Flieger von Lufthansa: Das Rettungspaket wird doch noch zur Zitterpartie.

Opposition von Aktionär Heinz-Hermann ThieleLufthansa fürchtet, Insolvenz anmelden zu müssen

Der Vorstand des Luftfahrtkonzerns hat Angst, dass zu wenige Aktionäre an der außerordentlichen Hauptversammlung teilnehmen. Dadurch könnte das Rettungspaket scheitern - mit schlimmen Folgen für Lufthansa.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es ist wohl das Horrorszenario aller Beteiligten: Der über Wochen ausgehandelte Kompromiss zwischen der deutschen Regierung und der Führung von Lufthansa über die Art und den Umfang der Staatshilfe wird von den Aktionären abgelehnt. Der Konzern müsste dann Insolvenz anmelden.

Genau dazu könnte es kommen. Denn das Management von Lufthansa befürchtet, dass bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni weniger als 50 Prozent der Stimmen vertreten sein werden, wie es am Mittwoch (17. Juni) in einer Mitteilung erklärte. Und das erhöht die Anforderung an die Zustimmungsquote, mit der das Paket angenommen werden muss. Zwei Drittel der anwesenden Aktionäre müssten dann Ja sagen.

Thiele würde viel Geld verlieren

Das Management fürchtete, dies nicht zu erreichen. Denn Großaktionär und Milliardär Heinz-Hermann Thiele hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt, er besitze inzwischen 15 Prozent der Aktien. Zudem zeigt er sich dem vorgelegten Rettungspaket gegenüber kritisch. Der Milliardär stört sich vor allem daran, dass der Staat einen Anteil von 20 Prozent am Konzern übernimmt.

Das ist kein Wunder. Denn als Folge der geplanten Kapitalerhöhung würde Thiele viel Geld verlieren. Seine Investition in Lufthansa-Aktien würde massiv abgewertet. Er glaubt, dass es «andere, konsensfähige Lösungen gäbe», wie er dem Blatt sagte.

Dringender Appell an Aktionäre

Im Szenario von Lufthansa, in dem weniger als 50 Prozent der Anteilseigner an der Hauptversammlung teilnehmen und Thiele 15 Prozent besitzt, ist das Ziel einer Zweidrittelmehrheit kaum mehr erreichbar. Darum müsse man «möglicherweise zeitnah zur Hauptversammlung ein insolvenzrechtliches Schutzschirmverfahren beantragen, wenn es dann nicht unverzüglich zu einer anderen Lösung kommt», so der Konzern in der Mitteilung.

Neben Thiele sind die Fonds Lansdowne Partners International und Blackrock die beiden anderen großen Aktionäre. Der Rest der Aktien ist im Besitz von vielen kleineren Investoren. Sie will Lufthansa mit der Nachricht mobilisieren. Denn wenn mehr als 50 Prozent der Stimmen beim Aktionärstreffen anwesend sind, sinkt die erforderliche

Zustimmungsquote auf eine einfache Mehrheit. Der Vorstand richtet daher an «alle privaten und institutionellen Aktionäre den eindringlichen Appell, ihr Stimmrecht wahrzunehmen und an der Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens mitzuwirken».

Mehr zum Thema

Das staatliche Rettungspaket wird für Lufthansa teuer

Das staatliche Rettungspaket wird für Lufthansa teuer

Leitwerk einer Boeing 747 von Lufthansa: Was droht den Angestellten?

Bei Lufthansa sind über 20.000 Stellen gefährdet

Lufthansa-Flieger: Sollen für Liquidität sorgen.

Lufthansa will Hunderte Jets verkaufen und zurückleasen

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack