Jet von Eurowings in Wien: Aus für die lokalen Beschäftigten?

Eurowings EuropeLetzter Aufruf für Wiener Personal von Eurowings?

Ende 2024 läuft die Jobgarantie aus, welche die Lufthansa-Tochter in der Pandemie den Angestellten von Eurowings Europe gab. Da die österreichische Tochter selbst nicht mehr fliegt, befürchten viele in Wien für danach das Schlimmste.

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In Frankfurt hatte man einst viel vor mit der neuen Tochter in Österreich. Zur Abwehr der Billigairlines gründete der Lufthansa-Gruppe 2015 Eurowings Europe. Die neue österreichische Fluggesellschaft sollte helfen, Ryanair und Co. in Wien in Schach zu halten. «Das ist Airline-Powerplay auf höchstem Niveau», sagte der damalige Austrian-Airlines-Chef Kay Kratky beim Start im Juni 2016.

Von zuerst zwei Airbus A320 sollte die Flotte auf bis zu 20 Flugzeuge wachsen. Doch es kam anders. Schon drei Jahre später änderte der Lufthansa-Konzern seine Strategie. Er übergab alle Strecken ab Wien in die Hände von Austrian Airlines. Damit hatte Eurowings Europe faktisch keine Aufgabe mehr. Als Entschädigung wurde ihr immerhin ein Wet-Lease-Auftrag erteilt.

Lohnkürzung gegen Jobgarantie

Mit vier Airbus A319 sollte die österreichische Eurowings ab Anfang 2020 für Austrian Airlines fliegen. Doch das Timing war denkbar ungünstig. Denn schon zwei Monate nach dem Start der Wet-Lease-Flüge brach die Pandemie aus und Austrian Airlines kündigte den Vertrag. Eurowings plante deshalb, die Präsenz in Wien von fünf um mindestens drei Flugzeuge zu verkleinern. Das bedeutete den Abbau von mehr als der Hälfte des Personals.

Für das Management war aber auch ein vollständiger Abzug möglich. Denn für die verbleibenden zwei Jets stellte sie die Bedingung, dass der Kollektivertrag angepasst wird. Auf das gingen die Angestellten der Wiener Basis ein. Sie akzeptierten einen Krisenvertrags. Er sah im Gegenzug für eine Lohnkürzung eine Jobgarantie vor.

Wiener Angestellte fliegen zuerst zu ihrem Einsatzort

Die Spezialvereinbarung läuft noch bis Ende 2024. Dann sei wohl endgültig Schluss, befürchten viele der 75 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter und 50 Pilotinnen und Piloten von Eurowings Europe. «Die Stimmung ist schlecht», sagt ein Betroffener. Weitere Angestellte der Wiener Basis bestätigen dies.

Sie fliegen derzeit im ganzen Eurowings-Netz. Dazu müssen sie aber jeweils zuerst zu ihrem Einsatzort fliegen. Viele verstehen nicht, weshalb die Lufthansa-Tochter nicht wenigstens Flüge zwischen Wien und Köln, Düsseldorf, Hamburg sowie Stuttgart mit Wiener Personal durchführt.

Kein Wet-Lease geplant

Eurowings erklärt, das sei betrieblich nicht möglich. «Würde man auf eine Bereederung der Eurowings-Flüge aus Wien umstellen, hätte das zur Folge, dass morgendliche Frühflüge nach Wien, wie beispielsweise der aus Düsseldorf, nicht angeboten werden könnten», so eine Sprecherin gegenüber aeroTELEGRAPH. Die Flüge würden dann parallel zu den bestehenden von Austrian Airlines ab Wien starten. «Dieses Szenario wäre weder seitens Netzverkehrsplanung noch seitens unserer Kundinnen und Kunden zufriedenstellend.»

Einige Angestellte von Eurowings Europe hofften deshalb, dass Austrian Airlines vielleicht nochmals mit einem Wet-Lease-Auftrag helfen könnte. Doch die Hoffnung dürfte vergeben sein. «Aktuell ist kein Eurowings-Wet-Lease-Einsatz aus Wien geplant», so die Eurowings-Sprecherin.

Doch noch ein Happy End

Man wolle jedoch den Beschäftigten in Wien «trotz der weiterhin fehlenden eigenen Produktion Planungssicherheit» geben, heißt es von Eurowings weiter. Deshalb befinde man sich aktuell «in konstruktiven Gesprächen mit unseren Sozialpartnern». Eigene Flugzeuge hat Eurowings Europe inzwischen keine mehr. Die vier Airbus A319 wurden an Eurowings Europe Malta übergeben.

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