Boeing 757 von Privatair: Für EC Air im Einsatz.

Schweizer PrivatairDiese Airline soll für Lufthansa fliegen

Die Lufthansa erwägt, auf Langstrecken Piloten der Schweizer Privatair einzusetzen. Sie würden Billigstrecken fliegen. Das Modell ist bewährt.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Wo Lufthansa drauf steht, ist auch Lufthansa drin. Nicht zwingend. Denn auf einigen Routen – etwa nach Pune in Indien oder Bukarest – kommen Boeing 737 in einer speziellen Konfiguration zum Einsatz. Sie gehören der schweizerischen Privatair. Die Fluggesellschaft mit Sitz in Genf fliegt im Auftrag anderer Fluggesellschaften und erledigt Spezialeinsätze wie etwa die Versorgung von Forschungsstationen in der Antarktis.

Seit 2002 fliegt Privatair schon für die Lufthansa. Konzernchef Carsten Spohr ist mit den Diensten der Schweizer offensichtlich sehr zufrieden. Er schätze die «Flexibilität, Reaktionsfähigkeit auf den Markt und die Qualität des Services», lässt er sich auf der Homepage von Privatair zitieren. Darum will er nun noch mehr von den Eidgenossen.

Auch auf der Langstrecke

Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, will Lufthansa die Partnerschaft mit Privatair auf ein wichtiges Projekt ausweiten. Sie überlegt, 14 Airbus A340 an Privatair abzugeben. Diese soll die Flieger dann im Auftrag auf speziellen Langstrecken einsetzen. Damit würde die Schweizer Airline quasi Kern des zweiten Billig-Langstreckenprojektes der deutschen Airline.

Die Billig-Lufthansa soll ab dem Winterflugplan 2015/16 starten und neue Strecken bedienen oder Routen, die man sonst wegen zu hoher Kosten aufgeben müsste – mit «deutlich tieferen Betriebskosten». Die A340 werden mit 18 Business-Class-, 19 Premium-Economy und 221 Economy-Sitzen ausgestattet. Der Service soll «das hochwertige Reiseerlebnis eines Lufthansa-Fluges mit hohem Serviceanspruch und Komfortniveau bieten», so die Lufthansa kürzlich.

Für EC Air im Einsatz

Direkt bestätigt Lufthansa die Pläne mit Privatair nicht. «Es ist richtig, dass wir alternative Bereederungsmöglichkeiten für unsere 14 A340 prüfen», sagte eine Sprecherin lediglich zur Nachrichtenagentur DPA. Privatair wäre aber ein logischer Partner. Die Fluglinie existiert seit 1977. Damals gründete sie die griechische Unternehmerfamilie Latsis sie als Geschäftsflugbereich. Inzwischen ist sie ein eigenständiges und renommiertes Unternehmen und hat ein eigenes Terminal am Genfer Flughafen. Hauptsächlich ist sie auf das Business-Geschäft ausgerichtet. Doch auch kommerzielle Fluglinien wie eben die Lufthansa oder SAS nutzen die Dienste.

Zunächst setzte Privatair nur Boeing 737 BBJ ein. Und außen auf den Fliegern stand immer Privatair. So flog sie zwischenzeitlich für die Swiss Zürich - Newark oder die Lufthansa Düsseldorf - New York in einer reinen Business-Bestuhlung. Doch inzwischen operiert Privatair auch unter fremden Farben – etwa für EC Air – Equatorial Congo Airlines. Die staatliche kongolesische Fluggesellschaft wurde im Jahr 2011 mit Hilfe von Lufthansa Consulting Services und Privatair gegründet. Seitdem fliegen die Schweizer in EC Air-Bemalung mit Boeing 737 auf innerafrikanischen Strecken und mit Boeing 757 nach Europa.

Privatair ist eine «Mogelpackung»

Bei der Pilotengewerkschaft Cockpit gibt man sich angesichts der Lufthansa-Verhandlungen mit Privatair skeptisch, aber zurückhaltend. Die Pläne würden nicht gegen Tarifverträge verstoßen, heißt es gegenüber dem Spiegel. Aber man könne eben nicht mehr garantieren, dass in jedem Lufthansa-Cockpit auch ein Lufthansa-Pilot sitze. Das bedaure man.

Die Vertreter der Schweizer Gewerkschaft Aeropers sind da direkter. «Das ist auch für uns befremdend», so Tobias Mattle von der Pilotengewerkschaft Aeropers gegenüber dem Schweizer Boulevardblatt Blick. Es zeige «einmal mehr welche Strategie Lufthansa verfolgt - auch bei der Swiss.» Lufthansa und Swiss würden versuchen, Qualität durch Billigarbeit zu ersetzen, so Mattle weiter. «Das ist eine Mogelpackung.»

Mehr zum Thema

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Flieger von Air Canada: Kanada erlebt einen Tourismusboom.

USA sind out - noch nie gab es so viele Flüge aus Europa nach Kanada

Die Golden Gate Bridge am Eingang der San Francisco Bay: Buchungen aus Westeuropa im Minus für den Sommer.

Sommerflaute: Nachfrage für Flüge zwischen Europa und USA erholt sich kaum

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
delta kapitaen verlaedet gepaeck
Der Flug ab Atlanta hatte schon Verspätung und es war nur ein Mitarbeiter da, um das Gepäck ins Flugzeug zu laden. Da stieg ein Pilot von Delta Air Lines aus und packte mit an.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies