Eurowings-Cockpit mit USA-Flagge: Neue Ziele im Sommer 2020.

In Frankfurt und MünchenLufthansa kopiert mit Eurowings Condor

Lufthansa baut das touristische Langstreckenangebot unter der Marke Eurowings aus. Dabei werden viele neue Ziele angeboten, die auch Condor anfliegt.

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Die Nachfrage nach Urlaubsreisen steigt laut Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister stark. Daher werde man das Langstreckenangebot ab München und Frankfurt «gemeinsam mit Eurowings deutlich ausbauen», sagt der Manager. Lufthansa werde die Billigtochter bei der Vermarktung der neuen Ziele durch Vertrieb und Service am Boden unterstützen.

In Frankfurt setzt Lufthansa bei der Expansion ganz auf die Marke Eurowings. Die Billigairline fliegt ab dem 29. April 2020 fünf Mal pro Woche nach Phoenix/Arizona, ab dem 1. Juni drei Mal wöchentlich nach Anchorage in Alaska. Schon im Winterflugplan 2019/20 wird Eurowings ab Frankfurt Flüge nach Barbados, Mauritius, Las Vegas und Windhoek anbieten. Die letzten beiden dieser Winterziele werden auch im Sommer 2020 angeflogen.

Viele Condor-Ziele

Auffällig: Bei der Auswahl der touristischen Ziele hat Lufthansa in weiten Teilen Destinationen gewählt, die auch Condor ab Frankfurt anbietet. So fliegt der deutsche Ferienflieger etwa im Winter ebenfalls nach Barbados, Las Vegas und Mauritius. Windhoek hat er im Sommer im Programm - genauso wie Anchorage und Phoenix. Eurowings wird damit auf der Langstrecke zu einer Art Condor-Kopie.

Lufthansa hatte auch großes Interesse an einer Übernahme von Condor gezeigt, als der Mutterkonzern Thomas Cook seine Fluggesellschaften zum Verkauf ausgeschrieben hatte. Im Mai legte der Konzern sogar ein Angebot vor. Der Verkaufsprozess wurde inzwischen aber vorübergehend auf Eis gelegt.

Sun Express fliegt für Eurowings

Auch in München baut Lufthansa aus, dort aber vermehrt mit der Kernmarke. Von der bayerischen Hauptstadt aus wird die Airline mit dem Kranich auf dem Leitwerk ab dem 1. Juni 2020 sechs Mal pro Woche nach Seattle fliegen, ab dem 4. Mai fünf Mal wöchentlich nach Detroit und ab dem 31. März fünf Mal pro Woche nach Bangalore in Indien. Alle diese Ziele werden mit Airbus A350-900 angesteuert und ziehen auch Business-Publikum an. Eurowings wird ergänzend ab dem 6. April zwei Mal wöchentlich von München Richtung Las Vegas starten und ab dem 7. April drei Mal wöchentlich Richtung Orlando.

Für Eurowings durchführen wird die Flüge im Wet-Lease Sun Express Deutschland. Dabei werden Airbus A330 zum Einsatz kommen, die zurzeit noch mit jeweils 310 Sitzen ausgestattet sind, im Sommer 2020 aber lediglich über 270 Plätze verfügen sollen.

Kompliziertes Geflecht

Lufthansas Kurs für Eurowings ist zurzeit nicht immer einfach zu durchblicken. Im Juni hatte der Konzern für seine Billigtochter eine «klare Fokussierung auf Kurzstrecken im Punkt-zu-Punkt-Verkehr» angekündigt. Die Verantwortung für die Langstrecke gebe Eurowings ab, hieß es. Kurz darauf stellten beide dann jedoch klar, Eurowings solle als Marke auf Interkontinentalflügen erhalten bleiben. Die kommerzielle Steuerung übernehme Lufthansa aber vollständig.

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