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Lufthansa, Austrian und Swiss

Künstliche Intelligenz hilft im Kampf gegen Verspätungen

Die Lufthansa-Gruppe will durch Computer, die selber lernen, besser mit Verspätungen und Annullierungen umgehen. Fünf Fragen und Antworten zum Projekt.

Lufthansa/Oliver Roesler

Jets von Lufthansa: Welcher ist wann und wo verfügbar?

Verspätungen und Annullierungen nerven nicht nur die Passagiere. Sie kommen auch Fluggesellschaften teuer zu stehen. Airlines müssen mitunter Ersatzcrews aufbieten und Entschädigungen an die Reisenden zahlen. Deshalb unternimmt die Branche viel, um solche Störungen im Betrieb zu verhindern. Lufthansa setzt dabei nun auch auf geballte Rechenleistung.

Der Luftfahrtkonzern arbeitet dabei mit Google zusammen, wie er vergangene Woche bekannt gab. Er nutzt künftig die Cloud-Lösung des Technologiekonzerns. Sie verbindet Informationsquellen der Lufthansa-Airlines mit künstlicher Intelligenz – also einem lernenden Computersystem.

Doch was steckt genau dahinter? Fünf Fragen und Antworten:

Worum geht es überhaupt?

Wenn ein Flug Verspätung hat, sodass die Passagiere ihre Anschlussflüge nicht erreichen können, müssen diese umgebucht werden. Das übernehmen bisher Experten der Lufthansa-Fluggesellschaften, bei denen verschiedene Daten zusammenlaufen, etwa zum Wetter, zur Flugzeugwartung, zur Crewplanung und vielem mehr. Das werden sie auch künftig tun. Mit einem Unterschied: Neu laufen die Daten in dem mit künstlicher Intelligenz ergänzten System zusammen, das Lufthansa mithilfe der Google Cloud einrichtet.

Es erstellt aufgrund all der Informationen, die ihm zur Verfügung stehen, Empfehlungen für die Experten, zum Beispiel für Umbuchungen oder frühzeitige Informationen an die betroffenen Passagiere. Und es lernt jedes Mal dazu, wenn es dies tut. Davon erhofft sich der Luftfahrtkonzern, dass sich Verspätungen weniger auf die Reisenden auswirken und man schneller zu einem stabilen Flugplan zurückkehren kann.

Entscheidet dann die Maschine statt dem Menschen?

Nein, Lufthansa plant, dass die künstliche Intelligenz nur Empfehlungen erstellt. Anhand dieser werden dann die Mitarbeiter entscheiden, die dies auch jetzt schon tun. «Die letzte Entscheidungsinstanz wird immer der Mensch sein», erklärt eine Lufthansa-Sprecherin gegenüber aeroTELEGRAPH. Auch werden die Mitarbeiter wie bisher Zugriff auf jede einzelne Datenquelle haben. Sollten sie mit den Empfehlungen des Computers einmal nicht einverstanden sein, können sie sich weiter eine eigene Meinung bilden.

Wie viele Mitarbeiter sind damit beschäftigt?

Die 24 Stunden eines Tages werden im Drei-Schicht-Betrieb abgedeckt. Bei Swiss arbeiten etwa 40 Mitarbeiter pro Schicht, bei Lufthansa in Frankfurt ungefähr 80, bei Lufthansa in München rund 50. In den Nachtschichten sind etwas weniger Mitarbeiter vor Ort.

Wo und wann startet das Ganze?

Los geht es bei Swiss in Zürich. Die Wahl sei «aus technologischen Gründen» auf die Schweizer Tochter gefallen, so die Lufthansa-Sprecherin. Ab Februar wird ein gemeinsames Team aus Betriebsexperten, Entwicklern und Ingenieuren des Luftfahrtkonzerns sowie Softwareingenieuren von Google Cloud die Plattform entwickeln und testen. Wann das System erstmals in Betrieb geht, verrät man noch nicht. Wird das Ganze bei Swiss ein Erfolg, sollen Lufthansa und Austrian Airlines folgen. Für Eurowings gebe es noch keine Umstellungspläne, erklärt die Lufthansa-Sprecherin.

Setzen die Lufthansa-Airlines als erste auf ein solches System?

Nein. Air Asia kündigte 2018 an, durch Google Clouds künstliche Intelligenz nicht nur Nachfrageprognose und Marketing zu verbessern, sondern auch mithilfe von Crew-, Wetter- und Wartungsdaten auch den Betrieb effizienter zu gestalten. KLM hat in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen ebenfalls ein System mit künstlicher Intelligenz eingeführt, das dasselbe tut, was jetzt auch Lufthansa machen will. Von dem ließ sich denn auch der deutsche Konzern inspirieren.



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