Kosten zu senken und strenger Aufsicht zu entgehen, ist in der Schifffahrt seit langem üblich». Nun werde das auch in der Luftfahrt versucht. Das sei zu verhindern.

Hintergrund der Anschuldigungen ist der Schritt von Norwegian, in Irland die Tochtergesellschaft Norwegian Air International gegründet zu haben. Sie soll künftig die Langstreckenverbindungen übernehmen. Der irische Norwegian-Ableger beantragte nun in den USA die Lizenz, Flüge durchführen zu dürfen. Genau das aber wollen die Gewerkschafter verhindern. Der Businessplan von Norwegian Air International sei einzig dazu da, internationales Arbeitsrecht zu umgehen, so die Vertreter der Dachorganisationen der Arbeitnehmenden der Transportbranche.

Auch US-Pilotenvereinigung wehrt sich gegen Norwegian

Es entstehe zudem unfaire Konkurrenz zu Anbietern aus der EU und den USA, sagen die Gewerkschafter weiter. Und nicht zuletzt kämen die Arbeitsbedingungen auf beiden Seiten des Atlantiks unter Druck. Sie fordern darum den amerikanischen Transportminister Anthony Foxx auf, das Gesuch von Norwegian abzulehnen. Zuvor hatte schon die US-Pilotenvereinigung Alpa gegen die norwegische Fluggesellschaft lobbyiert. Sie sammelte 30'000 Unterschriften und die Zustimmung von 100 Kongressabgeordneten. Der Entscheid über die Lizenz zieht sich denn auch schon seit Februar hin - länger als erwartet.

Bei Norwegian weist man die Vorwürfe vehement zurück. «Unsere Gegner ignorieren leider alle Fakten und versuchen verzweifelt, Lügen über uns zu verbreiten», sagt Sprecher Lasse Sandaker-Nielsen. Man habe die Langstreckeneinheit aus verschiedenen wirtschaftlichen Gründen in Irland angesiedelt, erklärt er weiter. Der wichtigste sei, so von Verkehrsrechten zwischen der EU und den USA profitieren zu können. Norwegen sei ja nicht EU-Mitglied. Zudem ermögliche es der Standort Irland Norwegian auch, die Flotte günstiger zu finanzieren.

6000 Bewerbungen in den USA für 300 Jobs

Das ist nicht alles. Man habe in Fort Lauderdale und New York bereits 300 amerikanische Flugbegleiter angestellt und suche derzeit Piloten in New York für die Strecken, die mit dem Dreamliner bedient werden. «Norwegian erhielt fast 6000 Bewerbungen für die 300 Jobs in der Kabine» so Sprecher Sandaker-Nielsen. Man zahle ortsübliche Löhne. Die Präsenz von Norwegian in den USA werde Jobs schaffen. Darum setzte man auf die Vernunft des Transportministeriums.

Norwegian Air Shuttle fliegt derzeit mit einer Flotte von 89 Boeing 737 129 Destinationen in vierzig Ländern an. Auf der Langstrecke fliegt die Fluglinie Bangkok, Fort Lauderdale, Los Angeles LAX, New York, Oakland-San Francisco und Orlando. In der Zukunft möchte die Airline vermehrt nach Asien fliegen. «Asien wird sehr wichtig werden, vor allem die Chinesen haben immer mehr Geld zur Verfügung. Der wichtigste Passagierstrom wird also von Asien nach Europa kommen. Viele meiner Traumziele liegen daher auch im asiatischen Raum», sagte Vorstandsvorsitzender Bjorn Kjos kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH.

Norwegian möchte weitere Dreamliner, aber...

Norwegian bestellte für die Expansion auf der Langstrecke acht Boeing 787-8 Dreamliner. Zwanzig weitere Maschinen des Typs wollte die Fluglinie bestellen. Doch weil die US-Lizenz noch fehlt, wurde diese Order vorerst auf Eis gelegt.

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